Lokalsport

74 Tore Ligarekord in der Teckhalle

Die Fans kamen voll auf ihre Kosten, die Statistiker mit dem Torezählen kaum nach: Mit einem eindrucksvollen 44:30 (22:11)-Schützenfest endete das Heimspiel des TSV Owen über den TSV Bad Urach. Durchschnittlich fiel jede 48 Sekunden ein Treffer: ein Novum für die Landesligasaison 2005/06.

OWEN Während der Partie war klar zu erkennen, dass die Gastgeber keinerlei Zweifel an ihrer Favoritenrolle aufkommen lassen wollten. Die Akteure blieben fast die gesamte Spielzeit über hoch konzentriert. Das TSVO-Aufgebot war verstärkt worden durch Anleihen aus dem Unterbau in Form von Tobias Schmid und Matthias Attinger, der, für den verletzten Arpad Fazakas eingesetzt, sein Landesliga-Debüt gab.

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Nach dem nicht ganz programmgemäßen Heimerfolg gegen den TSV Scharnhausen waren die abstiegsbedrohten Badstädter mit viel Erwartungen unter die Teck gereist. Ihre Siegesträume machte die Winkler-Sieben schon in den ersten Minuten zunichte.

Auszeit nach drei MinutenMit einer offensiven Deckung wurden die Gäste ebenso überrascht wie zu Fehlern gezwungen. Schnelle TSV-Treffer waren die Folge. Bereits nach drei (!) Minuten sah sich Gäste-Coach Manfred Haase zur Auszeit gezwungen: Die Owener führten da mit 4:0. Unaufhaltsam rollte der Tälesexpress weiter. Erst beim 6:1-Zwischenstand wurde der stark aufspielende TSV-Torhüter "Matze" Carrle zum ersten Mal überwunden. Bis zum 8:2 hatte der TSV die Partie voll im Griff.

Kosequentes Zupacken in der Abwehr und überlegtes Angriffsspiel ließen die Gäste erst gar nicht ins Spiel finden. Nun folgte eine kurze Schwächephase, in der vor allem der Uracher Rückraum ins Rollen kam. Bis auf 12:8 (17.) schrumpfte der Vorsprung zusammen. Angetrieben vom wiedergenesenen Heiko Hoyler spielte sich der TSV jetzt in einen wahren Rausch. Das gelb-schwarze Abwehrbollwerk war nicht zu überwinden und die den Ballgewinnen folgenden Konter wurden vom schnellen TSV-Duo Klett/Winkler zählbar vollendet. Bei Halbzeit (22:11) war das Spiel praktisch entschieden.

Schrecksekunde für die Owener direkt nach der Pause: Kapitän Lars Kirchner wurde bei einem Wurf gefoult, am Kopf getroffen und musste das Spiel mit einer Augenverletzung beenden. Nach der Partie wurde er ins Krankenhaus gefahren. Kirchners Ausfall und der weiterhin deutliche Vorsprung waren dann wohl auch die Gründe dafür, dass sich im TSV-Defensivspiel Nachlässigkeiten einstellten. Im Angriff gab es weiterhin kaum Mängel zu finden: Die TSV-Tormaschine lief vorgestern auf Hochtouren. Sowohl Benjamin Kazmaier vom Rückraum als auch Christoph Hoyler vom Kreis bewiesen dabei viel Treffsicherheit. Schwächer als im ersten Durchgang präsentierte sich die Owener Abwehr, die den Uracher Rückraumschützen nun zu viele Freiheiten ließ. Nach 42 Minuten stand es 30:19.

In der Schlussviertelstunde legten die Owener nochmals einen Zahn zu, erhöhten auf 35:19 die Messe war endgültig gelesen. Gegen Ende der Partie wechselte noch Debütant Matthias Attinger in den Owener Kasten vor allem bei Uracher Schüssen aus der Nahdistanz glänzte er mehrfach.

Nichtsdestotrotz gab es in den letzten Spielminuten nochmals etliche Tore: Beide Mannschaften konzentrierten sich offensichtlich mehr auf das Torewerfen denn auf die Abwehrarbeit. Dementsprechend durften die zufriedenen Owener Zuschauer die torreichste Partie der bisherigen Landesligasaison bejubeln: 74 Tore gab es noch nicht. Am Ende unterstrichen die Owener eindrucksvoll ihre Ambitionen, am Ende der Spielrunde auf Platz zwei zu stehen. Kommenden Samstag empfangen sie mit dem TSV Grabenstetten den schärfsten Rivalen zum vielleicht schon vorentscheidenden Spiel um den Aufstiegsplatz.

br

TSV Owen: Attinger, Carrle Blumauer (1), Dunkel (3), C. Hoyler (5), H. Hoyler (9), Kazmaier (4), Kirchner (2), Klett (9/2), Meißner, Schmid (3), Wahl (2), Winkler (6).Schiedsrichter: M. Illig/S. Illig (SV Remshalden).