Lokalsport

3000 Fans VfL vor Nervenprobe

Zum letzten Auftritt des Jahres reisen die Kirchheim Knights am Samstag zum Weihnachtsspiel nach Ilshofen bei Crailsheim. Die Hohenlohe-Arena ist mit 3000 Zuschauern komplett ausverkauft.

MAX DANIEL

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CRAILSHEIM In der ersten Saison in der zweiten Liga haben die Knights und ihre Anhänger ja schon einiges erlebt, aber das X-Mas-Game beim TSV Crailsheim dürfte noch einmal alles in den Schatten stellen. Sage und schreibe 3000 Zuschauer hatten sich bis Mittwoch Tickets für dieses Basketballspiel mit anschließender Party gekauft, sodass TSV-Präsident Martin Romig verkünden durfte: "Ausverkauft, nichts geht mehr, sonst steigen uns Polizei und Feuerwehr aufs Dach."

Viele Crailsheimer und Kirchheimer Basketball-Fans werden deshalb gar nicht dabei sein können. Gut haben es da die 100 Mitfahrer in den Fanbussen, die in den Genuss des festgelegten Karten-Kontingents kommen, das Romig den Kirchheimern zugestanden hat. Ganz sicher in die Halle reingelassen werden aber Pasko Tomic, seine elf Spieler, Team-Manager Volker Oesterle und Physiotherapeutin Uschi Wackershauser. Und sie wollen zusammen für ein Happy End zum Jahresabschluss sorgen, das den Einheimischen die Party verdirbt. Tomic: "Ich denke nicht, dass sich meine Spieler von der Kulisse beeindrucken lassen. Ob jetzt 1200 in der kleinen Sporthalle Stadtmitte oder 3000 in dieser Arena sind, das ist kein elementarer Unterschied."

Von den Ergebnissen, dem Tabellenstand und dem Heimvorteil her gelten die Merlins natürlich als leichter Favorit. Bisher gelangen fünf Siege, doch nach dem tollen Start mit 3:1-Erfolgen, darunter gegen die Spitzenteams aus Jena und Chemnitz, folgte eine schlimme Serie von fünf Pleiten nacheinander. Die wurde mit dem glücklichen 71:70 gegen Ehingen Treffer in der Schlusssekunde durch den Amerikaner Willie Young zwar unterbrochen, doch anschließend ließ sich die Mannschaft von Trainer Arne Alig in Breitengüssbach 88:59 überrollen. Mit dem wenig glanzvollen 89:71 beim auch noch ersatzgeschwächten Tabellenletzten Mainz gelang zwar vor einer Woche der fünfte Sieg, aber unschlagbar sind die Merlins keineswegs.

Ihr bester Scorer ist eben Willie Young, mit 19,9 Punkten Nummer acht der Liga, aber auch der Amerikaner Greg Miller (15,8), der einen italienischen Pass besitzt, Stan Bufford (USA, 14,7) und Center Lucian Kieser (11,4) können jederzeit zweistellig punkten. Unter dem Korb bekommt Kieser (2,03 m) seit drei Wochen Unterstützung von Bundesliga-Veteran Karim Aw (2,05 m), der immer besser ins Team findet. Der 41-Jährige hatte unter der Woche Knieprobleme, wird aber sicher im Team sein. Coach Arne Alig mahnt jedenfalls zur Vorsicht: "Wir sollten gewarnt sein, Kirchheim hat ein starkes, vor allem sehr geschlossenes Team."

Das Weihnachtsspiel, seit 15 Jahren eine Institution im Hohenlohischen, war übrigens nicht immer ein Vorteil für die Merlins, schon oft mussten dem Gegner die Punkte überlassen werden. Darauf und auf ihre Kampfkraft bauen auch die Knights. Alle Spieler brennen auf dieses besondere Spiel, wollen die Bundesliga-Atmosphäre genießen und sich den positiven Jahresabschluss erkämpfen. Eine besondere Rolle dürfte dabei den "schnellen Großen" des VfL zukommen: Antonis Sivorotka (2,02 m), Tom Klemm (2,02 m) und auch Kosta Karamatskos (1,96 m) sollten ihre Vorteile gegen die kleineren Aufbau- und Flügelspieler auf der Gegenseite ausnutzen. Tim Burnette und Ross Jorgusen müssen dafür die brandgefährlichen Schützen Young, Miller und Bufford kontrollieren. Gelingt das, findet Center Alex Zyskunov seinen Rhythmus und der wieder auferstandene Kai-Uwe Kranz sein Händchen, ist in Crailsheim etwas möglich.

Anschließend gehen die Knights in den Urlaub, allerdings nur bis Neujahr, wenn bereits das erste Training ansteht. In dieser einzigen freien Woche zwischen Mitte August und Ende April muss der Akku wieder aufgeladen werden noch stehen 17 Spiele an.

VfL Kirchheim Knights: Burnette, Goehrke, Hountondji, Jorgusen, Karamatskos, Klemm, Kranz, Lenger, Reichmuth, Sivorotka, Zyskunov.