Lokales

"Zukunftsfähigkeit der Alb stärken"

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb nimmt Gestalt an. Ausgehend vom ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen reicht es vom Albtrauf bei der Teck im Norden bis Zwiefalten im Süden und von Pfullingen im Westen bis Schelklingen im Osten.

IRIS HÄFNER

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BEUREN Große Chancen für die gesamte Region versprechen sich die Verantwortlichen vom ersten Biosphärengebiet in Baden-Württemberg. Die Einzigartigkeit der Schwäbischen Alb soll dadurch hervorgehoben werden. Beteiligt sind daran die Regierungspräsidien Tübingen und Stuttgart sowie die Landkreise Esslingen, Reutlingen und Ulm. Auch die zahlreichen betroffenen Gemeinden sind mit dabei.

Bei einer Pressefahrt wurde das Projekt vorgestellt. Ihren Beginn hatte die Veranstaltung im Freilichtmuseum in Beuren. Landrat Heinz Einiger bekräftigte das Interesse des Landkreises Esslingen am Biosphärengebiet. "Dies wird ein wichtiger Beitrag sein, um die Zukunftsfähigkeit der Schwäbischen Alb entscheidend zu stärken", erklärte er.

In die Diskussion um den künftigen Sitz der Hauptverwaltung mischte sich Heinz Eininger nur soweit ein, dass er das Alte Lager in Münsingen einem Standort in Bad Urach vorziehen würde. Der ehemalige Truppenübungsplatz ist seiner Ansicht nach das Herz des gesamten Gebietes. Für ihn markiert das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb das "Nordportal" des Biosphärengebiets. "Bereits im nächsten Jahr werden wir von dort aus in Zusammenarbeit mit dem Startteam durch Aktivitäten wie Diskussionsforen oder Exkursionen zum ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen die Idee des Biosphärengebiets in der Bevölkerung verankern", sagte er. Im Hinblick auf die touristische Entwicklung sei es besonders wichtig, Kenntnisse über die Alb möglichst vielen Menschen zu vermitteln. "Wichtig ist auch die im Hintergrund tätige Arbeitsgruppe historische Kulturlandschaft im Biosphärengebiet", erklärte Heinz Eininger. Diese werde einen wichtigen Beitrag für die touristische Attraktivität leisten. So reichen deren Forschungen von der frühen Besiedlungsgeschichte, wie etwa dem Heidengraben, über Herrschaft und Landnutzung sowie alte Verkehrswege bis hin zur modernen Industrialisierung und Nutzung der Wasserkraft.

Ausgehend vom 6000 Hektar großen ehemaligen Truppenübungsplatz Münsingen wird das Biosphärengebiet eine Gesamtfläche von rund 77 000 Hektar haben, vorwiegend im Landkreis Reutlingen. "Hier geht es nicht nur um den Schutz der Natur wir beziehen auch den Mensch mit ein, was ein völlig neuer Ansatz ist", erklärte der Tübinger Regierungspräsident Hermann Strampfer. Von Beginn der Planung an wurde das Gespräch mit Industrie und Handwerk gesucht, auch für die Landwirtschaft soll es keine Einschränkungen geben. "Wir wollen Mensch und Natur in Einklang bringen", so Hermann Strampfer.

Weitere Stationen der Fahrt waren Neuffen, Metzingen, Bad Urach und Römerstein.