Lokalsport

3:2 Ziegler cool

Verbandsligist VfL Kirchheim geht mit mehr Planungssicherheit ins Saisonfinale. Das gestrige 3:2 (0:1) in Schönaich war nicht nur ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Klassenerhalt, sondern auch gleichbedeutend mit dem Sprung auf Platz sechs.

REIMUND ELBE

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SCHÖNAICH Schon der vergangene Freitag und Samstag hätte aus tabellarischer Sicht für den VfL nicht besser laufen können. Keinem der hinter den Kirchheimern platzierten Teams gelang ein Sieg. "Das war regelrecht nach Maß", befand der sportliche Leiter des VfL, Norbert Krumm, angesichts der Niederlagen der TSF Ditzingen, des FV Rottweil, der SG Schorndorf sowie des Remis zwischen Frickenhausen und Wangen.

Die Gunst der Stunde? Der VfL schien lange nicht in der Lage sie im Schönaicher Waldstadion zu nützen. Vor allem vor der Pause bot der frühere Regionalligist ein Bild des Jammers. Jener VfL, der noch am Mittwochabend die SF Dorfmerkingen auf deren Gelände mit einem druckvollen, aggressiven Spiel immer wieder in höchste Nöte gebracht hatte, wirkte gegen den wahrscheinlichen Absteiger aus der Böblinger Ecke behäbig, trug seinen Teil zu einer "Fehlpassorgie" (so TSV-Trainer Bernd Hoffmann später) vor dem Seitenwechsel bei.

Ins Bild passten da vor der Pause besonders zwei Szenen: Die bis zur (längst fälligen) Auswechslung in der Schlussphase indisponiert wirkende VfL-Offensivkraft Fabio Morisco traf in der 19. Minute unbedrängt aus neun Metern das TSVS-Tor nicht, in der 45. Minute landete zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen ein gegnerischer Freistoß aus 23 Metern Entfernung im VfL-Tor. Im Gegensatz zum Dorfmerkinger Kunstschuss am vergangenen Mittwoch wurde diesmal das Leder von einem in der Mauer stehenden Kirchheimer Akteur abgefälscht und schlug halbhoch auf rechter Seite im VfL-Tor ein. VfL-Keeper Jürgen Rechner war chancenlos.Dass letztendlich die Exkursion nach Schönaich doch noch ein gutes Ende nahm, lag vornehmlich an zwei Gründen: Die auf engem Raum teils ansehnlich agierenden Gastgeber offenbarten große Schwächen im weiträumigen Spielaufbau. Punkt zwei: Zumindest ein Teil der VfL-Mannschaft offenbarte jenen Siegeswillen, der nötig ist, um solch undankbare Aufgaben wie bei einem Tabellenvorletzten zufriedenstellend zu lösen.

VfL-Kapitän Mario Grimm führte beim Auftritt an ehemaliger Wirkungsstätte dieses Herauskitzeln letzter Reserven vor: Der VfL-Mittelfeldakteur lieferte sein bisher bestes Saisonspiel, lief unzählige Male die Räume ab, gewann viele Zweikämpfe und leitete die ein oder andere sehenswerte VfL-Aktion ein. Für die Tore sorgten aber andere. In der 49. Minute egalisierte Angreifer Cem Korkmaz die Schönaicher Führung, als er eine kluge Steilvorlage von Torsten Raspe aus 14 Metern mit einem unhaltbaren Flachschuss ins rechte Eck abschloss. In der 73. Minute sprang Korkmaz über einen von Emrah Polat aus halblinker Position scharf in die Mitte gezogenen Freistoß, berührte die Kugel noch leicht, irritierte damit den TSV-Torwart, der nur noch dem an ihm vorbei ins rechte Eck fliegenden Ball nachblicken konnte.

Für den VfL-Schlusspunkt in einer nervenaufreibenden Schlussphase, die Schönaicher hatten zuvor das 2:2 erzielt, sorgte der eingewechselte Stefan Ziegler. Aus einem Gewühl heraus schoss er bei seinem Comeback auf coole Weise das Siegtor. "Es war ein Abpraller, ich habe einfach ohne zu zögern den Ball durch eine Lücke geschoben", freute sich der 26-Jährige. Was Kirchheims Spielertrainer Rentschler zu einem Sonderlob veranlasste. "Da zeigt sich eben Stefans Qualität er hat keinen Kunstschuss versucht, sondern den Ball einfach ganz trocken im Tor untergebracht."

TSV Schönaich:

Bonertz - Sahin, Conte (83. Maric), Butz - Kalpakidis (67. Pereiro), Totskas, Sejdovic, Weiss, Acigüz (64. Kalcan) - Balmuk, Kuhn.VfL Kirchheim:

Rechner - Fuchs, Eisenhardt, Rentschler, Siopidis - Isci (62. Dashi), Grimm, Raspe (78. Ziegler), Polat - Morisco (78. Baumer), Korkmaz.Tore:

1:0 (45.) Sejdovic, 1:1 (49.), Korkmaz, 1:2 (73.), Korkmaz 2:2 (75.), Totskas, 2:3 (86.) Ziegler.Gelbe Karten:

Sahin, Sejdovic, Pereiro Grimm.Zuschauer:

220.Schiedsrichter:

Michael Meyners (Biberach/Riß) leitete ausgezeichnet.