Lokalsport

Abstiegskrimi auf dem Linxer „Rübenacker“

VfL-Fußballer gastieren beim seit acht Spielen punktlosen Oberliga-Schlusslicht

Die Luft wird immer dünner für Fußball-Oberligist VfL Kirchheim. Sieben Spieltage vor Saisonschluss trennt die Teckstädter nur ein Punkt von einem Abstiegsplatz. Vor dem (vor)entscheidenden Spiel beim SV Linx werden an der Jesinger Allee alte Tugenden beschwört.

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KLAUS-DIETER LEIB

Kirchheim. Schwarzmalen gilt nicht – auch und erst recht nicht beim VfL: Mannschaftskapitän Mario Grimm ist felsenfest davon überzeugt, dass die Mannschaft die nötigen Punkte für den Klassenerhalt noch holen wird: „Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass wir immer erfolgreich waren, wenn es darauf ankam“, beschwört der 28-Jährige den Geist solch existenzieller Spiele wie beispielsweise beim 4:0 im Verbandsliga-Relegationskrimi gegen Bissingen vor drei Jahren.

Beim Tabellenletzten SV Linx zählt morgen nur ein Sieg – alles andere wäre zu wenig. „Wir wollen überall gewinnen, aber in Linx ist es besonders wichtig“, betont Mario Grimm, der sich über seine sportliche Zukunft noch keine Gedanken macht: „Ich habe noch einen Vertrag bis 2009, aber zunächst einmal steht der Klassenerhalt im Vordergrund.“

VfL-Trainer Christian Hofberger erwartet an der französischen Grenze einen heißen Tanz, glaubt den Schlüssel zum Erfolg im Kampfeswillen entdeckt zu haben. Zumal die Platzverhältnisse in Linx denen in Kirchheim ähneln. „Die haben den gleichen Rübenacker wie wir“, weiß Hofberger, den immer noch der Verlauf der letzten beiden Partien umtreibt. Gegen Heidenheim (2:2) und Walldorf (3:3) war dem VfL bekanntlich jeweils der mögliche Siegtreffer aberkannt worden. „Doch alles Nachkarten bringt uns auch nicht weiter“, richtet Hofberger den Blick nach vorne.

Bis auf Torsten Raspe, Kagan Söylemezgiller und Philipp Schraivogel sind alle Mann an Bord. Seit vergangenen Dienstag ist auch Emrah Polat nach seinem beruflichen Aufenthalt in China wieder im Training. Ebenfalls wieder zur Verfügung steht Andreas Mayer nach seiner abgelaufenen Rotsperre. Vor allem der routinierte Mittelfeldspieler Emrah Polat ist für Trainer Hofberger ein wichtiger Spieler: „Aufgrund seiner Erfahrung kann es durchaus sein, dass Emrah von Beginn spielt.“ Die endgültige Entscheidung darüber fällt aber erst kurz vor Spielbeginn.

Noch prekärer als beim VfL ist die Lage beim SV Linx: Nach acht Niederlagen in Folge stehen die Badener mit dem Rücken zur Wand, haben sechs Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Doch auch in Linx stirbt die Hoffnung zuletzt. „So lange rechnerisch noch was möglich ist, geben wir nicht auf“, sieht Spielleiter Heinz Enderle noch einen kleinen Hoffnungsschimmer am Horizont. Mit einem Sieg gegen den VfL wäre die Ausgangslage nicht mehr so hoffnungslos und der Abstand ans rettende Ufer könnte auf drei Zähler schrumpfen.

Den letzten Linxer Sieg gab es am 23. Februar beim 1:0 gegen Großaspach. Der Trainerwechsel während der Winterpause (Dieter Wendling löste Jacky Hartstreisel ab) brachte bisher noch nicht den gewünschten Erfolg. Der neue Übungsleiter betreute zuvor den SC Sand in der zweiten Frauen-Fußballbundesliga. Zuvor war Wendling beim SV Stadelhofen in der Verbandsliga tätig. Sollten die Badener tatsächlich absteigen, wäre es der sechste Abschied aus der Oberliga binnen weniger Jahre.