Lokalsport

8:1 Fußballfest an der Jesinger Allee

"Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, dann schieße ihn halt ins Tor." Der VfL Kirchheim setzte dieses nicht ganz ernst gemeinte Fußballermotto gestern Abend beim 8:1 (6:1) gegen den Verbandsliga-Neuling SV Fellbach fleißig in die Tat um.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Als ob sie es geahnt hätten: Rund 350 Zuschauer pilgerten bei milden Spätsommertemperaturen von 21 Grad an die Jesinger Allee der beste Besuch, seit dem Verbandsliga-Lokalderby gegen den FC Frickenhausen im Oktober des vergangenen Jahres, als rund 450 Fans ein 2:2 sahen. Diesmal hatten die VfL-Symphatisanten etwas mehr Glück mit der Vorstellung der eigenen Mannschaft. Fast schon denkwürdig war es nämlich, was das teilweise wie aus einem Guss spielende Team von Trainer Michael Rentschler bot.

Gegen einen vor allem vor der Pause heillos überforderten Aufsteiger wurde die Partie schnell zu einer einseitigen Angelegenheit.

Dabei zeigte der VfL sogar Nehmerqualitäten. Zwar war den Kirchheimern bereits nach 94 Sekunden das 1:0 gelungen, doch nur drei Minuten später retournierten die Gäste. Doch dann war Schluss mit lustig. Der VfL zog das Tempo an, agierte unter anderem über die zwei technisch versierten Meha-Brüder die Last-minute-Neuzugänge immer wieder präzise nach vorne und krönte nahezu jeden ernst zu nehmenden Angriff mit einem Tor. Besonders Cem Korkmaz hatte einen unglaublichen Abend. Egal, was der am vergangenen Spieltag beim 0:4 in Ravensburg nicht sonderlich glücklich agierende Ex-Reichenbacher auch fabrizierte, am Ende der meisten Offensivaktionen zappelte das Runde im Eckigen: Korkmaz traf vier Mal. VfL-Debütant Feriz Meha glänzte mit zwei sehenswerten Treffern. Wobei sein halbhoher Schuss zum 4:1 aus über 25 Metern Entfernung in puncto Schusstechnik fast schon ein Geniestreich war. Wie groß die Verunsicherung beim SV Fellbach war, davon zeugte auch ein Eigentor des Defensivmannes Adrian Marrazzo: Unbedrängt drückte der Fellbacher die Kugel mit dem Kopf aus wenigen Metern unter die Latte.

Die VfL-Fans unter den Zuschauern waren jedenfalls aus dem Häuschen. Schon zur Pause gab es für das Team von Michael Rentschler, der erstmals ausschließlich als Trainer fungierte und nicht auf dem Spielberichtsbogen erschien, Standing Ovations. Das "Fußballfest" (Rentschler) ging nach der Pause allerdings nicht mehr so rauschend weiter. Die Kirchheimer steckten etwas zurück, verpassten somit einen durchaus möglichen zweistelligen Erfolg, während die bemitleidenswerten Fellbacher nur noch auf Schadensbegrenzung spielten.

VfL Kirchheim:

Volber Fuchs, Eisenhardt, Siopidis, Er Isci, Grimm (63. Kutscher), Alban Meha, Polat Feriz Meha (71. Eberhardt), Korkmaz (60. Raspe).SV Fellbach:

Kraft Eberle, Lehmann, Hinderer (59. Fringelis), Marrazzo Vulcano, Lösch, Marrazzo, Capasso Trickov, Leskovar.Tore:

1:0 Korkmaz (2.), 1:1 Leskovar (5.), 2:1 Feriz Meha (6.), 3:1 Korkmaz (11.), 4:1 Korkmaz (19.), 5:1 Feriz Meha (34.), 6:1 Marrazzo (38., Eigentor), 7:1 Korkmaz (54.), 8:1 Alban Meha (71.).Gelbe Karten:

Eisenhardt Lehmann, Eberle.Schiedsrichter:

Björn Vielberth (Reutlingen).Zuschauer:

350.