Lokalsport

Alles nur wegen einem Treffer

TSV Owen muss nach 23:23 in die Abstiegsrelegation der Handball-Württembergliga

In einem an Spannung nicht mehr zu überbietenden Spiel haben die Handballer des TSV Owen beim 23:23-Unentschieden gegen die SG Lauterstein den entscheidenden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt in der Württembergliga verpasst und müssen nun in die Relegation.

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Nenningen. Hängende TSV-Köpfe bei den Owener Handballern nach dem Abpfiff. Nur ein einziger Treffer fehlt der Teck-Sieben nach 26 Partien, um den sicheren Verbleib in der Württembergliga zu schaffen. Die SG Kuchen-Gingen, die gegen Grabenstetten zwei Punkte einfahren konnte, liegt nach dem Owener Remis punktgleich mit dem TSV. Allerdings weist die SG im direkten Vergleich das bessere Torverhältnis auf und belegt somit den viertletzten Rang. Für die Owener beginnt nun das bange Warten. Bis hinauf in die zweite Bundesliga ziehen sich die Abhängigkeiten, die in die Wertung der Relegation eingehen.

Für den TSV Owen geht es aber auf jeden Fall in die Verlängerung. Das erste Relegationsspiel wird am kommenden Wochenende ausgetragen. Allerdings entscheidet sich der Nutzen der Relegation erst nach dem Abschluss der Spiele in den oberen Klassen.

Nur ein einziger Treffer mehr in Lauterstein hätte dem TSV Owen im letzten regulären Saisonspiel gereicht, um all diese Rechenspiele unnötig zu machen. Vor allem im zweiten Durchgang waren es über weite Strecken die Gäste, die das Spiel gegen den Tabellendritten beherrschte. Doch am Ende waren es mangelnde Kräfte und eine Unterzahlsituation, die Owen den Sieg kosteten.

Schon in den ersten Minuten zeigte sich, dass es keine Wiederholung des Torschützenfestes aus dem Hinspiel geben würde. Mit 36:38 gewann die SG im vergangenen Jahr. Angefeuert von den mitgereisten Owener Zuschauern markierte Martin Weiss nach vier Minuten den ersten Treffer der Partie. Rund 180 Anhänger sorgten mit ihrer lautstarken Unterstützung für eine prächtige Stimmung in der Nenninger Kreuzberghalle.

In der Folge hatten die Hausherren, die ohne ihren Torjäger Timo Funk antreten mussten, Schwierigkeiten mit den defensiv agierenden Owenern. Und auch hinter der Abwehr hatte TSV-Keeper Bastian Reckziegel einen hervorragenden Tag erwischt. So stand es nach zwölf Minuten 5:2 für die Gelbhemden.

Doch die SG konnte eine Überzahl clever nutzen. Vier schnelle Treffer kippten das Spiel. Bis zur Halbzeit hatte nun auch der TSV vermehrt Probleme im Abschluss und scheiterte mit einem knappen Dutzend Würfen am starken Markus Mangold im Lautersteiner Gehäuse. Zur Pause lagen die Gastgeber dementsprechend mit 11:9 in Front.

Im zweiten Durchgang weitgehend dasselbe Bild. Doch nun war es Marius Nagel, der mit seinen Paraden Owens Schützen zur Verzweiflung trieb. Immerhin konnte der TSV auf der Gegenseite dank konzentrierter Abwehr mithalten. Bei einer solchen Abwehraktion verletzte sich jedoch Owens Kapitän schwer am Auge und musste die Partie in der Folge von der Bank betrachten. Dank der guten Defensive hatte man sich nach 51 Minuten sogar einen 20:17-Vorsprung erspielt. Doch dann schwanden die Kräfte bei der Teck-Sieben. Dies nutze Lauterstein, um beim 20:20 wieder auszugleichen – an Spannung war die Begegnung von nun an nicht mehr zu überbieten. Der TSV konnte nochmals vorlegen, doch nun hatte die SG immer eine Antwort parat.

So musste Owen nach der neuerlichen 23:22-Führung rund 30 Sekunden vor Spielende in Unterzahl abermals den Ausgleich hinnehmen. Owen warf nochmals alles nach vorne. Doch während in den letzten Spielen auch Glücksgöttin Fortuna auf Seiten der Owener gestanden hatte, gab es dieses Mal kein Happy End. Nach dem 23:23 belegt die Teck-Sieben lediglich den zwölften Tabellenplatz. Owens Markus Nothwang gab nach der Partie zu Protokoll: „Mit so vielen ausgelassenen Chancen kann man kein Spiel gewinnnen.“

Gegner in der Relegation wird am kommenden Wochenende (Spielbeginn noch offen) die HG Steinheim-Kleinbottwar sein. br

TSV Owen: Carrle, Reckziegel – Dunkel (3), Hanssen (1), Hoyler (3/1), Kirchner, B. Klett (2), S. Klett (2), Meißner (2), Schmidt (2/2), Sigel (1), Weiss (2), Winkler (6)

SG Lauterstein: Mangold, Nagel – Lackinger (1), M. Stuber (2/1), Marchel (3), Grupp (3/1), Distel (3), Weiss (3), Kranz (2), Geiger, Schmid (1), Rieger (1), C. Stuber (3/1), de Pompa (1)

Schiedsrichter: Orciari/Oess (Neckarelz)