Lokales

Zufriedene Gesichter beim Thema Skateranlage

Um die Arbeit des Jugendrates bekannt zu machen und den kommunalpolitischen Diskussions- und Beteiligungsprozess der Jugendlichen auch im Rahmen einer Fragestunde zu fördern, fand erstmals eine Jugendratssitzung in einer Schule statt: Jungpolitiker, Verwaltung und interessierte Zuhörer waren im Schlossgymnasium zusammengekommen.

BRIGITTE GERSTENBERGER

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KIRCHHEIM Zeigte sich der Jugendrat beweglich in der Wahl der Sitzungsorte, so war die Verwaltung nicht minder flexibel in der Handhabung der Tagesordnung. Auf Wunsch der Jugendlichen wurde die Erweiterung des Skaterparks dem Punkt neues Volleyballfeld im Freibad vorgezogen warteten doch die anwesenden Skater schon gespannt auf die Ausführungen der Verwaltung.

In seiner Haushaltsrede hatte der Jugendrat die unübersehbaren Mängel des Skaterparks aufgegriffen. Die Jugendlichen hatten eine neue Konzeption erarbeitet und an die Stadt weitergeleitet. Als Sicherheitsrisiko identifiziert worden war vor allem die alte Skate-Funbox, die nun durch ein neues Gerät ersetzt wird.

Auch wurde die Erweiterung der Skaterbahn von Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker zugesichert. Zunächst jedoch seien von der Verwaltung die zusätzlichen Kosten zu prüfen, um dann im nächsten Haushalt die Mittel hierfür einzustellen, so Matt-Heidecker. Darüber zeigten sich die Skater-Fans "recht zufrieden mit der Verwaltung" und so steht der geplanten Eröffnungsfeier für die erneuerte Anlage wohl nichts mehr im Wege.

Auch der Bedarf an einem zweiten Volleyballfeld im Freibad ist bei allen Beteiligten unstrittig. Aufgrund der Überlegungen zum Hallenbadneubau aber ist das künftige zweite Volleyballfeld bislang eher als Provisorium zu betrachten. Vom Gemeinderat wurden dafür 3600 Euro genehmigt, und so ist nur eine abgespeckte Version ohne Spielfeldherstellung mit Sand möglich. Ganz aufgeben wollte der Jugendrat das Beachvolleyballfeld dann doch nicht, durch Sponsoring und eigene Aktionen könnte das Geld vielleicht noch aufgebracht werden.

Für Matt-Heidecker wären dies allerdings "verlorene Gelder", da erst einmal die Planungen für das neue Hallenbad abgewartet werden müssten. Ob das angedachte PPP-Verfahren oder die herkömmliche Verfahrensweise seit vielen Jahren wird über die Ausdehnung des Freibades nachgedacht. Mit den Planungen für das neue Hallenbad könnte die Erweiterung hin zu einem größeren Sportfeld in Richtung Fahrradweg, Gießnau und Lindach wieder interessant werden. Ob ein privater Investor auftritt oder in städtischer Regie gebaut wird, in der April-Sitzung entscheidet der Gemeinderat über die weitere Vorgehensweise. Der jährliche Abmangel von 850 000 Euro für die städtischen Bäder wird bei der Entscheidungsfindung des Stadtrates wohl ein gewichtiger Faktor sein.

Hingegen wesentlich geringfügiger dürften die Kosten für das neue Domizil des Jugendrates ausfallen. Ganz in der Nähe des künftigen "Mehrgenerationenhauses" Linde in der Alleenstraße 92 wollen die jungen Kommunalpolitiker inmitten der Stadt Präsenz zeigen. Via Power Point stellten sie nun bei der Sitzung engagiert ihre Konzeption für das Jugendratsbüro vor. Ein Treffpunkt für AK-Sitzungen und ein Arbeitsplatz mit Computer und Telefon soll entstehen, um die Anliegen der jungen Klientel entsprechend bearbeiten zu können. Eine Kontakt- und Anlaufstelle für Jugendliche soll es werden, mit geregelten Öffnungszeiten und einem "Kummerkasten" an der Türe. Das Schaufenster soll genutzt werden für Werbung in eigener Sache und für Veranstaltungen und Aktionen. Nach den Ferien muss aber erst mal gepinselt und gestrichen werden, bis das Büro bezugsfertig ist.

Mit einer Beteiligung von 67,07 Prozent war der Jugendrat gewählt worden. Angesichts eines solch guten Ergebnisses hatte der Jugendrat den notwendigen Rückenwind, um sogleich voll durchzustarten. Eine Sportumfrage unter Jugendlichen und das Testen des Sammeltaxis standen ganz oben auf der Agenda. "Wir haben festgestellt, dass das Anrufsammeltaxi pünktlich und zuverlässig kommt, obwohl immer wieder behauptet wird, es sei unzuverlässig. Es liegt vielleicht daran, dass viele Jugendliche nicht wissen wie es konkret funktioniert." In Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur wurde nun eine Kurzinformation im Visitenkartenformat erstellt: "Einfach unterwegs wie geht das?" Da das Anrufsammeltaxi überwiegend von Jugendlichen auch aus den umliegenden Ortschaften vor allem am Wochenende nach Disco, Party und Kinobesuch genutzt wird, fand Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ein dickes Lob für die pfiffige Idee. In diesem Zusammenhang unterstrich Matt-Heidecker die Notwendigkeit eines Anrufsammeltaxis, auch für Frauen, die beispielsweise nachts vom Schichtdienst kommen. Die Stadt zahlt je Kilometer 1,58 Euro Zuschuss, insgesamt beträgt der Zuschuss 185 000 Euro, wovon Kirchheim 90 000 abdeckt und die Umlandgemeinden 95 000 Euro.