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Alles wie gehabt

Knights verlieren auch Rückspiel in Würzburg deutlich mit 74:94 – Sensleys gelungenes Debüt

Nichts zu verschenken hatte am Dreikönigstag der Tabellenführer der 2. Basketball-Bundesliga, die S. Oliver Baskets aus Würzburg. Die ersatzgeschwächten Kirchheim Knights mussten sich klar mit 74:94 geschlagen geben. Neuzugang Julian Sensley überzeugte bei seinem ersten Auftritt als Topscorer auf Seiten der Schwaben, die neben Enosch Wolf überraschend auch auf Jordan Wild verzichten mussten, der sich am Sprunggelenk verletzt hat.

Alles wie gehabt
Alles wie gehabt

Würzburg. Eine tolle Stimmung erwartete die Kirchheimer Korbjäger und ihre etwa 30 mitgereisten Fans in der voll besetzten S.Oliver Arena in Würzburg. Eine Atmosphäre, die es jedem Gegner schwer macht, dort zu bestehen. Dass der unangefochtene Tabellenführer der Pro A in Vollbesetzung auf das Team von Head-Coach Michael Mai wartete, machte die Aufgabe zum Rückrundenauftakt nicht gerade einfacher. Und so war es für die Starting Five Radi Tomasevic, Ben Beran, Jannik Lodders, Bryan Smithson und Lavonte Dority auch extrem schwer, ihren Spielrhythmus zu finden.

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Die Gastgeber zeigten sich von der ersten Sekunde an bissig und aggressiv. Vor allem die Kirchheimer Aufbauspieler Smithson und Dority wurden bereits in der eigenen Spielhälfte extrem unter Druck gesetzt. Das Resultat waren zahlreiche Ballverluste. Zu viele, um beim Aufstiegsfavoriten auch nur annähernd bestehen zu können. Die Baskets dagegen überzeugten vor allem in der Anfangsphase durch ein überlegenes Angriffsspiel. Regelmäßig nutzte das Team von Headcoach Douglas Spradley die volle Angriffszeit und wartete geduldig auf seine Chance.

Angeführt von Jason Dourisseau und dem Ex-Tübinger Ruben Spoden baute der Gastgeber seinen Vorsprung schnell aus und ließ dunkle Vorahnungen auf der Knights-Bank aufkommen. Bei einem Viertelstand von 32:16 Punkten drohte ein Debakel den Gästen, die schon im Hinspiel vor drei Wochen mit 75:106 eine bittere Niederlage in eigener Halle einstecken mussten. Entsprechend unzufrieden zeigte sich Michael Mai nach dem Spiel: „Das Auftreten meiner Mannschaft im ersten Viertel war völlig inakzeptabel, wir waren quasi nicht präsent. Vor allem mit der Abwehrleistung kann ich nicht zufrieden sein. Daran werden wir arbeiten müssen.“

Es dauerte bis zum zweiten Viertel, bis sich die Ritter erste Spielanteile erkämpften. Angeführt von Radi Tomasevic und Ben Beran gelang es, das Spiel in dieser Phase ausgeglichener zu gestalten. Schnell belasteten fünf Teamfouls die Gastgeber und die Ritter konnten durch Punkte der Routiniers bis auf 26:38 verkürzen. Würzburg überwand jedoch seine kurzzeitige Schwächephase und antwortete mit sieben Punkten in Folge. Am Ende blieben die Kirchheimer in diesem Viertel mit einem Punkt knapper Sieger. Anschließend ging es beim Stand von 47:32 in die Pause.

Nach der Halbzeitpause zeigte Kirchheims Neuzugang Julian Sensley erstmals seine Klasse. Trotz einer Knieverletzung bewies er seine Scorerqualitäten und drückte diesem Viertel mit elf Punkten seinen Stempel auf. Die Knights hielten dem hohen Druck der Würzburger nun stand und schürten zur Mitte des dritten Viertels sogar leise Hoffnungen auf einen offenen Schlagabtausch, als Lavonte Dority mit seinem Korbleger zum 47:58 verkürzte. Die Hoffnung wurde jedoch nicht erfüllt, da Würzburg in dieser Phase zeigte, dass sie zu Recht an der Tabellenspitze stehen. Näher als auf elf Punkte ließen die Baskets den Gegner nicht herankommen. Vielmehr antworteten sie mit einem 8:0-Run auf den kurzen Höhenflug der Knights, stellten das alte Kräfteverhältnis wieder her und bauten den Vorsprung bis zum Ende des dritten Viertels auf 69:50 aus.

Wacker kämpfenden Rittern blieb auch im Schlussviertel nur eine Statistenrolle. Nach der 74:94-Niederlage blieb nicht nur beim Kirchheimer Coach die Erkenntnis: Gegen den Bundesligaaspiranten gab es an diesem Abend nichts zu holen. Der Blick geht nach vorne: Bis zu den Spielen gegen Gießen, Baunach und Vechta muss Kirchheim an der Abwehrleistung arbeiten. Zudem wird eine wichtige Rolle dem Physioteam zukommen, das die Rekonvaleszenten Enosch Wolf und Jordan Wild schnellstmöglich wieder fit bekommen muss.bs