Lokalsport

40-Punkte-Zwischenspurt als Siegesgrundlage

In einem Spiel mit Höhen und Tiefen erfüllten die Regionalliga-Basketballer des VfL Kirchheim ihre Pflicht und schlugen den ersatzgeschwächten SV Tübingen 80:71 (42:35).

KIRCHHEIM Mauro Parra, Co-Trainer der Tübinger Bundesliga-Mannschaft und zusammen mit Ex-Bundesligaspieler Claus Sieghörtner für das Regionalligateam verantwortlich, musste für die Partei in Kirchheim auf seine beiden Besten verzichten: Aufbauspieler Jan Bösing war studienbedingt verhindert, Flügel-Flitzer Frank Hörrmann erkältet. Zudem verzichtete er nach erst zwei Trainingseinheiten auf Neuzugang David Bouwmeester.

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Leichtes Spiel also für die Kirchheimer? Ansichtssache im ersten Viertel war es eine Mischung des Karlsruhe-Schocks, totaler Übermotivation und Schusspech (0:6 Dreier), die diese zehn Minuten völlig verunglücken ließ. "Die waren völlig verkrampft", analysierte Coach Theo Leftakis, der neben dem angekündigten Marco Stifel überraschend Wilu Lenger in der Startformation hatte. Nach eher unauffälligen fünf Minuten war Stifel dann allerdings auch schon wieder draußen und kam erst im Schlussviertel wieder.

Die Kirchheimer Misere dauerte exakt bis zur 14. Minute, als Kai-Uwe Kranz beim Stand von 22:31 seinen zweiten Dreier traf. Es war der Beginn einer einmaligen Wurf-Show. Innerhalb der nächsten zwölf Minuten rauschten sechs Fernwürfe des Kirchheimer Kunstschützen durch die Reuse. Auch Ross Jorgusen, James Hayden und Nenad Lukic streuten Dreier ein, die Abwehr ließ praktisch gar nichts mehr zu und so stand es in der 26. Minute 62:40 für den VfL 40:9 Punkte in zwölf Minuten. Hier zeigten die Kirchheimer, zu was sie fähig sind, wenn alle ihr Potenzial abrufen.

Nach dieser absolut sehenswerten Gala hätten die 700 Zuschauer, die in die Sporthalle Stadtmitte gekommen waren, sich getrost mit anderen Dingen beschäftigen können. Theo Leftakis: "Es ist immer das gleiche: Wenn es zu gut läuft, versuchen fast alle, selbst zu glänzen." Der VfL verlor gegen das Tübinger Juniorenteam die letzten 14 Minuten mit 18:31. Das lag natürlich auch daran, das Leftakis in dieser Phase seine Bankspieler gleich im Rudel aufs Feld schickte.

In den letzten zehn Minuten stand zunächst Ross Jorgusen, dann James Hayden mit vier Ersatzspielern auf dem Feld. Allein Marco Stifel zeigte noch einige sehenswerte Aktionen. Er war am Ende nach den absolut überragenden Jorgusen, Kranz und Bill Goehrke, der in relativ wenigen Minuten 15 Rebounds einsammelte, der effektivste Spieler. Der Sieg geriet in keiner Weise in Gefahr, erst in der Schlussminute schrumpfte der Vorsprung auf unter zehn Punkte. Die optimale Unterhaltung war das für die geduldigen Fans nicht gerade.

In zwei Wochen kommt die Bundesliga-Reserve aus Ludwigsburg, dann geht es zum MTV Stuttgart und schließlich zu Tabellenführer KGJ Schwenningen. Bis dahin sollte wieder Konstanz ins Spiel und die Freiwurf-Trefferquote erhöht werden. Gegen Tübingen trafen nur fünf von zwölf das Ziel, in der Rückrunde nur 45 von 84.

mad

VfL Kirchheim:

Bruck, Goehrke (8) Hayden (9/1), Jorgusen (19/1) Kikic, Kranz (26/7), Lenger (2), Lukic (6/1), Stifel (7), Tsouknidis, Weiß (3/1).SV Tübingen:

Weng (12), Gomez (5), Ortlieb (14), Polunic, Steffen, Kochendörfer (16/3), Gyamerah (4), Klemm (10), Pfüller (10).Dreier:

11 (VfL), 3 (SV).Fouls:

24 (VfL), 17 (SV).Freiwürfe:

5:12/41,7 Prozent (VfL), 13:24/54,2 Prozent (SV).Viertel:

18:25, 24:10, 26:9, 12:27.Schiedsrichter:

Thomas Endriß (Möhringen) und Daniel Etiskol (Pforzheim) machten einen unauffälligen Job.Zuschauer:

700.