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Zu Risiken fragen Sieden Konkursverwalter ...

Zu Risiken fragen Sieden Konkursverwalter

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Zum Artikel "Schmidt dreht an Arzthonoraren", im Teckboten vom 18. November:

Grundsätzlich ist der Gedanke der Gesundheitsministerin zu begrüßen, dass Ärzte das gleiche Honorar für die Behandlung von gesetzlich und privat versicherten Patienten erhalten sollen. Allerdings müsste das Arzthonorar in der Mitte zwischen den (zu niedrigen) Sätzen der gesetzlichen Kassen und den (adäquaten) Honoraren bei den Privatpatienten liegen aber nicht, wie sich das Ulla Schmidt vorstellt, zu einer weiteren Absenkung der Arzteinkünfte führen.

Sollten die Arzthonorare weiter abgesenkt werden, ist die Strategie einiger Kollegen, die anstatt fünf Tage pro Woche in eigener Praxis zu arbeiten, diese schließen und für besseres Geld zwei Wochen lang pro Monat in England praktizieren, gut nachzuvollziehen. Dort und inzwischen vielerorts gibt es eine gute Grundhonorierung ganz ohne Privatpatienten was die Diskussion um die Vielfältigen Probleme einer Zwei-Klassen-Medizin weitgehend überflüssig macht.

Als Selbstständiger hier in einem halbstaatlichen und halb bankrotten Gesundheitssystem zu arbeiten und mit Kompetenz, Erfahrung und hohem Arbeitseinsatz sein Brot zu verdienen, ist ein finanzieller und bürokratischer Balanceakt, der zukünftig möglicherweise nicht mehr von genügend Ärzten erbracht werden wird. Wenn die Investitionen in eine langjährige Ausbildung an Hochschule und Klinik auch bei der Politik und/oder den Patienten einen noch niedrigeren Stellenwert bekommen, wird auch in süddeutschen Arztpraxen zukünftig ein Schild hängen, wie es jetzt schon in den neuen Bundesländern häufig der Fall ist: "Geschlossen!" Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an die Kassenärztliche Vereinigung, Ihre Krankenkasse oder den Konkursverwalter.

Dr. med. Claus-Peter Herzberg

Kirchheim, Grünewaldweg

Wenn Oettinger denkt

Zum Artikel "Wir müssen über eine Verlängerung der Arbeitszeit nachdenken":

Das hatte sich die IG Metall Esslingen sicher nicht gedacht, dass sie dem Ministerpräsidenten ein Forum von 250 Betriebsarbeitern, gewerkschaftlich organisierten Betriebsräten und Vertrauensleuten bietet, um sein lupenreines CDU-Programm hinsichtlich der Landtagswahl im März vorzutragen, offensiv und aggressiv, wie sich das für einen Wahlkämpfer gehört.

Dass er dabei das Anliegen der IG Metall verfehlte, zu einer verstärkten Anstrengung zur Verbesserung der Ausbildungsituation im Landkreis, und damit zur langfristigen Sicherung des Standorts Maschinenbau beizutragen, scherte ihn weiter nicht. Stattdessen erzählte er den 250 Be-triebsleuten, dass über die Arbeitszeit und die Feiertage nachgedacht werden müsse. Wenn Oettinger über Arbeitszeit und Feiertage nachdenkt, geht es nur in eine Richtung: Verlängern der Arbeitszeit und Abbau von Feiertagen.

Die in der Veranstaltung versammelten Gewerkschafter haben längst erfahren, dass dann, wenn 35 Arbeiter je eine Stunde in der Woche län-ger arbeiten, also 36 statt 35, ein Arbeiter überflüssig wird; bei fünf Mehrstunden werden fünf Arbeiter vorübergehend (?) überflüssig. Die Zahlen, multipliziert mit zehn, zwan-zig, einhundert und so weiter zeigen auf, wie Arbeitslose produziert werden. Fände jeder Entlassene alsbald eine neue Stelle, gäbe es keine größeren Probleme.

Momentan und für die absehbare Zukunft bietet der Arbeitsmarkt nicht genügend Stellen. Selbst Oettinger wird wissen, dass die im öffentlichen Dienst praktizierte Arbeitszeitverlängerung viele in die Arbeitslosigkeit, möglicherweise in die Langzeitarbeitslosigkeit geführt hat. Die Perspektive heißt: Langzeitarbeitslos, dauerhaft arbeitslos, dauerhaft überflüssig. Ob Oettinger das denken kann?

Albert Trettin

Jesingen, Lettenäckerstraße

Neues Betätigungsfeldfür engagierte Eltern

Zum Artikel "Durch die neue Bücherei soll an der Schule Lesefieber ausbrechen", im Teckboten vom 11. November:

Als Mutter zweier schulpflichtiger Söhne werde ich dankbar die Anregung der Gemeinde Owen aufgreifen. Wie berichtet, wird in der neuen Schulbücherei die Büchereileitung von der Schulleiterin übernommen, weitere in der Bücherei anfallende Arbeiten werden durch ein "Heinzelmännchen-Team" übernommen, das aus ehrenamtlich tätigen Müttern besteht.

Ich werde mich nun neben der Hausaufgabenbetreuung für meine Kinder, der Mithilfe in der Schulmensa und im Sportverein und der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Altenhilfe nun auch noch beim Betrieb der Schulbibliothek ehrenamtlich engagieren können. Um weitere Kosten einzusparen, würde ich vorschlagen, dass die Eltern sich auch an der Unterrichtsgestaltung in der Schule mitbeteiligen, dadurch können weitere Lehrerstellen eingespart werden.

Spaß beiseite: In Owen findet eine sehr gute und begrüßenswerte Kooperation zwischen öffentlicher Bibliothek und Schule statt. (Weitere Beispiele und Anregungen unter www.schulmediothek.de). Nicht nur aus Kostengründen spricht vieles für eine Kooperation von Schule und Bibliothek. Wie Erfahrungen in anderen Orten zeigen, profitieren Lehrer, Eltern und Schüler davon. Damit solch ein Projekt gelingen kann gehört für mich jedoch eine Fachlichkeit von Seiten der Bibliothek dazu. Ausgebildete Bibliothekare/innen sind inzwischen qualifizierte Fachleute, die an Schulen ein Team bilden mit Lehrern, Sozialpädagogen, Psychologen und anderen.Die Erfahrungen unterschiedlicher Berufsgruppen bereichern doch die Schule. Was spricht eigentlich dagegen Bibliothekareinnen oder Bibleothekar direkt an der Schule anzustellen, die dann durch Ehrenamtliche unterstützt werden? Spätestens seit PISA weiß nun jeder, wie wichtig Lesekompetenz und die Fähigkeiten zu lebenslangem Lernen sind. Als Mutter unterstütze ich hierbei meine Kinder nach besten Kräften. Ich wünsche mir aber auch Unterstützung durch eine Schule, in der qualifizierte Fachleute arbeiten, in der meine Kinder gut betreut und nach ihren Fähigkeiten gefördert werden.

Sybille Mauz

Kirchheim, Stifterstraße

Wer viel liest kannauch besser erzählen

Zum Artikel "Durch die ,neue' Bücherei soll an der Schule Lesefieber ausbrechen", im Teckboten vom 11. November:

In dem Artikel wird berichtet, wie in Owen die alte Bücherei wieder neu auflebt. Die Bücherei wurde mit Hilfe von Eltern und Lehrern "wiedergeboren" und so wurde aus der alten Ortsbücherei eine "gut ausgebaute Kinder- und Jugendbücherei", die die Owener Grundschule übernommen hat.

Ich finde es sehr gut, wenn in Schulen darauf geachtet wird, dass die Schülerinnen und Schüler wieder mehr lesen. Anders als beim Fernsehschauen wird durch das Lesen die Fantasie bereichert. Wer viel liest, kann besser Geschichten schreiben oder erzählen. Wenn in ganz Deutschland so auf die Bildung der Kinder geachtet würde, könnten auch PISA-Studien und dergleichen besser ausfallen.

Tabea Klaiber

Schülerin der

Freihof-Realschule, 10. Klasse

Kirchheim, Wendlinger Weg

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