Lokales

Zusätzliche Arbeitsplätze

Gemeinsam für mehr Ausbildungsplätze und Qualität in der Ausbildung diese beiden Ziele vereinen die Interessen der Veranstalter, auf deren Initiative der Workshop "Verbundausbildung" im Hause der Kirchheimer Spedition Mosolf stattfand.

KIRCHHEIM Bei einer Verbundausbildung bilden zwei Unternehmen einen Auszubildenden gemeinsam aus. Der Bund der Selbständigen Kirchheim (BDS), die Agentur für Arbeit, Inbus Nürtingen sowie das Projekt "Ausbildungsoffensive Esslingen" beim Beruflichen Ausbildungszentrum (BAZ) Esslingen setzen sich für die Ausweitung solcher alternativer Ausbildungsformen ein.

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Entscheidend für den Erfolg des Projektes sind interessierte und offene Unternehmen, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Zwei dieser Unternehmen stellten an diesem Abend ihre Erfahrungen mit einer Verbundausbildungsstelle vor: Die Spedition Mosolf und das Steuerbüro Köster teilen sich seit September 2006 eine Auszubildende. Tanja Huber, 17-jährige Realschulabsolventin, pendelt im Abstand von drei Monaten zwischen dem international tätigen Großunternehmen und der kleinen Steuerkanzlei und erlernt so den Beruf der Bürokauffrau. Für beide Unternehmen stellt diese halbe Stelle einen zusätzlichen Arbeitsplatz dar. "Ein wichtiger Punkt", hebt BDS-Vorstand Ewald Metzger hervor, "der für uns das ursprüngliche Ziel bei der Förderung der Verbundausbildung war."

Während der lebhaften Präsentation durch die Auszubildende wurde jedoch ein anderer Effekt deutlich: Die abwechslungsreiche Alternative einer dualen Berufsausbildung stellt einige Ansprüche an den Auszubildenden, der geistig flexibel und motiviert sein sollte. Für die beteiligten Unternehmen dagegen fallen keine zusätzlichen Verwaltungsaufgaben an. Silke Berger, Ausbildungsleiterin bei Mosolf, hebt hervor: "Wichtig ist, dass die Chemie zwischen beiden Unternehmen und den handelnden Personen stimmt, alles andere ergibt sich von selbst." Die Vorteile liegen demnach bei den Unternehmen und den Auszubildenden.

Bei der anschließenden Vorstellungsrunde bekundeten dann auch einige Unternehmensvertreter ihr großes Interesse an einer Verbundausbildung. Vom Pflegedienst über eine Wohnbaugesellschaft bis hin zum High-Tech-Unternehmen reicht die Liste der Unternehmen, die sich bereit erklären, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen.

"Das Modell der Verbundausbildung löst nicht alle Probleme auf dem Ausbildungsmarkt und ist eines von vielen innovativen Modellen. Aber es stellt eine interessante Alternative vor allem für kleine Betriebe dar, die sonst nicht ausbilden würden", betont Volker Seitz, Teamleiter Ausbildung bei der Agentur für Arbeit.

Bereits seit drei Jahren engagiert sich der Bund der Selbständigen Kirchheim (BDS) mit dem Modell der Verbundausbildung, zusätzliche Ausbildungsplätze zu finden. Vor einem Jahr wurde das Projekt gemeinsam mit Inbus Nürtingen und der Agentur für Arbeit ausgedehnt. Als neuer Partner wird ab diesem Jahr das am Beruflichen Ausbildungszentrum (BAZ) Esslingen verortete Jobstarter-Projekt "Ausbildungsoffensive Esslingen" in die Beratung von interessierten Firmen mit einsteigen. Das Projekt "Ausbildungsoffensive Esslingen" wird finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Europäischen Union und verfolgt das Ziel, Betriebe bei der Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze zu unterstützen.

pm

INFOWeitere Informationen finden Interessenten im Internet unter www.bds-kirchheim-teck.de oder unter www.baz-esslingen.com.