Lokalsport

20:32 Lehrstundefür die Lenninger

Total verpatzt hat Handball-Verbandsligist SG Lenningen seinen ersten Heimspiel-Auftritt 2006/07: Beim 20:32 (10:17) im Testspiel gegen den Landesligisten TSV Grabenstetten wurde die SGL teilweise vorgeführt.

LENNINGEN Falls Lenningens Trainer Bruno Rieke das Nachbarschaftsduell unter der Kategorie Trainingsspiel eingestuft hatte, hatte er sich verkalkuliert: Die SG-Fans waren hinterher maßlos enttäuscht. Einer der strahlen konnte, war Gra-benstettens früherer Bürgermeister Bernd Schmid: "Ich wusste, dass der TSV den Rückstand aufholen kann." Lenningens Angriffsfeuerwerk mit einer 5:1-Führung nach sechs Spielminuten verpuffte schnell.

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Spätestens nach zehn Minuten war die Warm-up-Phase des TSV Grabenstetten beendet. Holder und Co. hatten jetzt die richtige Betriebstemperatur erreicht, standen jetzt in der Abwehr besser. Lenningen, oft schon an der 10-Meter-Linie attackierend, konnte die flinken und balltechnisch sicheren Gäste nicht halten. Die SG spielte zu pomadig und war zu lange mit dem Ball unterwegs. Die immer einen Tick schnellere Kullen-Sieben hatten in Kreisnähe keine Probleme, mit Steffen Ladner, Achim Holder sowie Steffen Buck den Abschluss zu machen.

"Immer wenn ich da bin, verliert die SG", sagte Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht. Stimmt nicht ganz: Bei den Frauen erweist er sich als Glücksbringer. Die Lenninger, zwischendurch total verunsichert und mit technischen Fehlern, musste Grabenstetten bis zur Pause auf 17:11 davonziehen lassen.

Wer von den SG-Fans einen Ruck in der zweiten Hälfte erwartet hatte, sah sich getäuscht. Lenningen agierte weiterhin ohne sichtbares Konzept mit viel Quer-quer-Spiel und schlecht getimten Würfen, und wenn es Regieanweisungen von der Bank aus gab, waren diese oft kontraproduktiv. SGL-Extrainer Hans Hahn, der Tribünengast, sah sein "Erbe" jedenfalls schlecht verwaltet. Nur einer wunderte sich nicht sonderlich: "Nach den Dauerläufen rund um den Bühl sind die Spieler sicher platt gewesen", sagte Franz Gere, Unterlenningens "Mister Fußball".

In der zweiten Halbzeit spielte die SG mit einer 5:1-Abwehr, hatte aber auch da Probleme. Grabenstetten blieb eindeutig besser, weil spritziger, motivierter und taktisch klug eingestellt. So setzte sich der Torreigen fort. Über 23:14 (40.) zogen die Älbler bis auf 30:19 (53.) weg und siegten am Ende des Vorspiels zum Universa-Cup-Vorrundenduell unerwartet deutlich.

döl

SG Lenningen: S. Lamparter, Born J. Lamparter (5), Kirschmann (4), Wiesinger (3), Braunwarth (3), Kazmaier (2), Schwohl (2), Rudolph (1), Segeritz (1), Baumann.TSV Grabenstetten: Schlenker Holder (8), Ladner (5), Rüggen (5), Buck (4), Goller (3/1), Brändle (3/1), Gollmer (3), Griesinger (1), Walter. Schiedsrichter: Kirschmann/Weller (Lenningen) leiteten gut.