Handball Bezirksliga

Lenninger Derbysieg mit Beigeschmack

Handball-Bezirksliga Der 25:24-Erfolg der SG über den TSV Owen wird von der schweren Verletzung von TSVO-Spielertrainer Steffen Klett überschattet.

Durchgesetzt: Die Lenninger haben sich gegen die Gelbhemden aus Owen behauptet. Foto: Mirko Lehnen
Durchgesetzt: Die Lenninger haben sich gegen die Gelbhemden aus Owen behauptet. Foto: Mirko Lehnen

Das mit Spannung erwartete Derby in der Handballbezirksliga zwischen der SG Lenningen und dem TSV Owen hat mit den gastgebenden Lenningern zwar einen sportlichen Sieger. Überschattet wurde der 25:24-Erfolg der SG, die vor den restlichen drei Saisonspielen nun alle Trümpfe im Kampf um die Aufstiegsrelegation in der Hand hat, von der schweren Schulterverletzung von Owens Spielertrainer Steffen Klett. Der 30-Jährige musste nach rund einer Viertelstunde nach einem unglücklichen Foul ins Krankenhaus, eine genaue Diagnose steht noch aus. „Zu dem Zeitpunkt lagen wir klar in Führung, das war schon ein Bruch in unserem Spiel“, analysierte Owens Sprecher Raphael Schmid die entscheidende Szene.

In der Tat fehlte den Gästen nach Kletts Ausscheiden nicht nur der Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel, sondern gleichzeitig auch die ordnende Hand. Parallel dazu stabilisierte sich die Lenninger Abwehr. Christoph Reichle im Tor zeigte starke Paraden, sodass die etwas verschlafene Anfangsphase auf Lenninger Seite schnell vergessen war. In der Folge entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, bei der sich bis zur Pause keine Mannschaft absetzen konnte. Beim Stand von 12:12 ging es in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild: Beim TSV Owen war es vorwiegend Bastian Klett, der Gefahr im Angriff ausstrahlte, bei Lenningen hauptsächlich Luca Bächle, der häufig über rechts erfolgreich war.

Es blieb also ein Kopf-an-Kopf-Rennen, auch in Sachen Intensität in der Abwehrarbeit. Während die Gäste über den gesamten ersten Durchgang mit der Härte der Lenninger Abwehr haderten, begannen die Owener im zweiten Durchgang ihrerseits, eine härtere Gangart anzuschlagen. Negativer Höhepunkt: Eine Viertelstunde vor Spielende schlug Owens Abwehrchef Sebastian Kerner Lenningens Spielmacher Marc Pisch ins Gesicht und sah dafür die Rote Karte. Die daraus resultierende Überzahlsituation konnten die Lenninger nutzen und sich auf 20:17 absetzen.

Die Taktik der Gäste, den Torhüter durch einen Feldspieler in Unterzahl zu ersetzen, erwies sich als wenig hilfreich, eher kontraproduktiv. Dreimal konnte Lenningens Kapitän Robin Renz, zweimal Max Bächle, ins leere Tor einnetzen. In dieser Phase lag die Vorentscheidung in der Luft, doch die Owener kämpften sich nochmals heran. Eine dramatische Schlussphase begann, mit entsprechender Nervosität auf beiden Seiten. Jetzt dominierten bei beiden Teams die Abwehrreihen, und keine der beiden Mannschaften konnte die Chancen im Angriff nutzen.

Beim 25:23 durch Timo Haid waren noch über drei Minuten zu spielen, doch der TSV Owen kam nur noch zu einem Tor. Lenningens Philipp Nebenführ hätte 20 Sekunden vor Schluss den Sack zumachen können, doch er scheiterte am gewohnt starken Matthias Carrle im Owener Tor - ebenso wie wenige Sekunden später Dominik Fischer auf der anderen Seite. Er kam mit seinem Wurf nicht an Keeper Heiko Lamparter vorbei, der mit seiner Parade den 25:24-Sieg der Lenninger festhielt.

Damit ziehen die Lenninger vorbei am Lokalrivalen TSV Owen und können nun aus eigener Kraft den zweiten Platz behaupten. Die Owener müssen hingegen auf einen Patzer der Lenninger in den letzten drei Saisonspielen hoffen. Für die SG geht es kommenden Samstag zum SV Vaihingen, die Owener empfangen zuhause Schlusslicht TG Nürtingen.tb/as

Spielstenogramm

SG Lenningen: Reichle, Bezold - Nebenführ (1), Rieke (3), Renz (1), Ringelspacher, Austen (1), Lamparter, Haid (4), L. Bächle (5), M. Bächle (6), Pisch (2), T. Trenkle, M. Trenkle (2)

TSV Owen: Carrle, F. Einselen - Bäuchle (2), Kerner (1), Raichle (2), C. Einselen, Thum, S. Klett (2), B. Klett (8), Köbel (3), Fischer (5), Brunner

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