Fussball Bezirksliga

An der B 465 werden Weichen gestellt

Fußball Die SF Dettingen kämpfen am Sonntag im Heimspiel gegen Lokalrivale TV Neidlingen um die womöglich letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Von Max Carlo Pradler

Ein Bild, das man in Dettingen gerne öfter sehen würde: Die SFD bejubeln einen Treffer, hier beim Sieg über Kuchen vor zwei Woch
Ein Bild, das man in Dettingen gerne öfter sehen würde: Die SFD bejubeln einen Treffer, hier beim Sieg über Kuchen vor zwei Wochen - ob‘s am Sonntag gegen Neidlingen wieder klappt? Foto: Markus Brändli

Im Sportjargon ist oft davon die Rede, dass die Vorzeichen „eher schlecht stehen“. So will man alle vorsichtig darauf vorbereiten, sich lieber keine allzu großen Hoffnungen auf einen Erfolg zu machen - für die SF Dettingen in der Fußball-Bezirksliga Alltag. Obwohl noch zwölf Partien zu absolvieren sind. Doch zehn Punkte Rückstand aufs rettende Ufer sagen vor allem eines: Dass die Vorzeichen auf den Klassenerhalt eben eher schlecht stehen.

In Dettingen ist man sich dieser Ausgangslage durchaus bewusst. „Wir werden weiterhin alles geben, aber wir sind auch nicht verblendet und planen deshalb zweigleisig“, sagt Verteidiger Max Beller. Der 25-Jährige ist sich sicher, dass ein Abstieg kein Beinbruch für den Verein wäre. „Der Kern der Mannschaft ist seit Jahren gleich. Alles ist intakt, daher würde das Team sicher nicht zerfallen.“ Nichtsdestotrotz sei es für kleinere Vereine wie die SFD immer schwieriger, sich im Bezirksoberhaus langfristig zu etablieren. „Weil inzwischen selbst in dieser Liga enorm viel Geld fließt. Wenn man aber hinter der eigenen Philosophie steht und das nicht mitmacht, muss man die Schwankungen mit Auf- und Abstiegen hinnehmen“, ist Beller überzeugt.

Am Sonntag empfangen die Dettinger den TV Neidlingen zum Derby an der B 465. Ein Sieg ist dabei Pflicht, um die theoretischen Chancen auf den Klassenverbleib aufrechtzuerhalten. Zumal anschließend mit Köngen und Göppingen zwei Hochkaräter auf die SFD zukommen. „Das Derby kitzelt noch mehr Motivation aus uns heraus. Vielleicht kommt das Spiel genau zum richtigen Zeitpunkt, damit wir den Schalter für den Endspurt umlegen können“, hofft Max Beller.

TVN-Keeper warnt

Aufseiten der Neidlinger sieht die Situation deutlich entspannter aus, auch wenn das Team unter der Woche noch von der 2:5-Heimpleite gegen Neuhausen gebeutelt war. Zwar ist der Vorsprung auf die Abstiegszone leicht geschmolzen, trotzdem ist das Team um Spielertrainer Patrick Kölle auf Platz neun weiter bester Teck-Verein.

In Dettingen bietet sich dem TVN die Chance, den Lokalkonkurrenten ein weiteres Stück in Richtung Kreisliga A zu drängen. Dieser Aspekt spielt für Neidlingens Torhüter Chris Gneiting allerdings keine Rolle: „Uns ist völlig egal, in welcher Liga Dettingen nächstes Jahr spielt. Wir müssen erst einmal nach uns selbst schauen und noch einige Zähler holen.“ Die kommenden Spiele werden ausschlaggebend sein: Nach Dettingen geht es für den TVN gegen die direkten Konkurrenten aus Rechberghausen und Neckartailfingen sowie gegen den kriselnden TSV RSK Esslingen. Mit einer ordentlichen Punkteausbeute aus diesen Partien könnten die Neidlinger den Klassenerhalt bereits vorzeitig fix machen. „Der erste Schritt muss in Dettingen gemacht werden, und das wird auf dem Kunstrasen dort schwer genug. Wir werden die SFD nicht unterschätzen“, warnt Gneiting, dessen Einsatz aufgrund einer Handverletzung noch fraglich ist.

Die Berghalbinsel brennt wieder

Ordentlich Selbstvertrauen getankt hat am vergangenen Sonntag die SGEH: Das Team von Trainer Dieter Hiller drehte bei der heimstarken SGM T/T Göppingen einen Rückstand und gewann in allerletzter Sekunde mit 2:1. Dadurch distanzierten sich die Älbler von den Abstiegsrängen und festigten zumindest vorerst den Relegationsplatz.

Nochmals besser aussehen könnte das Ganze allerdings mit einem weiteren Sieg im „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen Tabellennachbar TSV Denkendorf. In dem Fall würde der Vorsprung auf die Abstiegsränge auf sieben Zähler wachsen. „Das ist eine riesige Chance für uns, wieder im unteren Mittelfeld Fuß zu fassen. Wir müssen den Rückenwind jetzt mitnehmen, sonst ist der Sieg in Göppingen nichts mehr wert“, fordert SGEH-Spielmacher Ingo Schäfer.

Dass der Auswärtserfolg Balsam für die Seele war, zeigte sich unter der Woche im Training. „Alle waren unglaublich aggressiv in den Einheiten - aber positiv gemeint. Man merkt richtig, wie im Team plötzlich wieder ein Feuer entfacht ist“, so der 33-Jährige, der zuletzt krankheitsbedingt ausgefallen war, jetzt aber wieder fit ist.

VfL peilt Überraschung an

3:3 und 4:4 - der VfL Kirchheim scheint sich bisher im neuen Jahr auf torreiche Unentschieden zu spezialisieren. Dass bei vier erzielten Treffern ein Punkt allerdings deutlich zu wenig ist, darin waren sich alle VfL-Verantwortlichen in Denkendorf jüngst einig. Am Sonntag kommt Tabellenführer Frickenhausen an die Jesinger Allee. Trotz ihrer klaren Außenseiterrolle streben die Gastgeber eine Überraschung an. Wenn diese gelingen sollte, muss allerdings die anfällige Defensive stabiler werden. Bei den Personalplanungen für die neue Saison gibt es derweil nichts Neues zu vermelden. „Die Gespräche mit dem Trainer und den Spielern laufen derzeit“, äußert sich VfL-Abteilungsleiter Oliver Klingler.

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