Lokales

Zurück zur Natur zur Entstehung der Landschaft

"Wer mehr weiß, sieht mehr, schätzt mehr, schont und schützt" unter dieser Devise verknüpfen die Naturschutzvolunteers im Kreis Esslingen und das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb Naturerlebnis und Wissensvermittlung: Am Sonntag, 25. September, erklären Fachleute die Landschaft an fünf ausgewählten Plätzen der Schopflocher Alb.

ANDREAS VOLZ

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LENNINGEN "Naturstationen" heißt das Angebot, bei dem am Sonntag fünf ausgewiesene Experten zu fünf verschiedenen Uhrzeiten an fünf besonders markanten Punkten rund um Schopfloch und Ochsenwang auf möglichst viele interessierte Naturliebhaber warten, um sie mitzunehmen auf einen Weg, der zurück zur Natur führt genauer gesagt: zurück zur Entstehungsgeschichte der Landschaft. "Uns kommt es darauf an, Menschen für die Landschaft, die Natur und den Naturschutz zu interessieren", sagt Roland Krämer, einer der "Naturstationen"-Fachleute, im Vorfeld der Veranstaltung und verweist auf einen Ausspruch seines "Kollegen" Jürgen Mauch: "Was schön ist, wird noch schöner, wenn man es versteht."

In einer guten halben Stunde wollen die fünf Experten an ihren jeweiligen Stationen erklären, wie es dazu gekommen ist, dass die Landschaft so aussieht, wie sie sich momentan dem Auge der Betrachter darbietet. "Momentan" das bezieht sich auf die augenblicklichen Verhältnisse der rückschreitenden Erosion, gemessen in geologischen Zeiträumen. So schildert Roland Krämer die Zukunft des gegenwärtigen Albtraufs wie folgt: "In absehbarer geologischer Zeit wird es das Randecker Maar nicht mehr geben, es wird gerade vom Zipfelbach ausgeräumt." Das Maar sieht dann einmal so aus wie derzeit die Limburg. Die Limburg wiederum wird so flach wie der Egelsberg, und den Egelsberg gibt es gar nicht mehr als nennenswerte Erhöhung.

In etwas mehr als 30 Millionen Jahren, überschlägt Krämer rechnerisch, wird die gesamte Schwäbische Alb verschwunden sein. Das Gestein liegt dann größtenteils in der Nordsee von Bächen und Flüssen abtransportiert. Der Durchschnittswert der Rückzugsbewegung liege bei 1,5 Millimetern pro Jahr. Das lässt sich aus den 25 Kilometern errechnen, die der Albtrauf vor 17 Millionen Jahren, zur Zeit des Schwäbischen Vulkans, dem heutigen Albtrauf nachweislich noch vorgelagert war. Roland Krämer betont aber, dass sich die Alb nicht kontinuierlich jedes Jahr um 1,5 Millimeter zurückzieht: "Da bricht bei einem Bergsturz auf einmal der halbe Berg weg. Dann tut sich wieder ein paar tausend Jahre gar nichts mehr." Als Beispiel nennt er die Höllöcher, deren Felsen bei einem kräftigen Regen jederzeit abbrechen könnten. Die Mergelschichten darunter würden dann einfach nachgeben: "Das ist, wie wenn man einem den Stuhl wegzieht."

Ähnlich anschauliche Erklärungen gibt Roland Krämer, der frühere Schulleiter des Schlossgymnasiums, am Sonntag am Randecker Maar ab. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz. Die Autoren des Buchs "Der Schwäbische Vulkan" , Wolfgang Roser und Jürgen Mauch, warten am Wanderparkplatz Breitenstein beziehungsweise am Otto-Hoffmeister-Haus auf ihre Zuhörer. Vom Wanderparkplatz Mönchberg aus verdeutlicht Eleonore Meyer "das Werden der Kulturlandschaft", während Wolfgang Wohnhas durch das Naturschutzzentrum und den angrenzenden Steinbruch führt.

An allen "Naturstationen" beginnen die kostenlosen Erläuterungen jeweils um 10, 11, 14, 15 sowie um 16 Uhr. Interessierte können sich einzelne Stationen gezielt herauspicken, zwischen den Stationen wandern, radeln oder auch per Pkw pendeln. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Führungen und Standorten gibt es im Internet unter www.teckberg.de oder telefonisch unter der Nummer 0 70 26/95 01 20 selbst am "Naturstationen"-Sonntag.