Lokalsport

15 Tore Dudiumtanzt die Lenninger aus

Maßlos enttäuschte SGL-Zuschauer hier, auf der anderen Seite lauter jubilierende Spieler: Die SG Schorndorf gewann im Spiel der Handball-Verbandsliga gegen die SG Lenningen nach turbulenter Endphase mit 24:23 (11:11).

SCHORNDORF In der Partie präsentierten sich die Lenninger über weite Strecken disziplinlos. Ohne Vorbereitung wurden Würfe genommen, die SGS-Torhüter Oliver Bölster problemlos meisterte. Überragender Akteur war Schorndorfs Matthias Dudium, der 15 Treffer markierte.

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Obwohl beim Freitag-Briefing Lenningens Trainer Bruno Rieke auf die Torgefährlichkeit des Ex-Göppingers hingewiesen hatte, war kein SGL-Spieler gestern in der Lage, den Topscorer der Gastgeber auszuschalten. Auch Sven Lamparter dürfte von seinen Würfen noch träumen. Lenningen verfiel in alte Fehler, die eigentlich nach dem Ruit-Spiel ausgeräumt schienen. Im Angriff war viel zu wenig Bewegung. Selbst beim Überzahlspiel wurde versucht, den Ball durch die Mitte zu spielen. Und da gab es kein Durchkommen.

Dabei erwischte die Rieke-Sieben einen guten Start und führte nach einem Kazmaier-Strafwurf 6:3 (10.). Auch beim 10:8 durch Christoph Wiesinger lagen leichte Vorteile bei den Gästen. Von den acht Gegentoren erzielte Dudium allein vier. Egal wer gegen ihn stand, er tanzte sie alle aus. Überhaupt nicht lief es für Marc Segeritz: Vor einer Woche noch der Held gegen Lustenau, gestern Abend ohne Fortün bei seinen Würfen. Über weite Strecken präsentierte sich Lenningen einfallslos. Und dann, wenn es mal schnell gehen sollte, kam der lange Ball nicht an. Der 11:11-Pausenstand schmeichelte den Gästen, denn die Greiner-Sieben hatte bis dahin sechsmal das Alu getroffen. Und wenn nicht Sven Lamparter mehrmals glänzend reagiert hätte, wäre die SGL deutlich in Rückstand gewesen.

Mit einem Paukenschlag begann die zweite Hälfte. Plötzlich entdeckte die SG ihre Lauffreudigkeit. Jochen Leitner, Hagen Braunwarth und Steffen Kazmaier warfen bis zur 32. Minute eine 13:10-Führung heraus. Es war ein Strohfeuer. Lenningen kehrte wieder zum Spiel mit dem Ball zurück. Lange Ballführung und fünf Spieler, die zuschauten, was der Kollege machte. Ein Leichtes für die Gastgeber, den Hebel umzulegen und mit einfachen Standards Dudium ins Spiel zu bringen, der dann sicher einwarf. Jetzt wurde es ein Spiel Lenningen gegen die SG Dudium. Hervorragend sein Auge und das Ausplatzieren von Lamparter. Beim 18:17 zirkelte er den Ball ins lange Eck. Auch das 20:18 (50.) trug seine Handschrift.

Und Lenningen? Rieke nahm in der 48. Minute eine Auszeit. Vergeblich. Zu viele "Retter" übten sich aus dem Stand heraus bei unvorbereiteten Würfen. Und weil sich alles auf Dudium konzentrierte, hatte auf der linken Angriffsseite René Biler viel Platz und schnippelte dreimal den Ball an Sven Lamparter vorbei. Erst als Dudium in der 56. Minute auf die Strafbank musste, kamen die Gäste auf und durch Jens Kirschmann zum 22:22 (57.). Jetzt wurde es richtig nervig. Auch Schorndorf zeigte Schwächen und ein schönes Wiesinger-Anspiel warf Kirschmann zum 23:23 (58.) ein. Den 24:23-Siegtreffer (59.) warf 1,90-Meter-Mann Mihael Baldi. Er konnte der SG-Abwehrlücke gar nicht mehr ausweichen.

Die letzte Minute ließ ein stocksaurer Bruno Rieke nochmals Revue passieren: "Ich habe angeordnet, dass der Angriff lange gespielt werden sollte und ich wollte zusätzlich einen siebten Angreifer aufs Feld schicken." Irgendwo gab es ein Schnittstellenproblem. Bei 50 Sekunden Restspielzeit nahm sich Jens Kirschmann den Wurf, der von Oliver Bölsters Fußspitze gestoppt wurde. Wolfschlugens Trainer Florian Beck, Augenzeuge der Partie: "Mit mehr Disziplin hätte Lenningen das Spiel nicht verlieren müssen."

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SG Schorndorf: Bölster Dudium (15/2), Biler (3), Baldi (2), Römer (2) Wölfl (1), Stefan (1), Dostal, Endress, Bärreiter, Werner, Lepszy, Schurr.SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel Kirschmann (5), Wiesinger (4), Renz (4/1), Segeritz (3), Braunwarth (2), Kazmaier (2/1), J. Lamparter (1), Leitner (1), Schwohl (1), Austen, Stief.Zuschauer: 150.Schiedsrichter: Fähnle/Schulle, Königsbronn/Oberkochen leiteten gut.