Lokalsport

120 Sekunden bringen VfL zum Verzweifeln

Das hatten sich die Verantwortlichen beim VfL Kirchheim anders vorgestellt. Im Kellerduell der Fußball-Oberliga unterlagen die Teckstädter den Stuttgarter Kickers II völlig verdient mit 2:3 (0:1). Damit beträgt der Abstand auf einen Abstiegsplatz gerade noch einen Punkt.

KIRCHHEIM Ein Sieg sollte es werden am Ende konnte sich der VfL Kirchheim über die Niederlage nicht beklagen. "Wir haben sie einfach spielen lassen", ärgerte sich VfL-Coach Christian Hofberger nach dem Spiel über den schwachen Auftritt seiner Elf im ersten Spielabschnitt.

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Kein Wunder: In den ersten 45 Minuten spielte nur die zweite Garde der Kickers. Dabei hatten sich die Teckstädter für dieses "Sechs-Punkte-Spiel" so viel vorgenommen. Von Beginn an sollte der Gegner unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen werden davon war zumindest in der ersten Hälfte nichts zu sehen, im Gegenteil: Die Gäste kombinierten auf dem Kunstrasenplatz nach Belieben, erspielten sich eine Reihe guter Einschussmöglichkeiten, die aber bis auf einen Treffer ungenutzt blieben. Nach einer Flanke von Sven Sökler war es so weit. In der Kirchheimer Abwehr fühlte sich keiner zuständig für Mijo Tunjic, der mit einem schönen Kopfball die 1:0-Führung (22.) erzielte. In der Folgezeit verpassten die Kickers bei besserer Chancenauswertung eine deutlichere Führung. Allen voran Michele Rizzi, der gleich zweimal freistehend vor dem Kirchheimer Tor die 2:0-Führung vergab (32., 36.). Die beste Chance vergab allerdings Mijo Tunjic, der völlig frei vor dem Tor das Leder knapp am Pfosten vorbeisetzte (41.). Der VfL hatte in der gesamten ersten Hälfte nur eine nennenswerte Torchance durch Sven Lukac. Nach einer Kombination scheiterte er frei vor dem Gehäuse an Gästeschlussmann Manuel Salz (43.).

"Obwohl wir bis zu diesem Zeitpunkt die klar bessere Mannschaft waren, konnten wir froh sein, mit 1:0 in die Kabinen gegangen zu sein", meinte der Trainer der Kickers, Björn Hinck nach der Partie. Ein völlig anderes Bild bot sich dann nach der Pause. Der VfL präsentierte sich endlich so, wie es die beiden Kirchheimer Trainer schon von Spielbeginn an gefordert hatten. Die Kickers gerieten mächtig unter Druck, kamen kaum noch zur Entfaltung. Dennoch brauchte es zum Ausgleich auch das nötige Glück. Nach einer Flanke von Kagan Söylemezgiller schoss Kickers-Kapitän Mike Baradel seinen eigenen Mitspieler an und von Fabio Accardi prallte das Leder ins eigene Tor zum 1:1-Ausgleich (59.). Mittendrin im Getümmel: VfL-Stürmer Sven Lukac, der aber nicht wusste, ob er der Torschütze war: "Ich hatte die Augen zu", gab er hinterher zu.

In der Folgezeit erspielten sich die Teckstädter ein klares Übergewicht und wenige Minuten später gelang dem besten Kirchheimer Ferdi Er nach einem mustergültigem Zuspiel von Michael Kutscher das langst fällige 2:1 (71.). Wer jetzt glaubte, der VfL war auf der Siegerstraße, sah sich getäuscht innerhalb von 120 Sekunden drehten die Kickers das Spiel. Nach einem Freistoß von Franco Petruso erzielte der erst vier Minuten zuvor eingewechselte Bajrami den 2:2-Ausgleich (77.). Zwei Minuten später nutzte Mijo Tunjic eine erneute Unsicherheit in der Kirchheimer Abwehr aus und brachte seine Farben mit 3:2 in Führung.

Der VfL zeigte sich ab diesem Zeitpunkt geschockt, konnte sich in den letzten Minuten keine zwingende Torchancen mehr erspielen und verlor die Partie letztendlich verdient.

kdl

VfL Kirchheim:

Gühring Koch, Grimm, Schraivogel, Eisenhardt Söylemezgiller, Er, Raspe (61. Gonsior), Kutscher Altinsoy (87. Ohran), Lukac (61. Meha).Stuttgarter Kickers II:

Salz Gökhan (76. Stavanovic), Accardi, Ivanusa, Baradel Rizzi (73. Bajrami), Rodrigues (63. Petruso), Kovac, Ortlieb, Sökler Tunjic. Tore:

0:1 Mijo Tunjic (22.), 1:1 Eigentor Fabio Accardi (59.), 2:1 Ferdi Er (71.), 2:2 Mohamed Bajrami (77.), 2:3 Mijo Tunjic (79.).Gelbe Karten:

Koch, Altinsoy Rodrigues, Baradel.Zuschauer:

300.Schiedsrichter:

Marcel Beck (Künzelsau).