Lokalsport

39:30 Die SGL marschiert munter weiter

Die SG Lenningen hat ihre Ambitionen auf die Meisterschaft der Handball-Landesliga am Samstag mit einem klaren und verdienten 39:30 (17:16)-Sieg über den SKV Unterensingen eindrucksvoll untermauert.

LENNINGEN Der Halbzeitstand der samstäglichen Partie dient als Beleg: die dreiwöchige Pause mit etlichen personellen Fragezeichen versehen, ließ Lenningen zu Beginn nicht so richtig ins Spiel kommen. Der verletzte Jochen Leitner wurde in der Abwehr sehr vermisst und auf der Bank saß ein grippegeschwächter Christoph Wiesinger. "Wir hatten vor allem in Eins-zu-Eins-Situationen große Probleme gegen die schnellen SKV-Spitzen," fasste SG-Trainer Hans Hahn seine Eindrücke aus der ersten Hälfte zusammen und lobte im gleichen Atemzug die Offensivleistung: "Hagen Braunwarth und Volker Schwohl haben sensationell gespielt."

Anzeige

Braunwarth war in der Tat kaum zu halten. Zwölfmal war er erfolgreich und mit ihm zusammen "lochte" Schwohl in einer kritischen Phasen dreimal hintereinander ein. Als Spielmacher Steffen Kazmaier nach acht Minuten verletzt auf die Bank musste, fehlte die Zuordnung in der Mannschaft. Die 4:1-Führung (8.) egalisierten die Gäste durch Ralf Wagner letztlich zum 6:6 in der 12. Minute. Im Spielaufbau der SG waren einige "Flattermänner" unterwegs. Diese ungenauen Anspiele fingen Frank Schlipf und Holger Schönfeldt ab und konterten erfolgreich.

Die SG war in der Rückwärtsbewegung mehrmals orientierungslos. Ein Problem, das aber vorne durch Braunwarth und Schwohl ausgeglichen wurde. Marc Segeritz, bis dahin vom Wurfglück nicht begünstigt, schlüpfte nach und nach in die Kazmaier-Rolle und verteilte klug die Bälle. Nach Schwohls 12:8 (20.) und einem Flachwurf von Jochen Renz zum 14:9 (23.) folgte jedoch eine Schwächephase der Lenninger. Die SG leistete sich jetzt einige Fehlwürfe, hatte Ballverluste schon im Aufbau zu beklagen und wurde von den schnellen SKV-Jägern Martin Basler, Michael Frech, und Ralf Wagner zum 14:13 (26.) fast überrannt. Lenningen stand mächtig unter Druck. SG-Torwart Sven Lamparter rettete mehrmals bravourös. Allein SG-Tormaschine Braunwarth verlor nicht die Übersicht und warf mit drei Toren in Folge die knappe 17:16-Halbzeitführung heraus.

In der Hahn'schen Startformation zur zweiten Hälfte stand nun wieder der stabilisierte Steffen Kazmaier und der bislang geschonte Christoph Wiesinger. Urplötzlich lief das SG-Spiel auf allen rund: schnell, präzise und erfolgreich. Nach sieben Minuten lag der Tabellenführer schon 23:19 vorne. Und immer noch hatte Braunwarth seinen Torhunger nicht gestillt. Der "Bazillus" des Torewerfens griff über. Marc Segeritz, Jens Kirschmann, Jochen Gökeler und Christoph Wiesinger hatten nun alle ihr Visier richtig justiert. Die Vorentscheidung fiel durch "Abfangjäger" Wiesinger, der Michael Krebs beim 27:21 (43.) tunnelte.

Keine Schnittstellen-Probleme gab's beim Torhüterwechsel der SG: Jörg Tombrägel schloss nahtlos an die Topleistung seines Vorgängers Sven Lamparter an. Die Gäste hatten dem wirbelnden SG-Kollektiv nichts mehr entgegenzusetzen. Lenningen, nun total offensiv ausgerichtet, wurde nur dann bestraft, wenn zu unvorbereitet der Abschluss gesucht wurde. Nach dem 37:28 (58.) durch Jochen Gökeler und Jo Wiesingers 38:29 in der gleichen Minute, hofften die SG-Fans, dass das 40. Tor noch fallen würde. Es reichte jedoch nur noch zum 39:30 durch Marc Segeritz. Für das Sahnehäubchen auf einer "Zucker-Partie" in der zweiten Halbzeit sorgte Keeper Jörg Tombrägel, der Sekunden vor dem Abpfiff einen Strafwurf von Ralf Wagner hielt.

Beide Trainer waren nach dem Spiel nicht unzufrieden. SKV-Coach Martin Keppeler: "Schade, dass wir in der zweiten Hälfte die taktische Linie verloren haben." Sein Lenninger Kollege Hans Hahn sah Abwehr- und Angriffsleistung seiner Mannschaftdifferenziert: "Unterensingen hat in der ersten Hälfte unsere individuellen Abwehrschwächen ausgenutzt. Dieses Defensivverhalten war aber nicht unser normales Niveau. Wir konnten dies jedoch heute durch eine überragende Angriffsleistung kompensieren."

döl

SG: S. Lamparter, Tombrägel; Braunwarth (12), Segeritz (5/1), Kirschmann (4), C. Wiesinger (4), Schwohl (4), J. Lamparter (3), Kazmaier (2), Gökeler (2), Renz (2), J. Wiesinger (1/1)SKV: Krebs, Heinecke; Schönfeldt (6), Basler (5/2), Minsch (4), Schlipf (4), Schmid (4), Wagner (4), Frech (2), Volk (1), DettingerZuschauer: 300Schiedsrichter: Hoffmann und Sauer aus Heidenheim leiteten regelsicher.