Lokalsport

97:91 Korbfestival der Kellerkinder

Das war bitter nötig: Mit dem 97:91 (44:46) in der Sporthalle Stadtmitte gegen den Abstiegskonkurrenten USC Freiburg haben die Kirchheim Knights ihren Heimspiel-Fluch überwunden.

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Eines kann man nach diesem bemerkenswerten Basketballspiel schon einmal festhalten: Jeder der 1100 Zuschauer in der Sporthalle bekam am Samstag erstklassige Unterhaltung geboten. Es war ein unglaubliches Offensiv-Feuerwerk, das überhaupt nichts von einem Kellerduell des 14. gegen den 15. hatte, das die beiden Mannschaften abbrannten. 64 Prozent aus dem Feld trafen die Knights, 53 Prozent die Badener. Was natürlich zum Teil mit der oft nicht konsequenten Deckungsarbeit zu tun hatte, aber auch mit der Qualität der Protagonisten an diesem Abend.

Die Freiburger spielten Risiko, trafen aber, vor allem durch Sean Hampton, auch die verrücktesten Würfe, die Knights dagegen blieben bei ihrem Plan, spielten meistens geduldig ihre Angriffe aus und wurden dafür mit hochprozentigen Wurfchancen belohnt. 20 Assists (gegen acht des USC) belegen dies deutlich. Trotzdem hätte dieses Spiel, das Kirchheim auf gar keinen Fall verlieren durfte, auch in die Hose gehen können.

Doch von vorne: Mit einem wahnwitzigen Tempo begannen beide Teams das Spiel und trafen auch noch alles. Der VfL startete mit vier Treffern am Brett durch Alex Zyskunov, Tom Klemm und Kosta Karamatskos, der das erste Mal zusammen mit Ross Jorgusen starten durfte. Aber Freiburg konterte nach Belieben, sodass es nach drei Minuten schon 8:8 stand. So ging es gerade weiter, erst zu Beginn des zweiten Viertels konnte sich der VfL dank Antonis Sivorotka etwas absetzen (36:29, 14.). Da war dann auch Neuzugang Tim Burnette (siehe Extra-Story) auf dem Feld, zeigte aber noch leichte Eingewöhnungsschwierigkeiten. Freiburg aber kam zurück und schaffte in den nächsten sieben Minuten einen Besorgnis erregenden 23:8-Lauf. Besonders die beiden Dreier nacheinander unmittelbar zu Beginn der zweiten Hälfte zum 44:52 taten weh, doch die Knights hielten den Druck aus.

Sivorotka (13) und der starke Tom Klemm (6) machten die Mehrzahl der Punkte in diesem Viertel, entscheidend aber war, dass die Truppe von Pasko Tomic nicht vom Plan des Coaches abwich und weiter Basketball spielte, anstatt mit den Gästen mitzuzocken.Vor dem Schlussviertel ging es also ganz von vorne los 68:68. Tim Burnette übernahm: Als er und Sivorotka zwei Dreier zum 87:76 (36.) trafen, schien die Sache erledigt, aber noch einmal kämpfte Freiburg gegen die Niederlage an. Selbst nach dem fünften Foul von Hampton gab sich der USC nicht auf, eine kleine Unterstützung bekam er jetzt auch von den Schiedsrichtern: Alen Vukic pfiff ein Rückspiel von Ross Jorgusen, das keines war, im nächsten Angriff wurde Klemm zweimal am Trikot festgehalten, doch Marco Kapitz entschied direkt anschließend auf Offensiv-Foul gegen Jorgusen. Das war 54 Sekunden vor Schluss beim 92:88, im Gegenzug bekam Nils Menck einen völlig offenen Dreier und verfehlte zum Glück für die Knights. Burnette traf danach auch nur zwei von vier Freiwürfen zum 95:91, aber erst als der starke Franzose Tony Ramphort aus nächster Distanz das 95:93 verpasste, war die Partie entschieden.

Freiburgs Coach Petar Juric wusste, woran es lag: "Es hat uns in der zweiten Halbzeit die nötige Konzentration und auch etwas Glück gefehlt. Leider haben wir es in der entscheidenden Phase nicht geschafft, als Team dagegenzuhalten." Tatsächlich: das homogenere Team hatte gewonnen. Und wurde belohnt. Pasko Tomic: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Zweitliga-Stenogramm

VfL Kirchheim Knights: Burnette (18/1, 7:16 Würfe, 29:49 Min), Goehrke (2, 2 Reb., 7:39 Min.), Hountondji (n.e.), Jorgusen (11, 4:5 Würfe, 3 Reb., 6 Assists, 31:38 Min.), Karamatskos (6, 3:6 Würfe, 17:02 Min.), Klemm (17/1, 6:9 Würfe, 5 Reb., 4 Ass., 34:59 Min.), Kranz (2, 1:2 Würfe, 2 Ass., 14:40 Min.), Reichmuth (n.e.), Sivorotka (25/4, 4:5 Dreier, 9:11 Würfe, 4 Reb., 5 Ballverluste, 32:00 Min.), Zyskunov (16, 8:11 Würfe, 9 Reb., 3 Ass., 2 Ballgewinne, 2 Blocks, 32:03 Min.).USC Freiburg: Neumann (n.e.), Ramphort (16/2), Hampton (27/2), Grey, Parker, Benzeval (7), Menck (3/1), Roquette (6), Bloch (8), Johnson (24).Würfe: 39/61/64 % (VfL), 36:68/53 % (USC).Dreier: 6:12/50 % (VfL), 5:16/31 % (USC).Freiwürfe: 13:24/54 % (VfL), 14:18/78 % (USC).Rebounds: 32:32.Ballverluste: 13:9.Assists: 20:8.Ballgewinne: 5:7.Geblockte Würfe: 3:3.Fouls: 20:27.Viertel: 26:24, 18:22, 24:22, 29:23.Schiedsrichter: Alen Vukic (Böblingen) und Marco Kapitz (Ismaning) lagen wenige Male daneben, hatten das Spiel aber sicher im Griff.Zuschauer: 1100.