Fussball

Zu grün für die Grün-Weißen

Relegation Während die Weilheimer mit dem Abstieg in die Bezirksliga hadern, herrscht in Köngen Partystimmung.

„Die klare und verdiente Niederlage macht mich traurig“: Weilheims Trainer Benjamin Geiger war nach dem Spiel bedient. Foto: Brä
„Die klare und verdiente Niederlage macht mich traurig“: Weilheims Trainer Benjamin Geiger war nach dem Spiel bedient. Foto: Brändli

Kirchheim. Eine Viertelstunde vor Schluss humpelte Konstantinos Korbiakis vom Platz, gestützt von zwei Betreuern - eine späte Szene mit Symbolcharakter. Denn eigentlich war der TSV Weilheim im Relegationsspiel zur Fußballlandesliga gegen den TSV Köngen nahezu über die gesamte Spielzeit schwer am Stock gegangen.

Benjamin Geiger spülte den Frust über die 1:5-Klatsche erst mal mit einem tiefen Schluck aus der Wasserflasche hinunter. „Die klare und verdiente Niederlage macht mich traurig, denn ich weiß, dass die Spieler zu anderen Leistungen fähig sind.“

Auch Spielleiter Armin Sigler war geplättet: „Mit der schlechten ersten Halbzeit haben wir die ganze positive Rückrunde kaputt gemacht. Die meisten unserer Jungs sind halt noch zu grün. Sie waren nervös. Klar, vor so einer Kulisse haben sie noch nie gespielt.“

2 200 Zuschauer, darunter 1 914 zahlende - die Einnahmen werden geteilt. Ein kleines finanzielle Trostpflaster für den Verein, der jedoch die Enttäuschung bei Weitem nicht aufwiegen kann. Der Rückzug von Nafi Stuttgart kam unverhofft, wurde zum Präsent, aber der TSVW hat das Geschenk nicht angenommen. Nun kehrt er nach zehn vorwiegend erfolgreichen Spielzeiten in der Landesliga in die Bezirksliga zurück, misst sich künftig mit dem VfL Kirchheim, dem TV Neidlingen und der SGEH. Und das mit einer wiederum dezimierten Mannschaft. Vom jetzigen Stamm kehren acht Spieler der Limburg den Rücken, darunter Matteo-Pio Stefania, Daniel Dominkovic, Can Kanarya oder Kim-Lars Ehrler.

Letzterer wechselt zum TSV Köngen. Geiger wollte dem Spieler Gewissensbisse ersparen und verzichtete ganz auf seinen Einsatz. Dass er Torjäger Stefania zur Überraschung vieler erst kurz vor Halbzeit brachte, begründete der Trainer so: „Matteo war im Urlaub und hat im Gegensatz zu den anderen Spielern, die sechsmal trainiert haben, seither erst zweimal mitgemacht.“

Gesunde Köngener Mischung

Für den TSV Köngen kam der sofortige Wiederaufstieg nach einem Jahr in der Bezirksliga gerade rechtzeitig zum 100-jährigen Bestehen des Vereins. Die Mannschaft ist eine gesunde Mischung aus Talenten wie dem 19-jährigen Nico Hummel und Routiniers wie den Horeth-Brüdern. Vorne sorgen der Ex-Kirchheimer Michael Rüttinger und der Kanadier Erik Edwardson für die meiste Torgefahr. Dessen Großvater war übrigens einer der Gründungsmitglieder des TSV.

Auf grün-weiße Rauchbomben wie nach dem Halbfinalsieg gegen Bettringen in Nellingen, die der WFV mit 215 Euro Strafe sanktioniert hatte, verzichteten die Sieger diesmal. Aus gutem Grund. Landesliga-Staffelleiter Karl-Josef Deutelmoser hatte vor dem Spiel gewarnt: „Im Wiederholungsfall drohen Platzsperre für sechs Heimspiele, bis zu 3 000 Euro Geldstrafe und der Abzug von bis zu neun Punkten in der neuen Saison.“Klaus Schlütter

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