Lokalsport

0:6-Debakel beendet Serie

Präsident Wohlhaupter-Hermann schien etwas geahnt zu haben, als er vor dem Spiel zu Protokoll gab, ein Unentschieden seines Teams in Düsseldorf wäre ein Traumergebnis. Ein solches gab es auch, allerdings nur aus Düsseldorfer Sicht: 0:6 verlor die Mannschaft um Torben Wosik und muss nun wieder um die Teilnahme an den Play-off-Spielen zittern.

OLAF NÄGELE

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Es sollte das Wochenende der Vorentscheidung werden. Ein Punkt in Düsseldorf und ein Sieg aus den letzten beiden Spielen so rechneten optimistische Statistiker auf Seiten des TTC aus und die Play-off-Teilnahme wäre unter Dach und Fach. Doch bislang gab es für den TTC Frickenhausen beim Rekordmeister nicht viel zu holen. Beim Gegner waren die Ziele für das Wochenende deshalb eindeutig höher gesteckt: zwei Spiele, zwei Siege lautete die Vorgabe von Trainer Andreas Preuss an seine Spieler.

Doch es lief nicht so, wie sich der Coach das ausgerechnet hatte. Am Freitag setzte es im Champions- League-Spiel gegen Gönnern eine empfindliche 1:3-Niederlage und damit sinken die Chancen der Borussen, im Halbfinale dabei zu sein. Entsprechend motiviert gingen die Rheinländer gegen ihre Gäste aus dem Neuffener Tal zu Werke. Das Duo Maze/Steger fegte seine Kontrahenten Ma/Tokic nach einem knappen ersten Satz geradezu von der Platte.

Nach einem schnellen Spielende sah es auch in der Begegnung Süß/Sakamoto gegen Lundquist/Wosik aus. Die beiden TTC-Akteure verloren den Faden wieder, den sie im zweiten Satz aufgenommen hatten und mussten sich am Ende mit 3:1 geschlagen geben. Im Duell der Skandinavier Maze gegen Lundquist, hatte zunächst der frisch gebackene Schwedische Meister im Trikot der Frickenhauser die Nase vorn. Lundquist startete selbstbewusst, entschied den ersten Satz für sich, doch konnte diese Energie nicht über den gesamten Spielverlauf retten. Maze gewann die Oberhand zurück und entschied die Partie mit 3:1 Sätzen für sich.

Am Nebentisch setzte Bastian Steger gegen Ma Wenge ein Zeichen in Richtung der Bundestrainer Schimmelpfennig und Prause. Düsseldorfs Nummer zwei wurde nicht für das EM-Team nominiert. Womöglich gab das dem jungen Mann Auftrieb. Denn wie er Frickenhausens Nummer eins den ersten Satz nach Rückstand abnahm und ein 0:9 im zweiten Satz noch in einen 12:10-Sieg verwandelte, das war an Kampfkraft und Nervenstärke kaum mehr zu übertreffen. Ma, der keinen guten Tag erwischt hatte, brachte sich zwar noch einmal ins Spiel zurück, doch im vierten Satz machte der 23-jährige Steger alles klar.

Nun sind die Spieler des TTC zwar als Aufholjäger bekannt, aber einen Rückstand von 0:4 nach vier Spielen hatte es in der laufenden Saison noch nicht gegeben. Nur einen Moment, als Torben Wosik mit 2:1 gegen Christian Süß führte, keimte ein letztes Fünkchen Hoffnung auf. Es erlosch so schnell wie es gekommen war. Vielleicht lag es an der Motivation des jungen Süß sich gegen einen renommierten Nationalspieler durchzusetzen, vielleicht auch an der nachlassenden Konzentration des Torben Wosik. Der Borusse erzwang sich eine Verlängerung und ging mit deutlichen Ergebnissen von 11:3 im vierten und 11:5 im fünften Satz als Sieger hervor.

Und nicht einmal Bojan Tokic, der sich bislang in der Rückrunde als unbezwingbar erwiesen hatte, gelang eine Ergebniskorrektur. Er fand seinen Meister in dem Niederländer Danny Heister. 0:6 eine so deutliche Niederlage hatte niemand erwartet. Entsprechend groß war die Enttäuschung. Manager Reuhl sprach von einem rabenschwarzen Tag, beteuerte jedoch, dass es keinen Grund gäbe, schon jetzt die Hoffnung auf die Play-off-Teilnahme aufzugeben: "Es nützt niemandem, jetzt in Hektik zu verfallen und alles in Frage zu stellen. Wir müssen so konzentriert weiterarbeiten wie bisher." Um den Einzug ins Halbfinale muss der TTC wieder ein bisschen mehr bangen, nur noch die bessere Spielbilanz trennt das Team von Trainer Qiu vom SV Plüderhausen auf Platz fünf. Und ausgerechnet der Lokalrivale ist der Gegner im letzten Spiel der Vorrunde am 17. April es könnte ein veritables Endspiel werden.

Ergebnisse: Maze/Steger Ma/Tokic 12:10, 11:3, 11:7; Süß/Sakamoto Lundquist/Wosik 11:5, 6:11, 11:7, 11:9; Maze Lundquist 8:11, 11:5, 11:8, 11:8; Steger Ma 13:11, 12:10, 5:11, 11:7; Heister Tokic 11:8, 11:7, 6:11, 11:5; Süß Wosik 11:8, 7:11, 5:11, 11:3, 11:5.