Lokalsport

Alles neu macht der Kreisel

Kirchheimer Radrennen morgen auf veränderter Strecke – 237 Anmeldungen

Die Länge bleibt, die Strecke ist neu: Bedingt durch die Baustelle am Krone-Kreisel wartet die 28. Auflage des Kirchheimer Radrennens am morgigen Sonntag mit verändertem Verlauf auf. Der Zugkraft der Veranstaltung tut‘s offenbar keinen Abbruch, im Gegenteil. Organisator Albert Bosler vom Radsport Kirchheim erwartet über 230 Teilnehmer in den vier Rennklassen.

Im Pulk durch Kirchheims gute Stube: Morgen steht die 28. Auflage des beliebten Radrennens auf dem Programm.Foto: Deniz Calagan
Im Pulk durch Kirchheims gute Stube: Morgen steht die 28. Auflage des beliebten Radrennens auf dem Programm.Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Wer für morgen einen gemütlichen Schaufensterbummel in der Kirchheimer Fußgängerzone geplant hat, sollte gewarnt sein: Statt schicker Klamotten, Schuhe und Schmuck gibt‘s stramme Waden, keuchende Sportler und pfeilschnelle Rennräder zu bestaunen. Auf einen Besuch in der Teckstadt sollte man deswegen aber noch lange nicht verzichten. Schließlich ist ein Radrennen aller Negativschlagzeilen seiner vermeintlichen Aushängeschilder zum Trotz live immer noch ein echtes Erlebnis. Zumal Organisator Albert Bosler Amateursport vom Feinsten verspricht. Allein der Run auf die Konkurrenz der C-Amateure war mit 98 Meldungen so groß, dass Bosler kurzerhand ein zweites Rennen für diese Klasse anbieten konnte – Faszination und Zugkraft des Radsports sind an der Basis ungebrochen.

Anzeige

Das morgige Rennen in Kirchheim bezieht außerdem seinen Reiz aus der Topografie. Nachdem die Baustelle am Krone-Kreisel den gewohnten Streckenverlauf verhindert, geht‘s nun auf neuen Pfaden durch die City. Statt durch die Fußgängerzone vom Wachthaus aus Richtung Marktbrunnen und weiter zum Alten Teckboten zu jagen, müssen die Pedaleure nun genau entgegengesetzt strampeln. Nach dem Start am Marktbrunnen geht es zunächst über die Marktstraße am Wachthaus links in die Alleenstraße. An der Einmündung Hindenburgstraße wird auf der Gegenfahrbahn links in die Alleenstraße eingebogen und geradeaus über den Kreisverkehr an der Tiefgarage Schweinemarkt gefahren. Von dort der Alleenstraße weiter folgend, muss das Peloton um die Insel am Alten Teckboten und nach einer 180-Grad-Wende wieder rechts in die Marktstraße zum Ziel am Marktbrunnen.

Wer so herum schon mal durch die Fuzo geradelt ist, weiß, dass es leicht aber stetig bergauf geht. „Dadurch ist die Strecke noch attraktiver“, freut sich Rennmacher Albert Bosler, bei dem bereits seit Wochen eine Flut an Meldungen eingeht. Insgesamt 237 Fahrer wollen in den vier Klassen (C-Klasse, Jedermann, Frauen und weibliche Jugend sowie A/B-Klasse) an den Start gehen. „Innerhalb des Verbands bekomme ich immer wieder Rückmeldungen, wie gerne die Fahrer in Kirchheim antreten“, frohlockt Bosler, langjähriger Funktionär im württembergischen Radsportverband WRSV.

Gern gesehene Gäste sind dabei neben den elf tschechischen KT-Fahrern von Sparta Prag auch die Racing Students aus Freiburg, die Kemptener A-Amateure des Teams Lightweight sowie die Teams Erdgas Schwaben und Möbel Ehrmann. „Da haben wir im Hauptrennen ein echt gutes Starterfeld beisammen“, so Bosler. Angesichts der hohen Leistungsdichte sind Favoriten nur schwer auszumachen, zumal kurzfristig noch die Zusage des Waiblinger Bahnradspezialisten Leif Lamparter und seines Rudy Project Racing Teams auf Boslers Tisch flatterte.

Nicht minder interessant wie das um 17.20 Uhr beginnende Hauptrennen sind die Konkurrenzen der Frauen und weiblichen Jugend (14.40 Uhr) sowie der C-Klasse (10.30 Uhr und 13.15 Uhr). Während bei den Frauen die Fahrerinnen des Schweizer Teams bigla cycling hoch gehandelt werden, kommen bei den C-Amateuren angesichts der hohen Teilnehmerzahl von 98 Fahrern gleich mehrere Fahrer fürs Podium infrage – der Massenandrang sorgt für Spannung, zumal es wie bereits im Vorjahr eine zusätzlich ausgetragene Punktwertung geben wird, die die lange Jahre üblichen Sprintprämien ersetzt. In Anlehnung an das Bahnradfahren sollen alle fünf Runden Punkte entsprechend der Durchfahrt bei Start und Ziel am Marktbrunnen vergeben werden, wo zentraler Anlaufpunkt der Veranstaltung sein wird.

Umrahmt wird diese durch das Jedermannrennen um 12.10 Uhr sowie zwei ganz besondere Schmankerl. Um 15.55 Uhr steigt ein Sprintrennen über rund 200 Meter von der Einmündung der Alleenstraße am Alten Teckboten in die Marktstraße. Im Eliminator-Modus, also immer zwei Teilnehmer gegeneinander, soll so der Schnellste ermittelt werden – ein echter Hingucker, weswegen Albert Bosler auch von „bester Werbung für unseren Sport“ spricht.

Gut möglich also, dass der Eliminator-Sprint bald genauso fester Bestandteil des Renntages wird wie das Sponsorenrennen, das heuer bereits zum dritten Mal zugunsten des Bildungs- und Sozialfonds („Starkes Kirchheim“) ausgetragen wird. Hierbei sucht sich jeder Teilnehmer Sponsoren, die jeden Kilometer in einem Zeitfenster von 45 Minuten mit einem gemeinsam vereinbarten Betrag belohnen. Vergangenes Jahr waren so über viereinhalbtausend Euro erradelt worden.