Lokales

Zug verpasst und trotzdem angekommen

Bereits zum wiederholten Male nutzte eine Gruppe Bissinger und Naberner Albvereinsmitglieder das Baden-Württemberg-Ticket der Bahn. Reiseziel war Freudenstadt im Schwarzwald.

BISSINGEN Los ging es mit dem Bus in Bissingen, ab Kirchheim weiter mit der Bahn nach Stuttgart. Dort war für vierzig Minuten Pause. Diese wurde auf Empfehlung der beiden Wanderführerinnen Hanne Stiefelmeyer und Heidi Braun genutzt, um vom Turm des Bahnhofs die Landeshauptstadt Stuttgart bei strahlendem Frühlingswetter von oben zu betrachten. Die Weiterfahrt über Böblingen, Herrenberg und Eutingen bis Freudenstadt verlief ohne Verzögerung, sodass Freudenstadt pünktlich auf die Minute erreicht wurde. Jetzt war erst einmal eine Mittagspause im Brauhaus auf dem Freudenstädter Marktplatz vorgesehen.

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Im Lokal wurde die Gruppe vom Vorsitzenden der Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins, Volpp, abgeholt, der der Gruppe ein ganz besonderes Erlebnis ankündigte. Als Mitglied des Stadtrats von Freudenstadt hatte er die Rathausschlüssel dabei, und so war es möglich, auf den Turm des Rathauses zu steigen. Ein fantastischer Ausblick über den Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb war die Belohnung für den Aufstieg über 126 Stufen.

Nach einer kurzen Stadtführung, zu der natürlich auch ein Besuch der einmaligen Stadtkirche von Freudenstadt gehörte, machte sich der größte Teil der Gruppe mit einem Wanderführer des Schwarzwaldvereins auf, den Kienberg und den dortigen Turm zu erklimmen. Allerdings ließ das Wetter mittlerweile zu wünschen übrig. Ein heftiger Aprilschauer sorgte für eine gehörige Abkühlung von oben, was aber die Wanderfreude der Bissinger Albvereinler nicht erschütterte.

Die Rückkehr zum Hauptbahnhof mit dem Stadtbus erwies sich dann als schwer wiegendes Problem. "Sonntags fährt der Bus nicht immer pünktlich", so der Kommentar des Bahnhofsvorstehers, als man am Bahnhof ankam und nur noch die Rücklichter des abfahrenden Zuges nach Stuttgart sah. In diesem Zug saßen zwei einsame "Pünktliche" mit schlechtem Gewissen und dem Ticket für drei weitere Albvereinler in der Tasche. Den Hinweis, dass der nächste Zug erst in zwei Stunden fahren würde, wollte die Wanderführerin Hanne nicht einfach so stehen lassen. Hartnäckiges Nachfragen nach einer anderen Möglichkeit, nach Stuttgart zu kommen, wurde mit dem Hinweis belohnt, dass vor dem Bahnhof in einer Minute ein Bus nach Horb abfahre, von wo man dann bequem einen Zug nach Stuttgart erreichen könne.

Nach einem kurzen Spurt zum Bahnhofsvorplatz erreichten alle den Bus, für den Dank "Baden-Württemberg-Ticket" nichts extra bezahlt werden musste.

Die kleine Routenänderung über Horb wurde von den Ausflüglern gerne in Kauf genommen, kam man dadurch doch nur eine Stunde verspätet wohlbehalten in Bissingen an. Alle waren sich einig: "Wir gehen wieder einmal auf Ländles-Tour mit der Bahn."

gg