Lokalsport

20,61: Tobias Unger knackt Meetingrekord

Tobias Unger liegt voll auf Kurs: Eine Woche vor den Deutschen und knapp drei Wochen vor den Europameisterschaften siegte der Wendlinger beim Hallenmeeting in Karlsruhe über 200 Meter souverän in 20,61 Sekunden.

PETER EIDEMÜLLER

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KARLSRUHE Top-Zeit, Top-Formkurve, Top-Aussichten und dennoch sah Tobias Unger nach seinem famosen Sieg in der Karlsruher Europahalle noch Steigerungspotenzial: "Am Ende der Gegengeraden war mein Lauf nicht ganz sauber", analysierte er nach dem Rennen, in dem er den Kameruner Joseph Batangdon um zwei Zehntelsekunden distanzieren konnte und nebenbei noch einen neuen Meetingrekord aufstellte.

Die Siegzeit des Wendlingers war umso bemerkenswerter, als er unter der Woche hart trainiert hatte und eigentlich müder hätte sein müssen. Pustekuchen: Unger steigerte sich in Karlsruhe gegenüber den vorangegangenen Rennen erneut und kommt dem deutschen Hallenrekord über 200 Meter immer näher. Seine Zeit von 20,61 Sekunden lag nur vier Hundertstel Sekunden über der des Leverkuseners Ralf Lübke, der fast auf den Tag genau vor 21 Jahren, am 11. Februar 1984 in Stuttgart 20,57 Sekunden gelaufen war.

"Ich glaube, dass er diese Zeit bald unterbieten wird", meinte Ungers Vereinskamerad Marc Kochan, der das Meeting von der Tribüne aus verfolgt hatte. Für Kochan ist Tobias Unger in der momentanen Form der Top-Favorit für den Titel bei den am 5. März beginnenden Europameisterschaften in Madrid. "Die einzigen, die in der Weltrangliste vor ihm stehen, sind Amerikaner."

Logisch, dass Unger für die am nächsten Wochenende in Sindelfingen stattfindenden Deutschen Meisterschaften erst recht der Titelanwärter Nummer eins ist. Sein Trainer Micky Corucle dämpft jedoch die Erwartungen und Hoffnungen all derer, die eine weitere Top-Zeit für diese Titelkämpfe erwarten. "In Sindelfingen geht es für Tobi nur um den Titel, nicht um die Zeit." Corucle spielt hierbei auf die in der Leichtathletik-Szene für weniger gute Zeiten bekannte Bahn im Sindelfinger Glaspalast an. "Das stimmt, Karlsruhe ist da schon besser", urteilt auch Marc Kochan.

Von Sieg zu Sieg eilend hatte Unger am gestrigen Abend noch einen weiteren, jedoch positiven, Stressfaktor: Der 25-Jährige gastierte in der SWR-Sendung "Sport im Dritten" und gab dort ebenso wie auf der Tartanbahn eine gute Figur ab.