Fussball Bezirksliga

Drei marschieren - einer schwächelt

Fußball-Bezirksliga Während die Weilheimer kriseln, haben der VfL, die SGEH und der TVN ihre Form wiedergefunden.

Stets einen Schritt hinterher: Die Weilheimer (rot) unterliegen dem TV Nellingen im Zehn-Tore-Festival mit 4:6. Foto: Christian
Stets einen Schritt hinterher: Die Weilheimer (rot) unterliegen dem TV Nellingen im Zehn-Tore-Festival mit 4:6. Foto: Christian Schlienz

Kirchheim. Der TSV Weilheim bleibt das Sorgenkind unter den Fußball-Bezirksligisten im Dunstkreis der Teck. Während sowohl die SGEH (3:1 gegen den TSV Deizisau) als auch der VfL Kirchheim (1:0 beim TSV Neckartailfingen) und der TV Neidlingen (4:2 beim FV Faurndau) einen erfolgreichen Sonntag vermelden konnten, ziehen unterhalb der Limburg zusehends dunklere Wolken auf.

Gestern erwischte die Truppe von Coach Benjamin Geiger eine ganz schwache erste Stunde, in der vor allem bei Standards schlecht verteidigt wurde. „Das ist aktuell unser größter Schwachpunkt“, bestätigte auch TSVW-Fußballboss Paul Schrievers. Tatsächlich fehlte dem Landesliga-Absteiger über weite Strecken des Spiels die nötige Kompaktheit. Zudem verzettelten sich die Akteure zu oft in Einzelaktionen und vernachlässigten die Teamarbeit. Erst nach knapp 70 Minuten besannen sich die Weilheimer auf ihre durchaus vorhandenen Stärken. Allerdings stand es zu diesem Zeitpunkt bereits 1:6 aus Sicht der Limburgstädter und es reichte lediglich zur Schadensbegrenzung zum 4:6-Endstand. Die Trainerfrage jedenfalls stellt sich in Weilheim noch nicht, wie Paul Schrievers bestätigte: „Wir schauen ob insgesamt die Richtung stimmt und greifen erst ein, wenn dies nicht mehr der Fall sein sollte.“

TVN freut sich schon aufs Derby

Während im Lindachstadion noch Wunden lecken angesagt war, herrschte im oberen Lindachtal schon wieder eitler Sonnenschein. 4:2 gewann der TV Neidlingen beim FV Faurndau - und das nach einem 0:2-Rückstand. „Wir hatten in der ersten Halbzeit haarsträubende Fehler in der Abwehr“, bemängelte der kickende Abteilungsleiter Steffen Kuch. Nach dem Seitenwechsel rissen sich die TVN-Kicker dann aber am Riemen und hatten Vorteile in der Chancenverwertung. Das Neidlinger 3:2 durch Luca Friess (89.) war, so Steffen Kuch, der Knackpunkt bei den Platzherren, die danach komplett „aufmachten“ und fast folgerichtig den Konter durch TVN-Spielertrainer Patrick Kölle zum 2:4-Endstand kassierten.

Nach dem Sieg ist vor dem Derby. Am kommenden Donnerstag (Tag der deutschen Einheit) erwarten die Neidlinger um 17 Uhr den Lokalrivalen TSV Weilheim. „Der Coach hat uns im Training schon heiß auf das Derby gemacht“, verriet Steffen Kuch.

SGEH genießt die Alb-Sonne

„Wir genießen die Sonne, so lange das Wetter hier oben noch so gut ist“, freute sich SGEH-Sprecher Florian Lenuzza nach dem Spiel über den Sieg gegen Aufstiegsfavorit TSV Deizisau. 3:1 hieß es am Ende aus Sicht der Älbler. Ein Sieg, der laut Lenuzza verdient, aber vielleicht um ein Tor zu hoch ausgefallen sei. Tatsächlich machten die Gäste vom Neckarstrand erst ab der 70. Minute Alarm - zu spät, um von der Berghalbinsel noch Zählbares mitzunehmen. „Wir waren heute länger besser - und haben deshalb verdient gewonnen“, resümierte der zufriedene SGEH-Sprecher und Torschütze.

VfL siegt trotz Schockmoment

Das Ergebnis stimmt, die Chancenverwertung (noch) nicht. Beim 1:0-Sieg des VfL Kirchheim beim TSV Neckartailfingen hatte VfL-Coach Michel Forzano eine Systemumstellung vorgenommen. Aus 4-4-2 mach 4-5-1. Es war eine Änderung, die mehr Platz für Offensivkraft Samuel Bosler schaffen sollte. Tat sie auch: Der Torjäger versenkte die Kugel in der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte mit einem satten Fernschuss zum entscheidenden 1:0.

Zu diesem Zeitpunkt waren zwei Neckartailfinger Akteure schon nicht mehr dabei. Innerhalb von acht Minuten musste zunächst Samuel Schöner, kurz darauf auch Maurice Grötzinger verletzungsbedingt das Spielfeld verlassen. Während bei Letzterem „nur“ eine schwere Leistenzerrung diagnostiziert wurde, erwischte es Samuel Schöner schlimmer. Beim Zusammenprall mit VfL-Abwehrchef Nick Strohmaier erlitt der Neckartailfinger eine Lungenquetschung, bekam keine Luft und hatte seine Zunge verschluckt. Das beherzte Eingreifen der Kameraden und Betreuer verhinderte Schlimmeres. Mittlerweile geht es Schöner, so TSVN-Pressesprecher Dieter Hiemer, wieder den Umständen entsprechend gut.

In der zweiten Halbzeit gelang es dem VfL dann trotz eines deutlichen Plus an Torchancen nicht mehr, das Ergebnis auszubauen, obwohl Dominik Cseri und Sascha Flegel gute Einschussmöglichkeiten auf dem Fuß hatten. „Die Mannschaft belohnt sich derzeit nicht ausreichend“, haderte VfL-Abteilungsleiter Marc Butenuth. Die Augen sind nun auf Donnerstag gerichtet. Dann kreuzt Tabellenführer 1. FC Eislingen an der Jesinger Allee auf. Der hat genau so wenig Gegentore kassiert, wie der VfL - aber dafür fast dreimal mehr erzielt als die Blauen. „Da müssen wir dann noch eine Schippe drauflegen, wenn wir was holen wollen“, weiß der Kirchheimer Fußballboss. Helge Waider

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