Lokalsport

0:5 – Erneut fangen sich die Blauen eine Klatsche ein

Hoffenheims Dreifach-Torschütze Jilles Ekoto-Ekoto erledigt die Kirchheimer Oberliga-Fußballer praktisch im Alleingang

Auch die defensive System-Variante half nichts: Mit einem Fünfer-Mittelfeld und Einmann-Angriff unterlagen die Kirchheimer Oberliga-Fußballer beim Reserveteam des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim gestern Abend mit 0:5 (0:3). Damit warten die Teckstädter weiterhin auf den ersten Rundensieg 2008/09 und sind im Tabellenkeller fürs Erste festgenagelt.

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THOMAS PFEIFFER/HELGE WAIDER

Hoffenheim. En kompaktes Mittelfeld, das die gegnerischen Räume eng macht, dahinter die Vierer-Abwehrkette mit dem erstmals nach Verletzung wieder auflaufenden Patrick Gühring im Tor, davor der Ein-Mann-Sturm in Person von Youngster Uwe Beran (18): Mit diesem Rezept wollte der Tabellendrittletzte dem Tabellensechsten einen Punkt rauben. Doch die gut gemeinten Pläne wurden früh durchkreuzt.

Bereits nach 12 Minuten zappelte der Ball im VfL-Netz, als der Ghanaer Gilles Ekoto-Ekoto nach einem Eckball aus Kurzdistanz völlig freistehend einköpfte. Ein Stich in das Herz des Kirchheimer Trainers, der erneut mitansehen musste, wie der Deckungsverband bei einer Standsituation patzte.

Dem druckvollen TSG-Spiel, das von den forschen Vorstößen des Rechtsverteidigers Philipp Klingmann lebte, hatten die spielerisch unterlegenen Kirchheimer auch in der Folgezeit wenig entgegenzusetzen. Hoffenheim diktierte das Geschehen, die Blauen reagierten oft zu spät – die Folge war, dass sich die Torschüsse der Gastgeber häuften. Abgeklärt nutzten sie ihre Chancen. Keller-Flanke von rechts, Schneckenberger kommt aus 12 Metern zum Schuss – das 2:0 (38.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff traf Ekoto-Ekoto zum 3:0 per zweitem Streich – schon bei Halbzeit war das Match praktisch entschieden. Zuvor (22.) war der durchgebrochene Ferdi Er am Prachtflex von TSG-Torhüter Bernhardt gescheitert: Kirchheims einziger Hochkaräter in den 90 Minuten.

Nachdem die 22 Spieler wieder den Rasen betreten hatten, änderte sich nicht viel am einseitigen Spielverlauf. Die Hoffenheimer dominierten weiter Spiel und Gegner, weil das VfL-Aufbäumen nach Traineransprache in der Kabine rasch wieder verpuffte. Spätestens das 4:0 durch den vom FC Nöttingen transferierten Angriffs-Wirbelwind Ekoto-Ekoto nach einem sehenswerten Dribbling durch die VfL-Abwehr hindurch bedeutete den endgültigen sportlichen Knockout für die Blauen an diesem Abend. Nach einer völlig verunglückten Vorstellung auf der topfebenen Rasenfläche des Hoffenheimer Dietmar-Hopp-Stadions hatten sie sich nach Illertissen (0:4) die zweite Auswärtsklatsche im zweiten Auswärtsspiel eingefangen.

Fazit: Der VfL blieb gestern Abend das Meiste schuldig, was eine Mannschaft der fünften Spielklasse üblicherweise vorweisen muss – ein überdurchschnittliches Maß an Zweikampfvermögen, Kombinationsfluss, mentale Stärke. Allein das läuferische Engagement der Blauen stimmte einigermaßen – gegen die spielfreudigen Hoffenheimer war‘s eindeutig zu wenig.

VfL-Trainer Dietmar Sehrig, der nach dem Abpfiff in der Kabine laut wurde, kommentierte die Leistung seiner Mannschaft sinngemäß so: „Die zweite Halbzeit war erschreckend. Wir waren defensiv ausgerichtet und wollten kontern. Das ist gründlich misslungen.“ Naturgemäß bester Laune war hingegen sein Antipode. „Wir wollten Druck entfachen und Ballsicherheit. Ich glaube, das hat geklappt“, erklärte TSG-Trainer Rainer Scharinger zur Klasseleistung seiner jungen Truppe. Weiter: „Wir können noch viel mehr.“

Es klang wie eine Kampfansage an die Oberliga-Konkurrenz.

TSG Hoffenheim II: Bernhardt – Klingmann, Klefenz, Sulu, Lambracht – Keller (71. Zehiroglu), Hock (46. Januzi), Schneckenberger (79. Lekavski), Schön – Ekoto-Ekoto, Vukcevic.

VfL Kirchheim: Gühring – Ohran, Grimm, Kauffmann, Eisenhardt – Söylemezgiller, Koch, Er, Polat (69. Dihl), Kadrija (52. Spina) – Beran (62. Altinsoy)

Tore: 1:0 (12.) Ekoto-Ekoto, 2:0 (38.) Schneckenberger, 3:0 (45.) Ekoto-Ekoto, 4:0 (66.) Ekoto-Ekoto, 5:0 (78./Eigentor) Dihl.

Gelbe Karten: Vukcevic, Schön, Keller – Eisenhardt, Grimm, Kauffmann, Söylemezgiller

Zuschauer: 300, davon etwa 30 aus Kirchheim

Schiedsrichter: Jens Neuffer (Gebersheim).