Lokalsport

10 000 Liter Getränke flossen

Zwischenbilanz stimmt die Verantwortlichen des TSV Holzmaden froh

Statistiker kommen bei Fußball-Turnieren wie dem Teckbotenpokal voll auf ihre Kosten – auch in Holzmaden gibt es nichts, was man nicht anhand von Zahlen belegen könnte.

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Holzmaden. 15 – 14 – 7 – 5 – 10 – 11 – 26 – 9 – 15 – 9: Selbst gewiefte Arithmetiker dürften mit dieser Zahlenfolge auf Anhieb nichts anfangen. Höchstens beim TSV Schlierbach könnte der eine oder andere hellhörig beim Anblick dieser Ziffern werden. Vorausgesetzt, man hat die Zehn-Jahresbilanz des Clubs von der Bergreute beim Teckbotenpokal parat: Die Zahlen stehen für die Gegentore, die der TSVS bei den Turnieren zwischen 1999 und 2008 kassiert hat. Klarer Fall: Der TSV Schlierbach war in der jüngeren Vergangenheit mit 121 Gegentreffern die Turnier-Schießbude. Zwar war es heuer nicht ganz so schlimm wie beispielsweise beim Turnier vor drei Jahren in Jesingen (insgesamt 0:26 Tore), doch war der B-Ligist einmal mehr dankbarer Punktelieferant für die Gruppengegner.

Dabei hatte gestern alles noch so gut angefangen: Daniel Aldiek beendete mit dem Treffer zum 1:0 gegen die SF Dettingen II kurz vor 17.30 Uhr die Schlierbacher Tor-Durststrecke mit dem ersten Turniertreffer – das es der einzige bleiben sollte, lag nicht einmal am fehlenden Kampfgeist, im Gegenteil: Die Schlierbacher boten den SFD II lange Paroli, ehe sie doch noch fünf Gegentreffer zum 1:5 hinnehmen mussten. Besonders bitter war der letzte Treffer, als Dettingens Coach Heiko Blumauer, der sich kurz zuvor selbst eingewechselt hatte, TSVS-Keeper Jörg Attinger per Freistoßtor älter aussehen ließ, als dieser mit seinen 39 Lenzen eigentlich ist. Unterkriegen wollen sich die Schlierbacher im Hinblick auf die neue Saison jedoch nicht. „Sollten die Spieler schnell zusammenfinden, ist sicherlich ein Platz unter den ersten Fünf möglich“, glaubt Abteilungsleiter ­Michele Müller.

Während man in Schlierbach im Zusammenhang mit dem Teckbotenpokal einmal mehr kein Freund von Zahlen wird, können die Verantwortlichen des TSV Holzmaden gar nicht genug von ihnen bekommen – zumindest von jenen, die Turnier-Chef Manfred Stark gestern verkündete: „Bei der Players Night am Donnerstag waren 1 650 Gäste auf dem Sportgelände“, frohlockte er angesichts der daraus resultierenden Umsätze. Kein Wunder: Bislang wurden im Brühl rund 6 000 Liter Bier (120 Fässer à 50 Liter) verbraucht, dazu kommen laut Stark noch 4 000 Liter antialkoholische Getränke – solche Zahlen bereiten jedem Vereinsfunktionär Freude, besonders dem Kassier. Dass man den beiden Rasenplätzen die donnerstäglichen Strapazen nicht weiter ansah, war übrigens das Verdienst des 20 Mann (und Frau) starken Putzdienstes, der allmorgendlich den Brühl vom Unrat des Vortages befreit. „Das machen bei uns dankenswerterweise Rentner und Urlauber“, sagt Manfred Stark.

Ein ganz besonderer Rentner hatte gestern Abend einen ganz besonderen Einfall. Albert Stephan, 86-jähriger Vater von Turnier-Mitorganisator Rainer Stephan, lud spontan die gesamte Mannschaft des FC Unterensingen zu einem Umtrunk ein. Grund: „Mein Vater ist ein gebürtiger Unterensinger, der nach dem Krieg nach Holzmaden kam“, erzählt Rainer Stephan. Der Herr Papa konnte mit zwei, drei Namen auf dem Unterensinger Spielberichtsbogen etwas anfangen. „Vielleicht hat mein Vater den einen oder anderen Großvater von den Unterensinger Spielern gekannt“, vermutet Stephan hinter der Spendierlaune seines Vaters.