Lokalsport

27:22 – Lenninger versetzen ihre Fans in Verzückung

Disziplinierte SG-Handballer verschaffen sich nach Heimsieg über den VfL Waiblingen II Luft im Tabellenkeller

„Das war die SG wie ich sie von früher kenne“, entfuhr es einem Fan nach dem Schlusspfiff des 27:22 (13:14)-Sieges der Lenninger Landesligahandballer über den VFL Waiblingen II. Lenningen zeigte die bisher beste Defensivleistung. Waiblingens Torfabrik (im Schnitt 30 Treffer pro Spiel) gelang in der zweiten Hälfte nur noch acht Treffer.

Lenningen. Die personellen Voraussetzungen waren aus Lenninger Sicht alles andere als optimal. Torhüter Matthias Attinger meldete sich kurzfristig verletzt ab. Holger Kiedaischs Telefonat erreichte „Stand by“-Keeper Sven Lamparter auf dem Westerheimer Reiterhof . „Ich komme“, war seine Antwort. Und noch einer kam: Jochen Leitner. Der Ötlinger Diakon tauschte nach der Abendmahlfeier Talar gegen Sportdress und machte zusammen mit Jens Kirschmann auf der rechten Abwehrseite die Schotten dicht.

Frei nach Martin Luthers „Ein feste Burg…“ hielt Lenningens Abwehrbollwerk in den letzten fünfzehn Minuten dem VfL-Druck stand. Dass der Sieg die SG-Chancen auf den Klassenerhalt deutlich steigert, liegt auf der Hand. Die Aussage von Michael Rehkugler, Weilheimer Keeper und Zaungast in Lenningen („Jetzt seid ihr durch“) erscheint dennoch verfrüht. Auch deshalb, weil sich die SG in der ersten Hälfte im Angriff recht schwer- tat. Zwei Abspielfehler konterten Alexander Rübel und Marc Baumann zum 5:3 (13.). In bestechender Form zeigte sich Jochen Renz auf der rechten Angriffsseite. Er setzte Steffen Zwicker drei Bälle ins Netz, sodass VfL-Spielertrainer Eugen Wenta in der 14. Minute einen Torhütertausch vornahm und Dirk Baumann brachte. Renzens Qualitäten zeichneten sich auch in der Abwehrmitte aus. Aus dieser Position kam Waiblingen ganz selten zum Erfolg. Der individuellen Klasse von Marc Jung, Uli Schmid und Arne Baumanns verdankten die Gäste ihre 14:13-Halbzeitführung.

Diese hielt noch bis zum 18:17 (45.). Lenningen, mit dem eingewechselten Sven Lamparter im Tor, steigerte sich. Er hielt zwei Strafwürfe und zwischen der 43. und 47. Minute zwei Gegenstöße. Zweimal nutzte Leitner seine Chancen – 18:18 (48.). Als Timo Haid gefoult wurde, zeigte Christoph Wiesinger Konstanz an der Strafwurfmarke – 21:18 (53.). Waiblingen wurde von Austen zum 22:18 (54.) ausgekontert.

War das die Entscheidung? Nein, es musste nochmals gezittert werden, nachdem Jung und Baumann auf 20:22 (56.) verkürzten. Kiedaischs Anweisungen am Spielfeldrand („Geht nicht zu früh in den Zweikampf“) fruchteten. Austen fing wieder ein Anspiel ab, startete durch und holte sich den Beifall beim 23:20 (56.) ab. Die Gäste, jetzt mit offensiver Deckung, wollten die SG zu Fehlern zwingen. Die blieben aus, weil Lenningens Siegeswille stärker war. Wiesinger, Kazmaier, Haid und Renz nutzten die Lücken zum 27:22-Endstand.

Gästetrainer Wenta machte die Niederlage an mehreren Punkten fest: „Bei uns war einfach die Luft raus. Lenningens Torhüter war stark.“ Holger Kiedaisch kommentierte den Erfolg so: „Wir haben diszipliniert gespielt. Es war ein Sieg des Kollektivs. Das Spiel wurde in der Abwehr gewonnen.“ döl

SG Lenningen: Born, S. Lamparter – Wiesinger (8/4), Renz (4), Austen (3), J. Lamparter (3), Leitner (3), Wald (2), Braunwarth (1), Haid (1), Kazmaier (1), Kirschmann (1), Brugger, Schwohl.

VfL Waiblingen II: Zwicker, D. Baumann – U. Schmid (4), A. Baumann (3), Jung (3), Schmidt (3/1), Rübel (3), C. Schmid (2), Wenta (2), Bischoff (1/1), Müller (1), Mayer. ­Zuschauer: 230.

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