Lokalsport

1:0-Siegtor: Von Kauf "fällt eine Last ab"

Das gab's noch nie: Zwei ehemalige Teckstädter in den Bundesliga-Schlagzeilen. Die Ex-VfL-Fußballer Thomas Brdaric und Rüdiger Kauf waren am Samstag gefragte Torschützen.

THOMAS PFEIFFER

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BIELEFELD/WOLFSBURG Toreschießen in der ersten Bundesliga von Thomas Brdaric (Hannover 96) ist man's gewohnt. Rüdiger Kauf (Arminia Bielefeld) passt als Strafraumschreck weniger ins Bild. Doch das ungleiche Duo ließ es jetzt in der ersten Liga krachen die beiden früheren Fußballer des VfL Kirchheim erzielten für ihre Clubs erstmals am selben Spieltag je ein Tor. Ein Novum.

Kauf (30), 1:0-Siegtorschütze gegen Borussia Dortmund im "kleinen" Westfalenderby, fingen die Kameras nach dessen 16-Meter-Schlenzer-Kunstschuss über Torhüter Roman Weidenfeller hinweg (45.) kaum ein, so rasant war sein Jubellauf. "Bei diesem Treffer ist förmlich eine Last von mir abgefallen", sagte Kauf gestern dem Teckboten, "nach meinem Kreuzbandriss hatte ich eine sehr stressige Zeit mit unzähligen Reha-Terminen." Rund ein halbes Jahr war Bielefelds Mann mit der Nummer fünf außer Gefecht gewesen, gegen Dortmund gelang ihm vor 26601 Zuschauern in der ausverkauften SchücoArena sein erstes Saisontor. Dazu war's noch das "goldene" wie er's gemacht hat? Der gebürtige Esslinger mit langjährigem Wohnort Hochdorf schildert die entscheidende Szene Sekunden vor dem Halbzeitpfiff so: "Dass Weidenfeller zu weit vor dem Tor stand, hab' ich gar nicht gesehen. Ich hab' nur den Ball gesehen und einfach das rechte Toreck anvisiert." Nach dem Einschuss wurde es laut im kleinen Stadionrund.

Pech, dass er aus der siegreichen Partie, die Arminia Bielefeld, seinem Arbeitgeber bis 2008, fürs Erste jetzt sogar UEFA-Cup-Chancen ermöglicht, nicht unbeschadet hervorging, sondern sich in der Schlussphase einen Schlag ans rechte Knie einfing. "Ich fühle rechts wieder Schmerzen. Keine Ahnung, wie schwer die Verletzung ist. Hoffentlich ist's nichts Schlimmes." Heute unterzieht sich der 30-Jährige, vorgestern Bielefelds bis in die Puppen gefeierter Held, einer Kernspintomografie.

Knapp 200 Kilometer ostwärts freute sich am 23. Spieltag einer mehr in sich hinein: Hannovers Thomas Brdaric (31) gelang im Gastspiel beim VfL Wolfsburg per Linksschuss zwar das Tor zum 1:1-Ausgleich (17.), am Ende aber jubelten die Spieler von Trainer Klaus Augenthaler. Immerhin hatte Brdaric vor TV-Mikrofonen nicht vergessen, indirekt Werbung in eigener (Nationalmannschafts-)Sache zu machen so: "Das heute war schon mein zehntes Saisontor." In der aktuellen Bundesliga-Torjägerliste wird Brdaric hinter dem führenden Miroslav Klose (Werder Bremen) weiterhin als zweitbester Angreifer mit deutscher Nationalität geführt. Brdaric, einer für Klinsmann? Kirchheims Ex-Trainer Helmut Groß, der als Entdecker gilt, würd's freuen.