Lokales

Zum Mittagessen in die Kantine der Esslinger Kreissparkasse

Wer weiß das schon? In der Kreissparkasse in Esslingen kann man zu Mittag essen. Natürlich vor allem die Beschäftigten der KSK, die übrigens eine der größten Sparkassen Deutschlands ist. Denn hier gibt es eine hauseigene Kantine mit einer ziemlich großen Küche. Die Klasse 8a der Ötlinger Eduard-Mörike-Schule hat sich in der Kantine umgesehen.

ESSLINGEN Wenn man die etwa 25 mal zehn Meter große Küche betritt, fühlt man sich wie ein kleines Würstchen. Doch das liegt nicht an der Größe, sondern am Küchenmeister Martin Fuchslocher, der seine Besucher auffordert, sich so zu fühlen, wenn er ihnen stolz sein Reich erklärt. Diese Vorstellung fällt nicht schwer, wenn man die riesigen Küchengeräte sieht: Die Pfanne ist so groß wie ein Fenster, in den größten Topf passen 120 Liter. Jetzt nur nicht an das Würstchen denken! Doch auch andere Geräte sind interessant: eine Maschine, die den Salat in Windeseile zerkleinert oder eine Vakuummaschine, mit der man die Lebensmittel für mehrere Tage haltbar machen kann. Auch der Kühlschrank kann sich sehen lassen, denn er ist ein kleiner Raum, der begehbar ist.

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Ein ganz besonderes Teil ist die Spülmaschine. Sie ist fünf Meter lang und ist ein eckiger Kasten. Sie wäscht mit 180 Grad und kostete 30 000 Euro. Man stellt das dreckige Geschirr auf ein Band, und nach drei Minuten erscheint das saubere Geschirr am anderen Ende. Zur Sicherheit gibt es dort einen automatischen Stopper, der die Maschine anhält, wenn der Ausräumer nicht da ist.

Doch was ist eine noch so gut ausgerüstete Küche ohne Personal? Neben dem Küchenmeister arbeiten hier noch zehn Personen, die aber nie alle gleichzeitig anwesend sind. Meistens arbeiten vier bis sechs Leute in einer Schicht. Die Arbeit in der Kantine beginnt immer um sieben Uhr und endet zwischen fünfzehn und sechzehn Uhr, wenn alles aufgeräumt und für den nächsten Tag vorbereitet ist. Bevor die Mitarbeiter in die Küche gehen, müssen sie eine weiße Kittelschürze, ein Haarnetz und Hausschuhe anziehen. Das ist nötig wegen der Hygiene. Der Chef kontrolliert seine Mitarbeiter. Alle Beschäftigten haben an ihrer Kittelschürze ein Namensschild.

Wenn jemandem etwas herunterfällt, darf er das nicht selbst aufheben, sondern der dafür extra zuständige Kollege muss dies tun. Die Beschäftigten backen und kochen täglich für dreihundert Gäste. Ihre anstrengendste Zeit ist dann, wenn die anderen Mittagspause machen: zwischen 12 und 13.30 Uhr. Dann müssen sie bis zu 300 Essen ausgeben.

Und was gibt es überhaupt zu essen? Wer ein oder zwei Essen erwartet, ist schon erstaunt, wenn er den Speiseplan sieht, der immer eine Woche im Voraus bekannt gemacht wird. Insgesamt gibt es drei unterschiedliche Hauptgerichte, die auch die Wünsche der Vegetarier berücksichtigen. Wer sich hier nicht entscheiden kann, kann sich aus den zahlreichen unterschiedlichen Beilagen, zum Beispiel Gemüse mit Kartoffelpüree oder Petersilienreis mit Erbsengemüse, ein eigenes Menü zusammenstellen. Ergänzt wird das Angebot noch durch eine Suppe, verschiedene Salate und leckere Desserts. Besonders interessant ist, dass das Essen nicht vorbestellt werden muss. Der Küchenchef kennt inzwischen die Wünsche seiner Gäste ziemlich genau.

Doch auch die größte Erfahrung kann nicht verhindern, dass Essen übrig bleibt. Was geschieht damit? Zuerst kann das Küchenpersonal das Essen billiger mitnehmen. Wenn dann immer noch etwas da sein sollte, wird es über den Hauscomputer den anderen Mitarbeitern der KSK angeboten. Danach bleibt nie etwas übrig.

Wenn man nun die eigentliche Kantine betritt, befindet man sich in einem sehr hellen Raum, dessen Glasfront auf der rechten Seite einen tollen Blick über Esslingen bietet, denn die Kantine befindet sich im Dachgeschoss. Auf der linken Seite öffnen sich die Rollläden der Theke, wo man sich das Essen holt. Am Kiosk an der Stirnseite des Raums gibt es warme und kalte Getränke und auch kleine Snacks zu kaufen. Auch die Einrichtung aus hellem Eichenholz und die Pflanzen geben eine freundliche Atmosphäre. An einem Tisch können acht bis zehn Leute sitzen. Die Kantine hat 100 Sitzplätze.

Da täglich etwa 300 Menschen hier essen, findet in der Mittagspause ein häufiger Wechsel statt. Aber auch Mitarbeiter, die das angebotene Essen nicht essen wollen, können die Kantine nutzen. Auch für ein zweites Frühstück oder eine Pause ist die Kantine geöffnet. Wie es sich für eine Sparkasse gehört, bezahlt man in der Kantine natürlich bargeldlos. Bevor man sein Essen holen kann, lässt man seine Chipkarte an einem Automaten abstempeln. Das Essen ist so gut, dass auch einige fremde Gäste regelmäßig hier essen.

"Auf meine Mitarbeiter kann ich mich verlassen", betont Martin Fuchslocher das gute Betriebsklima in seiner Kantine. Wer hier eingestellt werden will, muss einen Realschulabschluss mit guten Noten haben und in das Team passen. Der Küchenchef: "Nach drei Tagen weiß ich genau, ob jemand zu uns passt oder nicht. Ich nehme nur den Besten!"

Klasse 8a

Eduard-Mörike-Schule Ötlingen