Lokalsport

"Alles läuft programmgemäß"

Tobias Unger in Aufbruchstimmung: Nach dreivierteljähriger Zwangspause sehnt Deutschlands schnellster Sprinter das Comeback herbei. Sein operierter Fuß machte zuletzt entscheidende Fortschritte.

THOMAS PFEIFFER

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Gut sieben Monate nach seiner Fersen-Operation ist 200-Meter-Hallen-Europameister Tobias Unger (27) voll im Zeitplan: Sein Comeback ist absehbar. In knapp elf Wochen soll's so weit sein. "Tobias startet zum ersten Mal bei den Penn Relays vom 26. bis 28. April in Philadelphia", weiß Bundestrainer Micky Corucle (Köngen). Ist Unger beim weltgrößten Staffelmeeting mit über 15 000 Startern aus unzähligen Ländern noch einer unter vielen Stars, rückt er spätestens bei der Domspitzmilch-Gala in Regensburg (9. Juni) in den Blickpunkt: An der Donau geht's für den prominenten Rückkehrer dann schon um die Qualifikation fürs Saisonhighlight Weltmeisterschaft (24. August bis 2. September in Osaka).

20,59 Sekunden müsste Unger dafür (zwei Mal) laufen machbar nach rund einem dreiviertel Jahr der Wettkampfpause? "Wenn der Heilungsverlauf weiterhin planmäßig ist, auf alle Fälle", antwortet Unger. Noch steckt er mitten im Aufbautraining, macht in den bis zu zehn wöchentlichen Trainingseinheiten ohne Spikes "alles, außer Sprints, weil die Belastung dafür noch zu groß ist". Seinem Ehrgeiz vermochte die wettkampflose Zeit freilich nichts anzuhaben. Neben der WM-Teilnahme bleibt die Zurückeroberung des nationalen 200-Meter-Titels das erklärte Saisonziel. "Im letzten Jahr war ich in Ulm ja nicht dabei." Weshalb Tobias Ernst (TV Wattenscheid/20,88) schließlich das Rennen machte. Der Titel fehlt in Ungers Sammlung.

Noch sind kleinere Nachwehen der vergangenen Seuchensaison mit Verletzung (Tuberkante an der linken Achillessehne), OP und monatelanger Rekonvaleszenz für den Kirchheimer nicht vorüber: Gegenwärtig verträgt sein Fuß nur eine moderate Belastung und Hallenauftritte fallen für den Sportmanagement-Studenten der Eberhard-Karls-Universität Tübingen in diesem Jahr aus prophylaktischen Gründen gänzlich flach. Trotzdem ist Unger hochzufrieden mit dem, was seinen "medizinischen" Fortschritt betrifft. "Es läuft alles programmgemäß", sagt er.

Sein Heilfleisch ist gut sein Trainer übrigens auch: Als unter der Woche das Wetterchaos ausbrach, da legte Micky Corucle beim Beseitigen der Schneemassen im Kirchheimer Stadion selbst Hand an. Am Abend waren die Laufbahnen dann frei und Unger konnte ein weiteres Mal fürs Comeback trainieren.