Fussball

Das Losverfahren sorgt für Diskussionen

Fußball Funktionär Dieter Hiemer kritisiert den Auslosungsmodus im Bezirkspokal.

Der Griff in den Lostopf - im aktuellen Verfahren des Fußballbezirkspokals wohl keine Alternative. Archivfoto: Markus Brändli
Der Griff in den Lostopf - im aktuellen Verfahren des Fußballbezirkspokals wohl keine Alternative. Archivfoto: Markus Brändli

Neckartailfingen. Dieter Hiemer gehört in der lokalen Fußballszene zu jenen Zeitgenossen, die in der Regel kein Blatt vor den Mund nehmen. Zum Start der neuen Saison tut der Multifunktionär des TSV Neckartailfingen nun seinen Unmut zum derzeitigen Auslosungsverfahren des Bezirkspokals kund. Konkret geht es ihm um die Tatsache, dass Qualifikation plus erste Runde nicht mehr nach lokalen Gesichtspunkten ausgelost wurden. „Ich kann es nicht nachvollziehen, dass eine lokale Zuordnung der Teams in Gruppen beim Verbandspokal möglich ist, aber in unserem Bezirk nicht“, klagt Hiemer.

In der Tat hatte Bezirksspielleiter Johannes Veit das Auslosungsverfahren im Sommer wieder auf eine „freie“ Auslosung mit allen Mannschaften per Zufallsgenerator umgestellt - ohne geografische Gesichtspunkte. „Der Aufwand für eine lokale Einteilung steht schlichtweg in keiner zeitlichen Relation zum viel einfacheren Verfahren, alle Teams sozusagen in einen großen Topf zu werfen“, begründet Veit den Schritt. Mit Zufallsgenerator sei nach seinen Angaben die Auslosung binnen weniger Minuten durch. Im alten Verfahren mit lokaler Zuordnung benötige man aufgrund der Komplexität viele Stunden.

Zeitaufwand: Ein Argument, für das Hiemer als selbst ehrenamtlich Tätiger durchaus Verständnis zeigt. „Es ist schon viel Geschäft“, sagt er, „aber es sollte dem Bezirksvorstand trotzdem eine Überlegung wert sein, zum alten Verfahren mit lokaler Zuordnung zurückzukehren.“

Dass die Neckartailfinger aktuell murren, verwundert kaum. Die TSVN-„Zweite“ musste vergangenen Sonntag im rund 40 Kilometer von der Neckargemeinde entfernten Wiesensteig beim TSV Obere Fils II ran, die „Erste“ gastiert heute Abend gar im über 50 Kilometer entfernt gelegenen Bad Überkingen. „Für Spieler und Betreuer heißt das konkret gegen 16 Uhr bei der Arbeit Feierabend machen, um rechtzeitig zum Ziel zu gelangen“, so Hiemer, der auch ökologische Gründe anführt, das aktuelle Auslosungsverfahren zu überdenken. „Wir blasen durch die weiten Fahrten unnötig Sprit in die Luft, wo doch alle gerade über Klimawandel und Schadstoffreduzierung diskutieren“, betont der TSVN-Funktionsträger. Sein Vorschlag: In Runde drei, wenn der Wettbewerb auch sportlich nteressanter werde, könne man immer noch frei losen.

Trost für die Neckartailfinger: Die Fahrtkilometer reduzieren sich in Runde zwei bereits drastisch. Die Neckartailfinger „Zweite“ schied in Runde eins schon aus, die „Erste“ würde bei einem Sieg heute am kommenden Sonntag im nur 25 Kilometer entfernten Notzingen oder im etwa gleich weit entfernten Nabern gastieren.

Veit und Hiemer tauschten unterdessen per Mail die Pro- und Contra-Argumente aus. Ob es für die kommende Saison eine neuerliche Reform des Auslosungsverfahrens gibt, ließ Johannes Veit derweil offen. Reimund Elbe

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