Lokalsport

2:6 TTC kann nichts erben

Sie haben gekämpft, nicht aufgegeben geholfen hat es nicht. Wie 1999 gelang es dem TTC metabo Frickenhausen nicht, das Finale um die Deutsche Tischtennis-Meisterschaft zu gewinnen: Gestern verlor die Mannschaft das entscheidende Rückspiel bei Müller Würzburger Hofbräu mit 2:6. Damit wartet der TTC weiter auf den ersten Titel in der Vereinsgeschichte.

OLAF NÄGELE

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WÜRZBURG Die Ausgangsposition vor dem Rückspiel in Würzburg war für den TTC alles andere als günstig gewesen: Man musste wegen der schlechteren Bundesliga-Platzierung in Würzburg gewinnen. Am Druck könne es jedoch nicht liegen, dass man verloren habe, kommentierte Frickenhausens sichtlich enttäuschter Manager Christoph Reuhl nach Spielende: "Für Würzburg war der Druck genauso groß."

Letztendlich sei die bessere Mannschaft Deutscher Meister geworden, meinte Reuhl. "Wir haben zweimal unentschieden gespielt und zweimal mit 2:6 gegen Würzburg verloren. Rein rechnerisch waren die Franken also wohl das stärkere Team." Dem TTC blieb der Teilerfolg, im Finale gewesen zu sein, aber damit war an diesem Abend niemand zufrieden. "Es ist schon traurig, wenn man so viel Energie und Kraft in die Saison steckt und dann mit leeren Händen da steht", sagte der Manager.

Dabei war nach den Doppeln eigentlich noch alles drin gewesen für den TTC. Im Gegensatz zur Vorwoche traten Wosik/Tokic gegen Korbel/Leung und Ma/Lundquist gegen Feng/Fan an. Während Ma und Lundquist wenig Mühe mit Feng und Fan hatten und nach einem 0:1-Rückstand die Partie schnell in den Griff bekamen, taten sich Wosik und Tokic gegen die "unschlagbaren" Korbel/Leung sehr schwer. Sie lieferten zwar ein sehr sehenswertes Duell gegen Würzburgs Vorzeige-Doppel, aber nach vier Sätzen reihten sie sich doch in die Galerie der Geschlagenen ein.

In den Einzeln warteten die 2500 Zuschauer in der s.Oliver-Arena gespannt darauf, ob Petr Korbel (Würzburg) an die phantastische Leistung der Vorwoche anknüpfen konnte. Drei Punkte sicherte er seinem Team in Frickenhausen, weder im Doppel noch von Jens Lundquist und Ma Wenge war der Tscheche zu stoppen. Mit dem eigenen Publikum im Rücken zeigte Korbel erneut seine Klasse. Jens Lundquist bot zwar lange eisern Paroli und forderte Würzburgs Nummer 1 alles ab, doch nach einem dramatischen Fight musste er sich mit einem klaren 0:3 aus der Box schicken lassen. Am Nebentisch mühte sich Ma gegen Leung, der eine deutliche Leistungssteigerung zur Vorwoche aufwies. Bereits im ersten Satz zwang der Würzburger die Nummer eins des TTC in die Verlängerung, konnte zweimal einen Rückstand ausgleichen. Im fünften Satz behielt jedoch Routinier Ma die Nerven, setzte sich schnell ab und sicherte seinem Team den letzten Punkt der Partie, auch wenn das zu diesem Zeitpunkt niemand ahnte.

In der Folge scheiterte Torben Wosik erneut gegen das Abwehrbollwerk Chtchetinine, obwohl es kurz so aussah, als ob er den Block des Russen knacken könnte. Allerdings riss im Verlängerungssatz bei der Führung von 6:4 Wosiks Spielfaden. Er konnte nicht mehr punkten und da Bojan Tokic überraschend gegen Feng verloren hatte, hieß es zur Pause 2:4 aus der Sicht des Täles-Teams. Nach der Pause hatten es die Würzburger eilig. Fast zeitgleich punkteten Korbel gegen Ma und Leung gegen Lundquist, nachdem die beiden Akteure im TTC-Dress jeweils mit 1:0 in Führung gegangen waren.