Lokalsport

167 Kilometer zum Klassenerhalt

VfL kann beim Tabellenvorletzten in Offenburg alles klar für ein weiteres Oberligajahr machen

Die einen haben das Wunder fast vollbracht, die anderen die Hoffnung noch nicht aufgegeben, jenes zu vollbringen: Furore-Oberligist VfL Kirchheim gastiert morgen beim Tabellenvorletzten Offenburger FV.

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REIMUND ELBE

Kirchheim. Die Kirchheimer Kicker kennen die Situation. Auch sie standen vor Kurzem noch mit dem Rücken zur Wand und nach einer begeisternden tabellarischen Aufholjagd ist der Ligaverbleib fast gesichert. Erstmals in dieser Saison kann das Team von Rolf Baumann unbeschwert zu einem Auswärtstrip starten. Mit zwölf Punkten Vorsprung auf den vermeintlich ersten Absteiger Kehler FV auf Platz 14 gehen die Teckstädter in den 30. Spieltag.

Personell ist die Lage vor dem Auftritt in der Ortenau entspannt. Nahezu der komplette Kader steht dem Trainerteam für das Match im 167 Kilometer entfernten Offenburg zur Verfügung. Das Gerangel um einen Stammplatz ist deshalb groß. Vor allem im Mittelfeld hat Trainer Rolf Baumann die Qual der Wahl. Gute Aussichten auf einen Platz in der Startelf hat der technisch beschlagene Uwe Beran, der in den vergangenen Begegnungen bei seinen Kurzauftritten immer wieder für überraschende Elemente sorgte. Im Angriff dürfte das Erfolgsduo Tunjic/Laible von Beginn an auf dem Platz stehen.

Rolf Baumann warnt trotz oder gerade wegen der Ausgangssituation vor Überheblichkeit beim Abstiegskandidaten. Ähnlich sieht es VfL-Geschäftsführer Walter Rau. „Das 2:0 gegen den TSV Crailsheim war sicher eine kleine Vorentscheidung im Kampf um den Klassenerhalt, aber wir wollen noch möglichst viele Punkte sammeln und so für einen tollen Rundenabschluss sorgen.“

In die Karten der Kirchheimer spielte unter der Woche auch ein Resultat in der Regionalliga. Der Tabellenvorletzte TSV Großbardorf unterlag Eintracht Frankfurt II mit 1:5, ist damit neben der SpVgg Unterhaching II so gut wie abgestiegen. Zudem wurde bekannt, dass der Dorfclub keine Lizenz für die neue Regionalligasaison beantragt. Folge: Es wird maximal einen Regionalligaabsteiger aus Baden-Württemberg geben, damit reicht Platz 14 in der Oberliga Baden-Württemberg zum Klassenerhalt.

Wie in Kirchheim (wir berichteten) laufen auch in Offenburg die personellen Planungen für die nächste Runde auf Hochtouren – in der Ortenau allerdings zweigleisig. Denn durch die überraschenden Siege gegen den FC Villingen (3:2) und beim Kehler FV (2:1) besteht zumindest noch die theoretische Chance, den Absturz in die Verbandsliga Südbaden zu verhindern. Im Management des Clubs ist der frühere Profi des VfB Stuttgart, Bernd Schmider tätig. „Es sieht gut aus“, sagt der Vorstand für Sport trotz der prekären tabellarischen Situation. Denn: Die junge Mannschaft wird wohl im Kern zusammenbleiben, ergänzt wird der Kader mit Talenten aus der Region.

Ob der VfL derweil als Dank für die Offenburger Schützenhilfe gegen den ärgsten Kirchheimer Konkurrenten im Abstiegskampf, den Kehler FV, beim 2:1-Erfolg die Punkte in Offenburg lässt, ist zu bezweifeln. Mit einem Sieg wäre der Kirchheimer Klassenerhalt in trockenen Tüchern und eine feuchtfröhliche Rückfahrt unter die Teck garantiert. Diese Chance wollen sich Kapitän Christopher Eisenhardt und Co. sicherlich nicht entgehen lassen – es winkt eine 167 Kilometer lange Party auf den Autobahnen 5 und 8.

VfL Kirchheim: Stowers – Thies, Kauffmann, Er, Eisenhardt – Gürol (Söylemezgiller), Otto, Beran, Polat (Altinsoy) – Laible, Tunjic.