Lokales

Zukunftsfähigkeit durch nachhaltige Entwicklung

Einen umfassenden Blick zurück zu den Anfängen des Agenda-Prozesses und auf die Entwicklung in Kirchheim, gewährte die Agenda-Beauftragte Ulrike Kösters den Mitgliedern des Kirchheimer Gemeinderats. Dabei stellte sie auch zahlreiche Projekte vor, die inzwischen erfolgreich umgesetzt wurden.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Einleitend erinnerte Ulrike Kösters daran, dass 1992 auf der Umweltkonferenz in Rio de Janeiro 178 Staaten die "Agenda 21" als weltweites Handlungsprogramm zum Schutz der Umwelt und zum Erhalt der Lebensgrundlagen künftiger Generationen beschlossen hatten. Die daraus resultierenden Aufforderungen an die Kommunen, dieses Programm auf lokaler Ebene umzusetzen, verhallte dabei in Kirchheim nicht ungehört. Im Oktober 1998 beschloss das Ratsgremium, einen lokalen Agenda-21-Prozess zu starten.

Den Auftakt bildete einst eine Zukunftswerkstatt, die von B.A.U.M Consult moderiert wurde. Das Unternehmen begleitete von Herbst 1998 bis Frühjahr 2000 den Agenda-Prozess. Die Koordination der Arbeitskreise erfolgte dann durch Arbeitsgruppen in sporadisch stattfindenden Treffen. Da keine Begleitung und Unterstützung der Arbeit stattfand, war der Anteil nicht erfolgreich umgesetzter Projekte entsprechend hoch, betonte Ulrike Kösters.

Nachdem beantragt worden war, eine halbe ABM-Stelle zur professionellen Begleitung des Agenda-Prozesses einzurichten, wurde im Januar 2001 das Agenda-Büro eröffnet. Die halbe Stelle der Agenda-Beauftragten wurde dabei im Bürgerbüro eingerichtet, das zugleich auch Anstellungsträger war. Seit Januar 2002 sind Agenda-Büro und die Stelle der Agenda-Beauftragten in die Stadtverwaltung eingegliedert. Die halbe Stelle wurde als Struktur-Anpassungs-Maßnahme (SAM) im Planungsamt eingerichtet. Nachdem die Maßnahme im Januar 2003 verlängert wurde, läuft der Vertrag nun zum 31. Dezember aus.

Ulrike Kösters stellte im Anschluss ihre Begleitungs- und Koordinierungstätigkeit vor und zeigte am Beispiel bereits durchgeführter Projekte die Tätigkeit der einzelnen Arbeitsgruppen auf. Der "Kirchheimer Einkaufsführer" und der "Ökofahrkurs" wurden dabei für den "Arbeitskreis Nachhaltiges Leben genannt. Der Arbeitskreis Ju-K-S (Jugend Kultur Soziales)" engagierte sich für den Jugendplatz Jesingen und beteiligte sich am Jugendplanungstag und am "Zweiten Kirchheimer Kulturforum". Der "Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit", der vor 1999 aktiv war, konzentrierte sich vor allem auch auf die Planung von Veranstaltungen und führte einen Wettbewerb für das Agenda-Logo durch.

Der "Arbeitskreis Stadt(t)raum" kümmerte sich im Energiebereich vorwiegend um Nahwärmekonzept und 100 Dächer-Solar-Programm, um das Kirchheimer Holzhaus und die Schulhofgestaltung und stellte im Frühjahr 2000 dem Kirchheimer Ratsgremiun "Zehn Leitlinien zur Stadtentwicklung" vor. Im "Arbeitskreis L.A.N.D. (Agrarische Nutzung Natur-Direktvermarktung)" bildete die Streuobstwiesenpflege einen Schwerpunkt. Unterstützt wurde auch das Projektgebiet Jesinger Halde, das vom Verband Region Stuttgart ausgezeichnet wurde. Aus der Arbeitsgruppe Regionalvermarktung entstand der "Verein Schmeck die Teck", der sich die Förderung der Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln aus dem Kirchheimer Albvorland zur Aufgabe gestellt hat. Die vielfältigen Aktivitäten des Vereins wurden beim Erzeugerwettbewerb "Von Acker und Feld auf den Tisch" vom Forum Region Stuttgart mit einem Preis in der Kategorie Vermarktung ausgezeichnet.

Die aus dem "Arbeitskreis WiVA (Wirtschaft Verkehr Arbeit)" hervorgegangene "Arbeitsgruppe Verkehr" entwarf das "Konzept Bahnhof Plus" und regte die Kurzparkplätze vor der Post an. Die vielen Aktivitäten der aus dieser Arbeitsgruppe hervorgegangenen "Initiative FahrRad" sind im "Aktionsjahr FahrRad" kaum zu übersehen.

Nach der Agenda-Werkstatt 2002 entstanden die "Arbeitsgruppe Kind und Natur", "Arbeitsgruppe Altbausanierung" und "Arbeitsgruppe Kinderstadtplan". Außerdem wurde der Trägerverein des Kirchheimer Weltladens in der Dettinger Straße 50, der "Eine-Welt-Verein" gegründet, der neben dem Verkauf fair gehandelter Waren immer wieder auch Aktionen durchführt und Film-, Diskussions- und Vortragsabende veranstaltet. Die Mitgliederzahl des "Eine-Welt- Vereins" ist von 35 auf inzwischen fast 100 angestiegen.

Ihren Sachstandsbericht rundete die Agenda-Beauftragte mit Hinweisen auf kommende Projekte ab. Ein "Agenda-Forum Kinder und Familien in Kirchheim unter Teck" wird am Samstag, 13. November, in der Alleenschule veranstaltet. Außerdem sollen die Lampen in der Fußgängerzone Dettinger Straße gestrichen und die im Kirchheimer Kunstweg beschriebenen Kunstwerke restauriert werden. Auf dem Dach der neuen Raunerschule soll als Beteiligungsprojekt eine Solaranlage errichtet werden. Neben einer Veranstaltung zur Altbausanierung steht vor allem auch das Thema "Gentechnikfreies Kirchheim" auf dem Agenda-Programm.