Lokalsport

0:3 Strittige Elfer sorgen für Ärger

Das Aufwärmprogramm für den Verbandsligaalltag endete für den VfL Kirchheim enttäuschend: Die Teckstädter unterlagen gestern Abend im WFV-Pokal Oberligist TSV Crailsheim 0:3 (0:1).

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM In den ersten beiden Pokalrunden hatten die Kirchheimer Kicker mit überzeugenden Vorstellungen geglänzt. Die Siege beim Verbandsligakonkurrenten Olympia Laupheim (1:0) und beim Landesliga-Titelfavoriten Calcio Leinfelden-Echterdingen (3:0) weckten Hoffnungen selbst ein Sieg über den vermeintlich übermächtigen TSV Crailsheim schien angesichts der VfL-Frühform durchaus im Bereich des Machbaren. Dazu sollte es allerdings nicht kommen.

Eine entscheidende Rolle beim VfL-Aus spielte vor 250 Zuschauern der Unparteiische aus Waiblingen: Michael Karle, seines Zeichens immerhin Regionalliga-Referee, sorgte mit zwei Elfmeterpfiffen gegen die Kirchheimer für Entsetzen und Empörung bei heimischen Fußballern und Fans. Während der Partie und nach dem Abpfiif gab es nicht gerade verbale Streicheleinheiten für den Schiedsrichter seitens der Kirchheimer Anhängerschaft.

VfL-Unheil, Teil eins: In der 43. Minute legte sich Crailsheims Torjäger Fameyeh den Ball im Strafraum etwas zu weit vor, im Vorbeilaufen hakte der abgezockte Oberligakicker beim perplexen Kirchheimer Abwehrspieler Archontios Siopidis ein, dann flog der Hohenloher in hohem Bogen auf den Rasen. Mittelfeldspieler Ralf Kettemann ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte den folgenden Elfmeter kühl mit einem Schuss ins rechte obere Toreck. Kirchheims Trainer Michael Rentschler zeigte in der Pressekonferenz wenig Verständnis für das ganze Spektakel. "Das waren keine Elfmeter", sagte der VfL-Übungsleiter. Der Plural in der Aussage Rentschlers hatte seinen Grund, denn in der 48. Minute gab es gleich den nächsten umstrittenen Strafstoss für die Gäste.

VfL-Unheil, Teil zwei: Kirchheims Abwehrakteur Guido Fuchs spitzelte bei einer aggressiven Aktion an der Strafraumgrenze den Ball vor dem heranstürmenden TSVC-Mittelfeldspieler Erol Arslan weg, prallte anschließend mit dem auch nicht gerade zimperlich agierenden Oberligakicker zusammen. In der Schachsprache: Es war eigentlich eine Pattsituation zwischen Angreifer und Verteidiger. Doch Schiedsrichter Karle zeigte erneut auf den Punkt. Der Rest ist keine Überraschung: Elfmeter-Verwandler Kettemann blieb auch beim zweiten Strafstoss cool und vollendete diesmal mit einem Flachschuss.

Der vor allen Dingen in der ersten halben Stunde ebenbürtigen VfL war geschlagen, die Luft in dem Match so gut wie raus. Jetzt trauerte der Kirchheimer Anhang jener Großchance nach, die in der 33. Minute fast das 1:0 gebracht hätte. Doch Feriz Meha war bei dieser Aktion trotz eines knallharten Schusses aus zwölf Metern an Crailsheims Kepper Schoppel gescheitert, der das Leder mit einem bemerkenswerten Reflex noch an die Latte lenkte.

Doch diese Möglichkeit war nur eine Momentaufnahme. Die ball- und kombinationssicheren Crailsheimer kamen letzlich zu einem verdienten Sieg, weil sie vor allen Dingen durch eine geringe Fehlerquote und hohe Präzision im Spielaufbau gefielen. Die Kirchheimer enttäuschten allerdings nicht, man konnte sich jedoch des Eindrucks nicht erwehren, dass ein Gegner vom Kaliber des TSVC im Moment (noch) eine Nummer zu groß für die ambitionierten Teckstädter wäre. Immerhin: Auch den sonntäglichen VfL-Gegner FC Gärtringen ereilte gestern Abend das Pokal-Aus, beim Landesligisten SV Nehren setzte es eine 0:2-Schlappe.

VfL Kirchheim: Gühring Fuchs, Mayer, Siopidis, Er , Polat (66. Santos Araujo), Alban Meha (66. Akdag), Raspe, Heilemann, Isci (87. Ferenz) Feriz Meha (66. Kütri)TSV Crailsheim: Schoppel Wolf (84. Streicher), Schmidt, Tsapakidis, Endler Arslan (63. Gorgiev), Abazi, Kettemann (63. Onwuzuruike), Mensah Fameyeh (63. Rushiti), Heidenfelder (79. Bradaric).Tore: 0:1 Kettemann (43. Foulelfmeter), 0:2 Kettemann (48. Foulelfmeter), 0:3 Mensah (83.).Gelbe Karten: Abazi. Zuschauer: 250Schiedsrichter: Michael Karle (Waiblingen)