Lokales

"Zufriedenheit gibt es erst nach Hilfeleistung"



RUDOLF STÄBLER

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KIRCHHEIM Keine Besonderheit, das machen auch viele Andere und wäre eigentlich kaum erwähnenswert, schon gar nicht im Zusammenhang mit den "Starken Helfern 2004". Waltraud Schmid allerdings passt einfach zu diesem "Wettbewerb".



Dieser wurde auch in diesem Jahr wieder von der Stiftung Kreissparkasse und dem Verlag des Teckboten ausgelobt. Zehn Projekte befinden



O:30060401.JP_sich derzeit in der Endausscheidung, bei der es um ein Preisgeld von insgesamt 4000 Euro geht. Mit 3100 Euro ist der erste Preis dotiert und jeweils 100 Euro Anerkennungsprämie gibt es für die neun weiteren Projekte, die es bis in die letzte Runde geschafft haben. In einer lockeren Serie werden vom Teckboten die einzelnen Bewerbe vorgestellt.



Seit vielen Jahren kümmert Waltraud Schmid sich um Personen, die nicht so einfach zu ihr kommen können und das auch noch unentgeldlich. Alle vier Wochen packt Waltraud Schmid ihre gesamten Gerätschaften, die benötigten Salben, Öle und vieles mehr in den Kofferraum ihres Wagens und fährt nach Plochingen. Dort verbringt sie dann einen ganzen Tag auf einer Station im Johanniterstift.



Dort angekommen wird von ihr alles in den Massageraum geschleppt und dann beginnt die jeweils notwendige Behandlung an Menschen, die an MS erkrankt sind. Sie verlangt dafür kein Geld und freut sich über diesen Einsatz am Menschen und zwar für junge und alte Leute. Durch die Kontaktgruppe Wernau der MS-Kranken hat sie Kontakt bekommen, diesen vertieft und schnell gesehen, dass hier Hilfe durchaus angebracht ist. "Es ist mir wichtig, Menschen zu helfen die andere Menschen brauchen." Dies geschieht bei Waltraud Schmid aber nicht nur durch ihre Dienstleistung an Füßen, Händen oder durch Massagen, "manchmal sind tröstende Worte viel wichtiger" weiß sie aus ihrer jetzt schon siebenjähriger Erfahrung.



Gern gibt sie zu, dass sie abends oft merkt, wie dieser besondere Tag erneut viel Kraft gekostet hat, aber die Zufriedenheit überwiege immer die Müdigkeit. Kraft gibt ihr während des harten Arbeitstages in Plochingen oft nur das Lächeln eines kranken Menschen, der sich nach der Behandlung wieder wohl fühlen kann und sich über eines ihrer "Späßchen" amüsiert. Langjährige Kunden ihrer "Pflege- und Entspannungs-Oase, wussten natürlich von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in Plochingen und so kam auch der Vorschlag am Wettbewerb mitzumachen aus diesem Kreis. Und Waltraud Schmid hat in diesem Zusammenhang eigentlich nur einen Wunsch: "Es sollte noch viel, viel mehr ehrenamtliche Helfer auf dieser Welt geben". Sie jedenfalls vertritt die Meinung, dass sich der ehrenamtliche Einsatz immer lohne, "erst dann kann man mit sich selbst zufrieden sein."

Waltraud Schmid hat es sich zur Aufgabe gemacht, einmal im Monat kranken Menschen kostenlos zu helfen.

Foto: Jean-Luc Jacques