Lokales

"Zwangsurlaub" für etwa 40 Mitarbeiter

KIRCHHEIM Wie die IG Metall gestern mitteilte, wurden zum Jahresbeginn Mitarbeiter des Kirchheimer Autositzherstellers Recaro, die den neuen Arbeitsvertrag (der Teckbote berichtete) nicht unterschrieben haben, "gegen ihren Willen bis Ende Januar in Zwangsurlaub geschickt". Es handele sich um etwa 40 Beschäftigte. Die Betroffenen seien von ihren Vorgesetzten aufgefordert worden, nach Hause zu gehen. Sie sollten einen Urlaubs- oder Gleitzeitantrag ausfüllen, was die Beschäftigten jedoch ablehnten. Begründet wurde der "Zwangsurlaub" mit schwankender Auftragslage. Laut Gewerkschaft sei jedoch die "Auftragslage insgesamt nicht schlecht".

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Wie die IG-Metall weiter informiert, kann nach dem Betriebsverfassungsgesetz und nach Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts eine Firma Mitarbeiter nicht willkürlich in Urlaub schicken. Bei der Lage des Urlaubs seien die Interessen des Mitarbeiters besonders zu berücksichtigen und wenn es betriebliche Gründe für Betriebsurlaub oder Betriebsschließungstag gebe so müsse dies mit dem Betriebsrat vereinbart werden. "Es ist dreist, wie sich hier eine Geschäftsleitung ganz bewusst über Gesetze hinweg setzt", sagte Jürgen Groß-Bounin von der IG Metall Esslingen. Die IG Metall habe bereits Strafanzeige wegen Nötigung und Rechtsbeugung gegen den Geschäftsführer gestellt und werde auch den aktuellen Vorgang an die Kripo weiterleiten. Für ihre Mitglieder will die IG Metall die erzwungenen Urlaubstage und Gleitzeitstunden geltend machen.

Die Geschäftsleitung war gestern aus Urlaubsgründen nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

tb