Lokalsport

29:14 – SGL-Frauen wie entfesselt

Kabinenansprache wirkt wie Doping

Beim 29:14 (12:7)-Heimsieg fegte die SG Lenningen Gegner TV Flein förmlich aus der Halle.

Lenningen. Stark, stärker, SG. Ihre bisher beste Saisonleistung zeigte Frauen-Landesligist SG Lenningen beim 29:14 über den TV Flein. Oswin Gabler, früherer TSVO-Trainer undsonst eher dem Männerhandball zugetan, zollte der Sieben von Trainer Uli von Petersenn ein Extra-Lob: „Gegenüber der Vorsaison hat sich die Mannschaft stark verbessert“.

Das traf den Nagel auf den Kopf. In der zweiten Halbzeit spielte sich der neue Tabellenführer in einen wahren Rausch. Nur in einem blieb sich die SG treu: Die Startphase lief zäh an. Und da sah von Petersenn trotz aller Euphorie einen Ansatz zur Kritik: „Wir sind in der Abwehr zu spät herausgekommen und haben im Angriff zu lange verzögert“. Der Perfektionist, der in ihm durchbrach . . .

An diesem Abend konnte es nur einen Sieger geben – die SG. Die manchmal etwas holprige erste Halbzeit, bei der immerhin ein 12:7-Torepolster vorgelegt wurde, fand im rasanten Tempohandball der zweiten Hälfte ihren Höhepunkt. Da waren die Gäste einfach überfordert. Immerhin dauerte es 20 Minuten, bis sich die SG einen 9:6-Vorsprung he­rausgespielt hatte. Die Einzelaktionen überwogen. Dabei hatte Petersenn mit einer vollen Bank die Wahl der Qual. Sarah Timar, die angeschlagen war, kam erst in der 24. Minute ins Spiel. Davor „erkämpften“ Adriana Rau, Miriam Emmenegger und Antje Schlenk die SG-Tore. Auf Gästeseite konnte nur Anja Wörner dagegenhalten. Manchmal kann eine Halbzeitansprache des Trainers wie ein Dopingmittel wirken. Bei der SG war es so: Spielverständnis, Tempo und Durchsetzungsfähigkeit steigerten sich. Plötzlich war Lenningen auf 17:10 (38.) weggezogen. Umgekehrt gab‘s für Flein fast kein Durchkommen mehr. Torhüterin Nicole Hahn schloss nahtlos an die gute Torhüterarbeit ihrer Vorgängerin Lena Reichle an. Jetzt war Musik im Spiel, gelangen einige richtig gute Spielzüge. Ein Beispiel: Schweikert sah nach einem Doppelkreuzen die einlaufende Ulmer, die zum 26:12 (50.) traf.

Dann ein sehenswerte Aktion von Blocher – 27:12 (55.). Die Schlussphase geriet zum SGL-Schaulaufen, wobei der 30. Treffer einfach nicht gelingen wollte. Von Gästetrainer Denis Braun gab´s trotzdem ein Kompliment: „Die SG war unser bisher stärkster Gegner“. Das huschte bei dem auf Krücken gestützten Uli von Petersenn ein Lächlen über das Gesicht. döl

SG Lenningen: Reichle, Hahn – Rau (7/1), Timar (5/1), Emmenegger (4), Schlenk (4/1), Blocher (3), Kazmaier (2), C. Reichle (2), Schweikert (1), Ulmer (1), Baermann, Röhm, Schmack.

TV Flein: Baumgärtner – Wörner (7/3), Wojcik (2), N. Krummlauf (2), S. Krummlauf (1), Göttle (1), Lang (1), Armbruster, Lubich, Opl, Schuhkraft.

Zuschauer: 100.

Schiedsrichter: Neumaier/Neumaier, Heiningen.

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