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Zurechtstutzenoder abschaffen Als wir ...

Zurechtstutzenoder abschaffen

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Als wir 1980 unser Haus in Nürtingen/Hardt gebaut haben, wurde im Wohnzimmer ein holzbefeuerter "offener Kamin" mit Verbrennungsluftzuführung von außen installiert. Der Feuerraum ist außerdem durch eine Glasumrahmung von der Raumluft getrennt. In der Küche ist eine Dunstabzugshaube installiert. Es hat nie Probleme mit Rauchgasrücksaugung bei gleichzeitigem Betrieb gegeben. Der für uns zuständige Kaminfeger kennt die Situation von Anfang an. Es wurden auch keine baulichen Veränderungen vorgenommen.

Nun müssen sich im August letzten Jahres die physikalischen Gesetze verändert haben, denn wir wurden vom Kaminfeger darauf hingewiesen, dass ein gleichzeitiger Betrieb von Dunstabzugshaube und Feuerstätte eine erhebliche Gefahr darstellt und durch entsprechende Maßnahmen selbige zu beseitigen ist, beziehungsweise durch ein neutrales Gutachten nachgewiesen wird, dass durch den Luftkanal von außen genügend Verbrennungsluft nachströhmen kann. Nachdem wir uns zunächst geweigert haben, diese sinnlose Maßnahme durchführen zu lassen die Feuerstättenverordnung vom 21. Juli 1998 schreibt dies bei raumluftabhängigen Feuerstätten vor, was hier garnicht der Fall ist wurden wir vom Bauverwaltungsamt unter Androhung einer "baurechtlichen Anordnung" aufgefordert, diesen "Mangel" innerhalb einer vierwöchigen Frist zu beheben.

Was ein Vierteljahrhundert problem- und gefahrlos funktioniert hat, wird durch die Entscheidung eines durch ein Monopol (Kehrbezirk) abgesicherten Berufsstandes zur lebensbedrohlichen Situation. Es ist höchste Zeit, dass die Kompetenz der Kaminfeger zurechtgestutzt, wenn nicht komplett abgeschafft wird. Sie sind heute so notwendig wie der Heizer auf der E-Lok. Wir haben unsere Entscheidung, nach Kanada auszuwandern wo wir zum Glück keinen Schornsteinfeger brauchen noch keinen Tag bereut.

Die Kosten für Kehren und Messen sind 2005 gegenüber dem Vorjahr um gute 22 Prozent gestiegen. Solche Lohn- beziehungsweise Gehaltserhöhungen wünscht sich jeder.

Hansjörg Höger

Penticton B. C., Kanada, zurzeit

Kirchheim, Alte Plochinger Steige

Haltlose Unterstellungen

Zum Leserbrief "Umfassende und zeitnahe Informationen", im Teckboten vom 25. Februar:

Aus gutem Grund hat die Gemeinde auf Leserbriefe des Herrn Frank bisher nicht reagiert. Sein letztes diffamierendes Pamphlet zeugt aber von mehr als nur Unkenntnis und macht das Maß des Erträglichen voll. Durch die Übertragung der Finanzverwaltung auf die Stadt Weilheim im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft enstehen für die Gemeinde keine zusätzlichen Kosten. Mit dem hervorragenden Personal der Stadtkämmerei sind wir bisher bestens beraten. Die Hauptstraße wurde 2000/01 ausgebaut. Das von Herrn Frank erwähnte Dorfentwicklungsprogramm ist 1995 in dieser Form ausgelaufen. Dafür hat die Gemeinde sämtliche Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und den Förderrichtlinen Wasser/Abwasser zu 100 Prozent in Anspruch genommen. Das Gewerbegebiet wurde 1995 mit Genehmigung des Landratsamts außerhalb des Haushalts finanziert, und sollte mit den Grundstückserlösen refinanziert werden. Da die Nachfrage stagnierte, wurden mit Zustimmung des Landratsamts auch Grundstückserlöse aus dem Neubaugebiet verwendet. Die Möglichkeit zur Finanzierung außerhalb des Haushalts endet 2006, und die Restschuld muss aus allgemeinen Haushaltsmitteln aufgebracht werden. Von zusätzlichen Aufwendungen für die Finanzverwaltung, entgangenen Fördermitteln für die Hauptstraße und Vertuschungen durch Verquickung von Baugebietsabrechnungen kann also keine Rede sein. Über alle Punkte wurde öffentlich beraten und die Auswirkungen auf die Zukunft abgewogen. Über die Folgelasten des Gewerbegebiets wurde jährlich bei den Haushaltsberatungen diskutiert und in der Presse ausführlich berichtet.

Die Jahresabschlüsse werden öffentlich erläutert, im Amtsblatt bekannt gemacht, zur Einsichtnahme aus- und dem Landratsamt vorgelegt. Bisher gab es keinerlei Beanstandungen. Ich verwahre mich deshalb entschieden gegen die Unterstellung, dass eventuell noch weitere Leichen im Keller liegen. Herr Frank hätte gut daran getan, sich von einem Fachmann für kommunales Finanzwesen beraten zu lassen.

Manfred Merkle

Bürgermeister Ohmden

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.