Lokalsport

Abwehr-Blackout kostet Punkt

Es wurde nichts mit dem Geburtstagsgeschenk: Fußball-Verbandsligist VfL Kirchheim verlor am Tag des 35. Wiegenfestes von Trainer Michael Rentschler beim Titelanwärter TSV Schwieberdingen unglücklich 0:1 (0:0).

REIMUND ELBE

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SCHWIEBERDINGEN Nein, sie trauten sich gestern nach dem Abpfiff wirklich nicht, die Arme in die Höhe zu recken und sich feiern zu lassen: Die Kicker des Verbandsliga-Spitzenclubs TSV Schwieberdingen hatten es vielmehr eilig, sich in die Kabine zu verkrümeln. Das 1:0 gegen den VfL Kirchheim musste den Mannen von Trainer Gianni Coveli nämlich wie ein Geschenk des Himmels vorkommen. Obwohl über weite Strecken in Überzahl agierend, waren die Gastgeber gegen einen konzentriert, engagiert und mutig auftretenden VfL nur selten in der Lage, Akzente zu setzen, geschweige denn Torchancen heraus zu spielen.

Der VfL erlitt die unglücklichste Niederlage der Saison. Das Unheil für die Gäste nahm schon in der Anfangsphase seinen Lauf. Angreifer Feriz Meha sah zunächst nach einem absichtlichen Handspiel zurecht Gelb und nur wenige Minuten später sogar Gelb-Rot (19.). Einen Zweikampf Mehas mit einem TSVS-Akteur wertete Schiedsrichter Dürr erneut als gelbwürdig der Platzverweis war perfekt. Was den Kirchheimer Spieler noch nach dem Abpfiff zur Weißglut brachte. "Diese Gelb-Rote Karte in dieser frühen Spielphase war völlig überzogen", schimpfte Meha, "ich hatte den Schwieberdinger bei dem Zweikampf nicht einmal berührt."

In der Tat zeugte dieser Feldverweis von wenig Fingerspitzengefühl des Unparteiischen, war das Match bis zu diesem Zeitpunkt absolut fair und für die vermeintliche Attacke Mehas hätte es auch eine Ermahnung getan. Die Kirchheimer steckten den Rückschlag freilich überraschend gut weg, gestatteten den Gastgebern vor der Pause nicht eine nennenswerte Einschussgelegenheit. Der VfL hätte gar selbst in Führung gehen können. Angreifer Cem Korkmaz traf in der 23. Minute nach einer flachen Hereingabe von Ferdi Er mit seinem Schuss einen TSVS-Verteidiger, statt ins Tor. Ein Kopfball des Ex-Reichenbachers strich in der 40. Minute zudem nur um Zentimeter über die Latte.

In der Großbaustelle an der Markgröninger Straße es entsteht neben einem neuen Clubheim auch eine Tribüne mit einem Fassungsvermögen von rund 1000 Zuschauern hätten die Schwieberdinger trotz Überzahl fast klein bei geben müssen. Doch Joker Markus Lang verdarb den Kirchheimern die erfolgsversprechende Tour. Erst vier Minuten zuvor eingewechselt, köpfte der Schwieberdinger in der 63. Minute nach einer Ecke aus dem Gewühl heraus das überraschende 1:0 es war der einzige Blackout in der Kirchheimer Defensive bei ihrem insgesamt respektablen Auftritt in der Ludwigsburger Ecke. Aus nur drei Torchancen machten der aufstiegsambitionierte Tabellendritte somit den entscheidenden Treffer.

Der VfL Kirchheim riskierte in der Schlussphase zwar viel, doch bei den teils tumultartigen Szenen im Strafraum der Gastgeber fehlte der erfolgreiche Abschluss. Die Kirchheimer sind nach dem Sieg des hinter ihnen platzierten SV Fellbach nur noch einen Zähler vom (wahrscheinlichen) Direktabstiegsplatz 13 entfernt. VfL-Abteilungsleiter Winfried Scholz wirkte nach Spielschluss trotzdem ermutigt. "Das war eine starke Vorstellung unserer Mannschaft", so Scholz, "sie ist leider nicht mit einem Punkt belohnt worden." Am kommenden Samstag trifft der Tabellenzwölfte aus der Teckstadt an der Jesinger Allee auf die TuS Metzingen, den aktuell Elften. Dann ist ein Sieg oberste VfL-Kickerpflicht ohne Wenn und Aber.

TSV Schwieberdingen: Kummer Kutnjak, Lechner, Dense, Marusic Mazzola, Marbach, Buck, Avraam (67. Colon) Schurichin (77. Uckan), Schühle (59. Lang).VfL Kirchheim: Volber Kutscher, Fuchs, Eisenhardt, Er A. Meha (75. Erenler), Grimm, Raspe, Isci - Korkmaz (71. Eberhardt), F. Meha.Tor: 1:0 Lang (63.).Gelbe Karten: Avraam, Buck, Colon Fuchs, Grimm, Isci.Gelb-Rote Karte: F. Meha (19., VfL).Zuschauer: 250.Schiedsrichter: Frank Dürr (Schwäbisch Gmünd).