Lokalsport

Abstiegskampfhat begonnen

Wieder schlecht gestartet (2:16), wieder schlecht Freiwürfe geworfen, wieder ein Heimspiel verloren: Die Kirchheim Knights unterlagen im Schlüsselspiel Union Shops Rastatt mit 59:62 (24:31).

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Es ist zum Haare-raufen: Die Kirchheim Knights bekommen in der zweiten Liga ihre Probleme nicht in den Griff. Selbst nach dem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten Union Shops Rastatt wartet das Team von Pasko Tomic weiter auf den ersten Erfolg in der Sporthalle Stadtmitte. Das Fazit vorneweg: Schlecht angefangen, dazwischen gekämpft, am Ende wenig Cleverness gezeigt.

Doch von vorne: Man hatte sich so viel vorgenommen und machte dann so vieles falsch. Wenigstens probierte man es am Anfang anders: Alex Zyskunov und Antonis Sivorotka gingen zum Brett und verlegten die ersten beiden Korbleger. Rastatt dagegen ließ flotte Dreier folgen, nacheinander trafen Rüeck, Moysich und Kustos 0:9. Nach einer Auszeit von Tomic versuchte es der VfL seinerseits mit Würfen von jenseits der Dreierlinie: Nacheinander verfehlten Sivorotka, Kai-Uwe Kranz und Ross Jorgusen 2:16 nach 6 Minuten. Da auch die Freiwürfe wieder katastrophal geschossen wurden (3:8 bis zum 3:16, 8.), waren wieder alle schlechten Eigenschaften zusammengekommen.

So dauerte es 7.40 Minuten, bis durch Kosta Karamatskos der erste Feldkorb gelang und die Aufholjagd konnte beginnen. Wenigstens funktionierte jetzt einmal die Abwehr: Sieben Minuten lang gestattete der VfL den Gästen keinen Feldkorb, kam auf 15:20 (12.) heran. Doch so lief es jetzt immer: Die Knights kämpfen sich unter Aufbietung aller Energien heran, verschnaufen vor allem mental kurz und alle Früchte werden verschenkt. So zum Beispiel, als Ross Jorgusen Mitte des zweiten Viertels vier Fahrkarten nacheinander schoss.

Zu Beginn der zweiten Hälfte packte Rastatt zudem wieder seine Drei-Punkte-Kanone aus: Torsten Kustos traf aus allen Lagen, einmal sogar aus über acht Metern nach wildem Gedribbel und mitten ins Gesicht von Kranz. Das war das 47:37 (29.), aber auch das Signal für die nächste Jagd. Mit einem 11:1-Lauf schafften die Knights erstmals (!) den Ausgleich (48:48, 32.). Es war ein geklauter Ball des besten Knight, Tom Klemm, den er per Dunking durch die Reuse hämmerte die ideale Art zu zeigen, dass jetzt Schluss mit den Geschenken ist.

Doch Gäste-Coach Zoran Seatovic nahm eine Auszeit und der Schwung dieser Einzelaktion verpuffte. Moysich vollendete einen chaotischen Drive gegen drei Knights glücklich, Kustos nutzte beim nächsten Angriff, dass Karamatskos noch vorne am Boden lag, per Dreier 48:53. Trotzdem, kein Knight gab auf, und das ist sicherlich das einzig Positive an diesem schwer zu verdauenden Katastrophen-Abend. 105 Sekunden vor Schluss trifft Kranz zum 59:60, die Halle tobt, alle glauben wieder an die Wende ein letztes Mal. Anstatt den Ball zum Brett zu bringen, feuert Jorgusen einen wilden Dreier ab, und den Offensiv-Rebound von Bill Goehrke verschenkt Karamatskos durch einen Ballverlust. Auf der Gegenseite zeigt der durch seine Grippe unter der Woche doch arg geschwächte Rathjen starke Nerven und verwandelt zwei Freiwürfe zum 59:62, und obwohl die Knights in den letzten 30 Sekunden noch zwei Angriffe haben (Rastatts Tafra verwirft dazwischen zwei Freiwürfe), verschwenden sie die Chance zum Ausgleich: Kranz wirft einen erzwungenen Dreier, Jorgusen probiert es auch einfach mal da war keine Struktur, kein System, keine Organisation, nur verzweifelt erflehtes Heldentum.

So hat der VfL das Spiel gegen seinen Angstgegner verloren, das er unbedingt gewinnen wollte, und die über 1100 Zuschauer, die bis zum Schluss gehofft hatten, schlichen fast geschockt aus der Halle. Ihnen, den Knights, allen war klar: An diesem schlimmen Abend hat der Abstiegskampf wirklich begonnen.

VfL: Askraba (n.e.), Goehrke (5, 10 Rebounds, 31:06 Minuten), Hountondji (n.e.), Jorgusen (3, 1:10 Würfe, 25:38 Min.), Karamatskos (10, 4 Assist, 31:43 Min.), Klemm (22, 10:15 Würfe, 6 Reb., 5 Steals, 36:51 Min.), Kranz (6/2, 2:8 Dreier, 30:30 Min.), Lenger (n.e.), Sivorotka (0:5 Würfe, 14:17 Min.), Zyskunov (13, 6:11, Würfe, 6 Reb., 29:55 Min.)Rastatt: Moysich (20/3), Parrisius, Rüeck (7/1), Duensing (n.e.), Kustos (16/5, 5:7 Dreier), Coric, Rathjen (6/1), Kann (n.e.), Schille (9/1), Goodwin (4), Tafra.Freiwürfe: 6:17/35% (VfL), 11:18/61 % (Rast.).Würfe: 40:43 %.Dreier: 3:21/14 % (VfL), 11:19/58 % (Rast.).Rebounds: 25:45.Ballverluste: 10:21. Assist: 9:10.Ballgewinne: 8:6.Fouls: 22:15.Viertel: 11:20, 13:11, 18:17, 17:14.Schiedsrichter: Husein Kursumovic (Nürnberg) und Marco Kapitz (Ismaning) leiteten unauffällig und souverän.Zuschauer: 1100.