Lokales

Zwischen Tradition und Moderne

KIRCHHEIM Am morgigen Freitag und am Samstag, 4. März, gastiert "Gypsy Affair" gemeinsam mit "Bobby & Lancy Falte" jeweils ab 20 Uhr im Jazzclub "Chez Papa" im Alten Haus in der Dettinger Straße in Kirchheim.

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Bobby Falta lebt seit 1945 in Memmingen und war 1967 der Mitbegründer des legendären "Schnuckenack Reinhardt Quintetts", dem er acht Jahre lang angehörte. Bereits damals fiel er durch seinen eigenständigen kreativen Stil auf. Es folgte eine längere Zusammenarbeit mit Ponny Pointdexter, Frank St. Peter, Wolfgang Lackerschmid, Wolfgang Lauer, Ingo Hirt und anderen.

Wenn man Bobby Falta spielen hört, fühlt man sich an große Namen, wie George Benson oder Wes Montgomery erinnert. Trotzdem ist sein Spiel nie stures, an Vorbildern hängendes Plagiat. Vielmehr entwickelt er mit seiner eigenen, ganz und gar nicht schulmäßigen, aber um so effektiveren Gitarrentechnik einen breiten und weichen Sound.

Das Gitarrenduo Bobby und Lancy Falta bildet den Kern von "Gypsy Affair" und bringt von der Sinti-Herkunft her einen breiten Fundus musikalischer Tradition der Musik deutscher Zigeuner in ihr künstlerisches Schaffen mit ein.

Was sie aber ganz besonders auszeichnet, ist die aktive Teilhabe und Fortentwicklung des zeitgenössischen Gitarren-Jazz, den sie mit hoher Virtuosität und Intensität betreiben. Verkitschte Zigeunerromantik oder stures Rezitieren von Jazz-Standards ist ihre Sache nicht. Mit ihrem mal meditativ anmutenden, mal mitreißend lebendigen Spiel haben sie ihren eigenen unverwechselbaren Weg gefunden, der ihre ethnischen Wurzeln mit modernen Strömungen des Jazz verbindet. Das "missing link" zwischen Tradition und Moderne wird überbrückt durch den Schlagzeuger Peter Gruber und den erdigen und zugleich überaus beweglichen Kontrabass von Johannes Schaedlich und bildet das pulsierende rhythmische Fundament von "Gypsy Affair".

Lancy Falta, geboren 1965 inMemmingen, wurde das musikalische Talent quasi in die Wiege gelegt. Mit zehn Jahren erlernte er das Gitarrenspiel von seinem Vater. Sein hohes spielerisches Niveau und seine ausgefeilte Technik wurden auch von Musikern wie Joe Pass, Chaka Khan, Koono, Kosta Lukasz, Wolfgang Lackerschmid, Alex Acuna, Carlos Benavente, Joe Zawinul, Kitty Winter und anderen geschätzt, mit denen er schon zusammenarbeitete.

Johannes Schaedlich studierte in Hamburg und Karlsruhe Kontrabass und ist heute einer der gefragtesten Bassisten im Rhein-Main-Neckar-Raum. Der Ulmer Schlagzeuger Peter Gruber begann seine Laufbahn 1960 im Quintett des amerikanischen Pianisten Freddie Hendricks in US-Clubs. Rundfunk- und Fernsehaufnahmen bei WDR, ZDF und dem TV Portugal folgten. 1985 gründete er gemeinsam mit dem Stuttgarter Pianisten Harald Schwer das bis heute bestehende "Acoustic Trio" das mit wechselnden Gast-Bassisten auftritt wie etwa Günter Lenz, Jimmy Woode, Lindy "Lady Bass" Huppertsberg, Frantisek Uhlir, Milan Pilar, Branko Pejakovic, Vinzenz Kummer, Davide Petrocca.

pg