Lokalsport

100 Piloten warten auf gute Thermik

Bereits zum 39. Mal rüstet sich die Kirchheimer Hahnweide für den internationalen Segelflugwettbewerb: Für das neue Organisatoren-Team von Veranstalter Fliegergruppe Wolf-Hirth beginnt der Endspurt. Am kommenden Freitag (29. April) reisen rund 100 Piloten, Pilotinnen und Mannschaften an, um sich im hochkarätig besetzten Wettbewerb noch bis zum 8. Mai mit Welt- und Europameistern zu messen.

KIRCHHEIM Nach einem Jahr Erholungspause für die Startbahn nimmt die Fliegergruppe Wolf-Hirth die Tradition des internationalen Segelflugwettbewerbs wieder auf. Zehn Tage lang treffen sich Piloten und Pilotinnen aus Europa und sogar aus Japan auf der Hahnweide, um in fünf Wettkampfklassen den jeweiligen Meister zu ermitteln.

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Die Großveranstaltung steht in diesem Jahr unter einem neuen Stern. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs hat eine Frau die Gesamtleitung übernommen. Rita Heimann, selbst Segel- und Motorfliegerin, wird in diesem Jahr das Organisatoren-Team leiten. Dr. Ing. Albert Kießling übernimmt die Sportliche Leitung und Dr. rer. nat. Karl Josef Dahlem soll als Meteorologe für "gutes Wetter" sorgen. Das Fliegen ist für Rita Heimann "ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag". Sie ist sich jedoch bewusst, dass "Frauen im Flugsport leider immer noch in der Minderheit sind." Daher ist sie stolz, die Flieger-Frauen durch ihre wichtige Aufgabe vertreten zu können.

Für Rita Heimann muss zum guten Wettbewerbsstart nun nur noch das Wetter gut werden. Schließlich ist ein Segelflug-Wettbewerb immer reine Wettersache. Das Fliegen ohne Motor ist nur möglich, wenn sich möglichst viel warme Luft vom Boden ablöst und nach oben steigt. In solchen Thermikschläuchen gewinnen die Segelflugzeuge kreisend Höhe.

Jeden Morgen stellt die Sportleitung in Absprache mit dem Meteorologen die Flugaufgaben. Die verschiedenen Flugzeugtypen werden in Wettbewerbsklassen aufgeteilt. Dabei ist die Spannweite der Flügel entscheidend: Als Standardklasse starten die kleinsten Flugzeuge, deren Spannweite auf 15 Meter begrenzt ist. Ebenfalls 15-Meter-Begrenzung gilt bei den Seglern der Rennklasse, bei denen die Piloten durch Wölbklappen das Flügelprofil anpassen und somit die Flugleistung verbessern können. In der 18-Meter-Klasse kämpfen die etwas größeren Flugzeuge gegeneinander. Doppelsitzer gehen in einer eigenen Gruppe an den Start.

Bei der Offenen Klasse ist jede Spannweite erlaubt. Dieses Jahr fliegt in Kirchheim das weltweit größte Segelflugzeug, die ETA. Dieser gigantische Kunststoffvogel mit über 30 Metern Spannweite wird auf der Hahnweide zu bestaunen sein. Die Piloten müssen, um die jeweilige Tagesaufgabe erfolgreich zu meistern, verschiedene Punkte anfliegen und zum Flugplatz zurückkehren. Wer das beste Gespür für die thermischen Aufwinde und die Wetterentwicklung hat, wird Sieger, da er die vorgegebene Strecke in kürzester Zeit zurücklegen kann. Zur Kontrolle der Leistungen werden die Segler mit Flugschreibern ausgerüstet, die über Satellitensignale den Flugweg aufzeichnen.

Durch die Auswertung dieser "Logger" werden die Tagessieger der einzelnen Wettbewerbsklassen ermittelt.

ONLINE-INFOhttp://hww05.hahnweide.com/de/ http://www.hahnweide.com