Lokalsport

2006 hätte das Jahr des Manuel Fumic werden sollen. ...

2006 hätte das Jahr des Manuel Fumic werden sollen. Nach der Pech- und Pannenserie der vergangenen Saison waren die Erwartungen

BERND KÖBLE

Anzeige

groß. Jetzt ist Ernüchterung eingekehrt: Die zweite Operation innerhalb weniger Monate und keine Aussichten mehr auf einen planmäßigen Saisonstart. Der Leidensweg des 23-jährigen Motivationskünstlers geht weiter.

Die Frage erscheint zwar banal. Ich stelle sie trotzdem: wie geht es dir?

Ich muss mich damit abfinden. So blöd es klingt, aber die Sache hätte schlimmer ausgehen können.

War es nicht leichtsinnig, nach deiner Operation im Oktober so schnell wieder aufs Rad zu steigen?

Ich habe mir bei der EM vor fünf Jahren ja schon einmal das Schlüsselbein gebrochen. Damals war es das rechte, und die Sache ist rasch verheilt. Ich kannte also den Verlauf und war zuversichtlich. Der Sturz im Januar war einfach Pech. Ich war locker mit dem Rennrad unterwegs und die Straße war eisig.

Was sagen die Ärzte?

Ende der Woche gibt es einen Termin zur Kontrolle. Die Metallplatte wird für den Rest des Jahres drin bleiben. Damit bleibt mir zumindest eine weitere Operation erst einmal erspart. Mit Grundlagentraining werde ich aber frühestens in ein bis zwei Wochen beginnen können.

Die Weltcup-Saison ist damit so gut wie gelaufen. Welche Ziele sind 2006 realistisch?

Bei den deutschen Meisterschaften am 10. Juni in Albstadt will ich wieder fit sein. Bis dahin werde ich kein Rennen bestreiten. Ich will kein Risiko eingehen und die Verletzung völlig auskurieren. Schließlich muss ich auch an längerfristige Ziele denken. 2008 steht Peking auf dem Plan.

Die EM Ende Juli in Italien und die WM Ende August in Neuseeland sind eigentlich Pflichttermine. Ist die Quali noch zu schaffen?

Ich denke schon. Wenn ich bei der DM in Albstadt aufs Podium fahre und beim letzten Weltcuprennen in Kanada eine Top-Ten-Platzierung schaffe. Das wird nicht einfach, weil es in Neuseeland vermutlich weniger Startplätze geben wird, aber die Chance ist da.

Lässt sich die fehlende Wettkampfpraxis im Training ausbügeln?

Ich bin ein Typ, der sich auch im Training sehr gut motivieren kann und mit der nötigen Härte ran geht. Ich denke, das ist nicht so das Problem.

Wie sehen die kommenden Wochen und Monate aus ?

Zurzeit mache ich nur Ausgleichstraining im Fitnesstudio oder Aqua-Jogging. Ansonsten schaue ich mich gerade nach Angeboten für ein Trainingslager irgendwo im Süden um. Wenn ich mit dem Grundlagentraining auf der Straße beginnen kann, wird es wohl zwei bis drei Monate dauern, bis ich Wettkampfform erreicht habe.

Fährt die Angst vor einem weiteren Sturz mit ?

Das kannst du dir in unserem Sport nicht leisten. Wir rasen mit 60 Stundenkilometern enge Schotterrinnen hinab. Wenn du da im Kopf eine Blockade hast, brauchst du erst gar nicht in den Sattel zu steigen.

Die Familientaktik geht damit in dieser Saison ebenfalls nicht auf.

Das stimmt allerdings. Ich war im Dezember schon das erste Mal auf Mallorca im Trainingslager und habe mich schon früh richtig fit gefühlt. Ich wollte gleich vom Start weg Gas geben, während Lado eher in der zweiten Saisonhälfte, wenn die großen Rennen anstehen, richtig durchstartet. Mit dieser Aufteilung wird es nun natürlich nichts.

Wie schaffst du es, dich immer wieder aufs neue zu motivieren?

Zu resignieren bringt ja nichts. Es muss weiter gehen. Jetzt verschiebt sich eben alles etwas nach hinten. Wenn ich bei der EM aufs Podium fahre, ist alles vergessen.