Lokales

Zwei Rechnungen zum Salzsilo aufgemacht

Den Nutzen getrennter Wege beim Streusalz beurteilen die Rathauschefs aus Holzmaden und Ohmden unterschiedlich

Die jahrelange Kooperation bei der Streusalzbeschaffung und -lagerung zwischen Holzmaden und Ohmden ist passé. Darüber herrscht in Holzmaden nach wie vor Unverständnis. Aus Ohmden sind unterdessen Erklärungen zu hören.

Der nächste Winterdienst kommt bestimmt. Jahrelang haben Holzmaden und Ohmden gemeinsam ein Salzsilo betrieben. Künftig gehen di
Der nächste Winterdienst kommt bestimmt. Jahrelang haben Holzmaden und Ohmden gemeinsam ein Salzsilo betrieben. Künftig gehen die Gemeinden zumindest in punkto Streusalz getrennte Wege.Archivfoto: Jean-Luc Jacques

Holzmaden/Ohmden. „Ich kann nicht nachvollziehen, warum Ohmden sich so entschieden hat“, kommentiert Holzmadens Bürgermeis­ter Jürgen Riehle die Tatsache, dass die benachbarte Gemeinde künftig ein Salzsilo gemeinsam mit Zell unter Aichelberg statt mit Holzmaden betreiben wird. Offiziell war diese Entwicklung im Juli bekannt gegeben worden (der Teckbote berichtete). „Die Zusammenarbeit hat immer gut funktioniert“, betont Jürgen Riehle. Welche Vorteile die Orientierung nach Zell für die Gemeinde Ohmden mit sich bringe, sei für ihn nicht ersichtlich.

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Für Ohmdens Bürgermeister Martin Funk dagegen liegen die Vorteile auf der Hand: „Für uns war der finanzielle Aspekt der wichtigste“, sagt Funk. „Wir haben uns für die aus unserer Sicht kostengünstigste Lösung entschieden.“ Sowohl Holzmaden als auch Ohmden hatten in ihre Haushaltspläne 2011 jeweils einen Betrag von 15 000 Euro für ein neues Salzsilo eingestellt – nach Ansicht Jürgen Riehles ein ausreichender Betrag: Eine Winterdienst-Firma hatte auf Anfrage hin einen Komplettpreis von rund 24 000 Euro für ein Silo mit 40 Kubikmetern genannt.

„Die 15 000 Euro im Haushalt hätten nie gereicht“, ist sich dagegen Martin Funk sicher. Mittlerweile hat die Gemeinde Ohmden zusammen mit Zell unter Aichelberg ein Silo angeschafft, das inklusive des bereits fertiggestellten Fundaments 41 000 Euro kostet. Für Ohmden fallen damit 20 500 Euro an. „Wenn wir noch die gut 4 000 Euro von Holzmaden für das alte Silo bekommen, liegen wir bei etwas über 16 000 Euro“, rechnet Martin Funk vor. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass sich auch die Gemeinde Aichelberg an dem Silo beteilige. Dann wären die Kosten noch geringer gewesen. Allerdings sei Aichelberg aus der Dreier-Lösung ausgestiegen. Zustande gekommen war der Kontakt Ohmdens zu Zell im Landkreis Göppingen über ein Ohmdener Gemeinderatsmitglied, das beim Zeller Bauhof arbeitet.

Dass der weitere Weg nach Zell ein Problem sein könnte, glaubt Martin Funk nicht. „Der Buckel nach Holzmaden ist im Winter auch nicht ohne“, sagt er und betont, dass der Bauhof in die Gespräche involviert gewesen sei und zugestimmt habe. In Zell sei außerdem die Zufahrt zum Silo ausgebaut, während die Bauhofmitarbeiter am Holzmadener Standort beim Schützenhaus über eine Wiese fahren müssten.

Funk wehrt sich zudem gegen den Eindruck, Ohmden habe im Alleingang gehandelt und Holzmaden nicht rechtzeitig mitgenommen. „Es hat im März ein Gespräch mit den Bürgermeistern aller drei Kommunen gegeben“, so Funk. Das bestätigt Jürgen Riehle. Dabei sei die Option angesprochen worden, dass Ohmden eine Kooperation mit Zell in Erwägung ziehe. Diese Entwicklung kam für den Holzmadener Schultes damals nach zehn Jahren guter Zusammenarbeit überraschend – zumal Jürgen Riehle und Ohmdens ehemaliger Bürgermeister Manfred Merkle erst im Frühjahr 2010 besprochen hatten, gemeinsam ein zweites Salzsilo anzuschaffen. Es hatte sich über die Jahre gezeigt, dass die Kapazität des einen Silos nicht für beide Gemeinden reicht. Die endgültige Auskunft, dass Ohmden nun mit Zell kooperiere, bekam der Holzmadener Schultes – nach mehrmaliger Nachfrage – Anfang Juli.

Problematisieren möchte Jürgen Riehle die Neuorientierung Ohmdens bei der Streusalzbeschaffung und -lagerung nicht. Holzmaden wird voraussichtlich eine noch nicht endgültig festgelegte Summe an Ohmden zahlen, um den Gemeinschaftsbehälter zu übernehmen und künftig alleine zu betreiben. Die Kapazität des Silos reicht für die Gemeinde aus. Allerdings ist nicht klar, wie lange der zehn Jahre alte Behälter noch hält.

Auch befürchtet der Schultes nicht, dass die Nachbargemeinde sich unter ihrem neuen Bürgermeister Martin Funk in weiteren Bereichen von Holzmaden abwenden könnte. „Ich erkenne da keine grundsätzlichen Signale“, so Riehle.