Sonderthema BetriebsFerien
Durch die BetriebsFerien zum Traumjob

Bereits zum 20. Mal gibt es im Landkreis Esslingen in diesem Sommer die „BetriebsFerien“. Diese Möglichkeit zum Schnupperpraktikum in den großen Ferien hat die Wirtschaftsförderung des Landkreises zusammen mit verschiedenen Unterstützern entwickelt. Ein erfolgreiches Konzept, wie etliche Beispiele aus den vergangenen Jahren zeigen. Foto: Jan Woitas/dpa

pm. Seit 20 Jahren gibt es das Projekt „BetriebsFerien“ bereits. Immer wieder hat es zwischen den Betrieben und den jungen Menschen seither gefunkt.

In den Sommerferien in Betriebe hineinschnuppern und dabei seinen Traum­beruf entdecken – das ermöglicht die Aktion Betriebsferien. Vier junge Menschen aus dem Landkreis erzählen von ihren Erfahrungen.

Andreea Groza, ­Elektronikerin für Geräte und ­Systeme, ­Euchner GmbH + Co KG in Leinfelden-Echterdingen:
Im Sommer 2018 hat mir jemand ein kleines Heftchen in die Hand gedrückt, auf dem „BetriebsFerien“ stand. Die Aktion fand ich spannend und ich hab mich direkt bei der Firma Euchner angemeldet, weil ich das Angebot am spannendsten fand. Ich hab damals Einblick in die Produktion bekommen und konnte sehen, wie industrielle Sicherheitstechnik gefertigt wird. Das hat mich so beeindruckt, dass ich mich dort für eine Ausbildung zur Elektronikerin für Geräte und Systeme beworben habe. Die Ausbildung dauerte 3,5 Jahre. Ich hatte tolle Ausbilder, die mich sehr unterstützt haben. Heute bin ich Teil des Teams in der Abteilung ­Safety Services. Wir beschäftigen uns unter anderem mit der Entwicklung und Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien, Schulungen für Mitarbeiter und Kunden, Risikobewertungen und CE-Kennzeichnungen. Seit zwei Jahren bin ich zusätzlich in der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei ­Euchner aktiv.

Lisa-Marie Frost, ausgebildete Friseurin bei Staib ­Friseure in Reichenbach:
Ein Lehrer machte mich auf das Programm der BetriebsFerien aufmerksam, bei dem auch Staib Friseure mitmacht: „Wär das nicht was für dich? Du willst doch Friseurin werden!“ Im Sommer 2017 habe ich das Betriebspraktikum bei Staib gemacht. In den zwei Stunden habe ich den Salon kennengelernt, wie alles abläuft und konnte auch am Puppenkopf arbeiten.

Das war zwar nur ein kurzes Reinschnuppern, aber echt perfekt, um zu schauen, ob der Friseurberuf etwas für mich ist. Nach einem einwöchigen Praktikum im Herbst war mir dann klar: „Ich möchte den Friseurberuf erlernen und am liebsten hier im Salon. Insgesamt habe ich nur eine Bewerbung geschrieben und am 1. September 2018 meine Ausbildung bei Staib Friseure begonnen.

Seit August 2021 bin ich ausgelernt und arbeite hier mittlerweile als Friseurin. Seit zwei Jahren leite ich in unserem Salon außerdem die BetriebsFerien. Das freut mich besonders, weil ich das alles ja selbst erlebt habe.

Max Reyher, 22, Köngen, Baustellenleiter Garten­gestaltung bei Bühler Baum & Garten in Nürtingen:
Als Kind bin ich schon an allen Baustellen stehen geblieben. Das fand ich spannender als den Kindergarten. Ich wollte immer raus in die Natur. 2016 habe ich bei den „Betriebs­Ferien“ mitgemacht. Nach dem Schnuppertag habe ich ein Praktikum von einer Woche absolviert. Die Kollegen haben sich Zeit genommen, waren geduldig und haben mir alles erklärt. Zwei Jahre später habe ich meine Ausbildung begonnen, im Anschluss bin ich übernommen worden.

Am Beruf schätze ich die abwechslungsreiche Arbeit: Wir haben jeden Tag mit unterschiedlichen Baustoffen zu tun. Es ist ein grüner Beruf, bei dem wir schöne Gärten gestalten können, und ich kann mit einem Topteam draußen arbeiten.

Jan Gneiting, 24, Linsenhofen, Vorarbeiter in der Baum­pflege bei Bühler Baum & Garten in Nürtingen:
Ich habe den Flyer über die BetriebsFerien in der 8. Klasse bekommen. Damals habe ich mir zwei verschiedene Berufe angeschaut. In einer Halle zu arbeiten, kam für mich nicht infrage.

Der Praxistag bei Bühler Baum & Garten war cool. Ich durfte Radlader fahren, pflastern und sogar einen Baum pflanzen. Das war eine interessante Mischung. Danach habe ich weitere Praktika bei der Firma Bühler gemacht, bevor ich 2017 die Ausbildung zum Landschaftsgärtner begonnen habe. Das Schöne an meinem Beruf ist das Arbeiten mit Pflanzen und das Draußensein zu jeder Jahreszeit. Dadurch erlebt man die Natur ganz direkt. Mir macht speziell die Baum­pflege Freude.