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Zur Einführung gab es einen Taktstock

"Damit kann ich ja in Zukunft den Takt angeben", meinte Jürgen Dicke-Bonk erfreut, als er zur Amtseinführung vom Rektor der Schule für geistig Behinderte, Heinz Weigle, einen Taktstock geschenkt bekam. "Marke Karajan", präzisierte Weigle und wünschte dem neuen Rektor der Schule für Köperbehinderte im Schulzentrum Rohräcker, dass er allzeit die richtige Partitur zur Hand habe.

GESA VON LEESEN

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ESSLINGEN Mit kaltem Buffet und umrahmt von Musik der Lehrerband Traifelberger wurde Dicke-Bonk von Landrat Heinz Eininger offiziell in sein neues Amt eingesetzt.

Ganz neu waren dem 51-jährigen Sonderschulpädagogen die Gesichter im Speisesaal der Rohräckerschule nicht. Denn Dicke-Bonk trat bereits am 7. November die Nachfolge von Hanns-Kurd Bachmann an, der ein Jahr vor seinem Ruhestand ein Sabbatjahr genommen hat. Landrat Eininger wünschte Dicke-Bonk viel Erfolg und betonte die Besonderheiten des Schulzentrums mit seinen fünf verschiedenen Sonderschultypen. Durch die Zusammenarbeit von Pädagogen, Ärzten, Therapeuten und Krankengymnasten könne jedes Kind individuell betrachtet werden: "So geht man hier nicht nur auf die Person, sondern auf die Persönlichkeit ein."

Eben diese Besonderheit hatte Dicke-Bonk motiviert, sich um den Posten zu bewerben: "Gerade die Sichtweise von vielen Berufen und die Teamarbeit, machen es sehr effizient für das Kind." Der Dortmunder arbeitete nach seinem Studium als Sozialarbeiter im Strafvollzug und in der psychologischen Beratung, hatte einen Lehrauftrag an der Universität. Vor sechs Jahren wechselte er wegen seiner Lebensgefährtin nach Stuttgart. "Dort hatte ich als Berater am Staatlichen Schulamt mit verhaltensoriginellen Kindern zu tun." In den vergangenen drei Jahren war er Rektor der Stuttgarter Kreuzsteinförderschule.

Für sein neues Amt hat sich der Vater zweier erwachsener Kinder vorgenommen, die Schule zu öffnen und die Arbeit transparent zu gestalten: "Für mich ist eine freundliche und angenehme Atmosphäre wichtig." Ziel sei es, jedem Schüler und jeder Schülerin die bestmögliche schulische Förderung in allen Entwicklungsbereichen zukommen zu lassen, um ihnen zu einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen: "Dabei dürfen die Schritte ruhig klein sein, wenn das Ziel dahinter groß ist."

Das hörten Kollegen, Personalrat, Eltern- und Schülervertreter gern. Schließlich erhofften sich Schülersprecher Natalie Roloff und Ruben Hermann vom neuen Rektor "dass Sie immer ein offenes Ohr für die Schüler haben. Denn ohne uns gibt es keine Schule." Die Bereitschaft, zuzuhören scheint Dicke-Bonk bereits gezeigt zu haben. Sowohl Personalrat Hans Dörr als auch die Elternvertreter Alexandra Krieger-Taleb und Ilona Sauter lobten das offene Miteinander, das der neue Rektor in den vergangenen Wochen praktiziert habe.

Nach so vielen wohlwollenden Worten freute sich Dicke-Bonk umso mehr auf die neue Aufgabe. Als passionierter Segler nahm er sich vor, dass das Schiff Rohräckerschule "allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel hat."