Lokalsport

6:1 furioser TTC setzt ein Zeichen

"Mit solch einem Ergebnis hat niemand von uns gerechnet", freute sich Präsident Wohlhaupter-Hermann nach der Begegnung. Manager Reuhl ergänzte: "Die Mannschaft hat mit diesem Spiel ein Zeichen gesetzt, wie gut sie wirklich ist." Mit einem überdeutlichen 6:1 schickte der TTC Frickenhausen gestern Abend den Lokalrivalen aus Plüderhausen nach Hause und zerstörte damit den Remstaler Traum von der Herbstmeisterschaft.

OLAF NÄGELE

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FRICKENHAUSEN Zugegeben: Viel zu holen gab es für den SV Plüderhausen in den vergangenen Jahren nie, wenn sich die Remstaler aufmachten, um gegen den TTC Frickenhausen anzutreten. Doch vor diesem Spiel galten sie, dem Tabellenstand zufolge, als Favoriten, hätten bei einem Sieg und einem entsprechenden Abschneiden der Konkurrenz sogar Herbstmeister werden können. Doch der TTC sorgte recht anschaulich dafür, dass aus diesem Traum nichts werden konnte.

Bereits in den Doppeln zeigte sich, wie motiviert die Hausherren waren. Ma/Tokic starteten gegen Persson/Paszy zwar sehr verhaltenen, trumpften jedoch ab dem dritten Satz auf. In tollen Ballwechseln nahmen sie unter dem Jubel der 1200 Zuschauer ihren Kontrahenten Punkt für Punkt ab. Im dramatischen Entscheidungssatz brachen sie noch einmal kurz ein, verspielten eine 9:2-Führung, ließen ihre Gegner auf 9:9 herankommen, doch am Ende blieben die Frickenhauser Akteure die strahlenden Sieger.

Am Nebentisch standen sich mit Wosik/Lundquist und Waldner/Keen die beiden derzeit besten Doppel der Bundesliga gegenüber, die Plüderhausener sogar noch ohne Punktverlust. Zunächst sah es auch so aus, als könnten die "Unbesiegbaren" ihre Bilanz ohne Makel weiterführen, doch das Erfolgsduo aus Frickenhausen kam immer besser ins Spiel und baute nach vier Sätzen die eigene Serie weiter aus. "Das waren Doppel auf allerhöchstem Niveau", schwärmte Präsident Wohlhaupter-Hermann im Anschluss.

Im Duell der Routiniers hatte Ma wenig Mühe gegen Waldner. Auch wenn hier streckenweise Tischtennis vom Allerfeinsten geboten wurde, war der Schwede zu unbeweglich, um dem motivierten Chinesen den Sieg streitig machen zu können. Ganz anders ging es in der Begegnung Lundquist gegen Persson zur Sache. Die beiden schwedischen Nationalspieler schenkten sich nichts, doch am Ende entschied die starke kämpferische Leistung von Lundquist. Mit seinem 3:2 knüpfte er nahtlos an die guten Spiele der letzten Wochen an. Eine Überraschung gab es am hinteren Paarkreuz. Plüderhausens Nummer 3 Karakasevic war nicht am Start und wurde durch Yang ersetzt. Nach Ansicht des TTC-Präsidenten ein taktischer Fehler: "Es hat uns überrascht, dass Paszy nicht an seiner Stelle gespielt hat. Das wäre schwer für Tokic geworden, denn der Ungar liegt ihm gar nicht."

Der Mannschaft aus dem Neuffener Tal konnte es recht sein: Gegen Yang reichte dem jungen Slowenen eine solide Leistung, um zu gewinnen. Lediglich Torben Wosik ging an diesem Nachmittag leer aus. Er traf auf Trinko Keen, der seit Wochen in einer fantastischen Verfassung ist. Entsprechend wenig konnte er dem Niederländer entgegensetzen. Keen sicherte seiner Mannschaft den einzigen Punkt. Den Sieg der Frickenhausener machte Ma in einem an Spannung nicht zu übertreffenden Fight gegen Persson perfekt.

Damit bleibt der TTC metabo im Kampf um die Play-off-Plätze am Ball. "Wenn wir nächste Woche gegen Jülich gewinnen, sind wir wieder bei der Musik", fasste Präsident Wohlhaupter zusammen.

Ma/Tokic - Persson/Paszy 4:11, 7:11, 11:9, 12:10, 11:9; Lundquist/ Wosik - Waldner/Keen 6:11, 11:6, 11:7, 11:9; Ma - Waldner 11:4, 12:10, 11:8; Lundquist - Persson 11:7, 8:11, 6:11, 13:11, 11:8; Wosik - Keen 6:11, 2:11, 1:11 Tokic - Yang 11:5, 11:6, 7:11, 11:8; Ma - Persson 4:11, 11:7, 11:8, 9:11, 11:9.